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Basketball-Kommentar : Nowitzki muss spielen

  • -Aktualisiert am

Unwiderstehlich: Dirk Nowitzki beim Dunk Bild: dpa

Dirk Nowitzki hat trotz Fieber gespielt und zum Sieg seiner Mavericks beigetragen. Das ist aus medizinischer Sicht unvernünftig. Aber kann man es dem Basketball-Star verdenken?

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          Es gab auch Stimmen, die den unermüdlichen Einsatz des fieberkranken deutschen Basketballprofis Dirk Nowitzki in der amerikanischen Finalserie nicht heldenhaft, sondern idiotisch fanden. Aus medizinischer Sicht habe er sich fahrlässig verhalten und alles andere als vorbildhaft für die staunende Jugend. Er hätte nicht eingesetzt werden dürfen. Wie wahr. Und wie wirklichkeitsfremd.

          Nowitzki spielt seit 13 Jahren in den Vereinigten Staaten für die Dallas Mavericks, und er spielt noch viel länger Basketball. Jetzt kann sein Traum wahr werden, jener Traum, den schon Millionen Spieler rund um den Globus vergeblich geträumt haben, Nowitzki kann den Titel holen, in der stärksten Liga der Welt, in einem globalen Sport, also unter Extremkonkurrenz. (siehe auch: NBA-Finalserie: Nowitzkis Mavericks brauchen noch einen Sieg)

          Kein Plädoyer für verantwortungslosen Heldentum

          Wir reden ja nicht über Skispringen oder Speerwerfen. Wie kann, wie soll Nowitzki da verzichten, vor dem allerletzten Schritt zum Triumph? Und was hat der Sport nicht alles erlebt an Athleten, die verbunden, geschient, fitgespritzt ans Werk gegangen sind? Natürlich haben manche ihre Kräfte und ihren Körper am Ende überschätzt und einen hohen Preis dafür bezahlt, dauerhafte Gelenkschädigungen zum Beispiel und Schlimmeres.

          Dies soll kein Plädoyer für verantwortungslosen Heldentum sein, und mit koronaren Folgeerkrankungen von verschleppten Erkältungen ist nicht zu spaßen. Doch wer kann sich hineinversetzen in die Gefühlswelt eines besessen arbeitenden Spielers, der Basketballgeschichte schreiben und einer der ganz großen deutschen Sportheroen werden kann? Wer von Nowitzki in dieser Situation eine nüchterne rationale Entscheidung erwartet wie von einem erkrankten Büroangestellten, der fordert schlicht Übermenschliches.

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