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Basketball : Auch ohne Nowitzki auf hohem Niveau

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EM-reif: Stefan Arigbabu (l) zieht zum Korb Bild: dpa

„Zum Schluss war es mehr Wrestling als Basketball“, meinte Bundestrainer Dettmann nach dem 83:76-Sieg in Bosnien, der die EM-Qualifikation sicherte.

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          Mit der vorzeitigen Qualifikation für die Europameisterschaft vom 5. bis 14. September 2003 in Schweden haben Deutschlands Basketballer auch ohne ihre Lichtgestalt Dirk Nowitzki europäisches Top-Niveau bestätigt.

          „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir uns mal so früh für eine EM qualifiziert haben. Das ist schon ein bisschen sensationell“, strahlte der für den Leistungssport zuständige DBB-Vizepräsident Wolfgang Hilgert.

          Klasseleistung unter hohem Druck

          Nach dem 83:76-Sieg in Bosnien-Herzegowina lobte Bundestrainer Henrik Dettmann: „Meine Spieler sind gereift und haben echten Charakter gezeigt.“ Im Hinspiel hatte Deutschland noch eine überraschende 76:84-Niederlage in Dortmund kassiert. Mit einer Klasseleistung nahm das Team von Bundestrainer Henrik Dettmann nach Mazedonien und Kroatien auch die dritte hohe Auswärtshürde auf dem Balkan.

          12.000 „Irre“ (Hilgert über die Zuschauer) in Sarajevo verlangten ein starkes Nervenkostüm vom jungen Team des Deutschen Basketball-Bundes (DBB), das mit Nowitzki Anfang September in den USA sensationell die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft gewonnen hatte.

          Mehr Wrestling als Basketball

          Fluchtartig musste die deutsche Mannschaft nach der Schlussirene das Spielfeld verlassen, um nicht von einem der zahllosen Wurfgeschosse in Form von Batterien, Kugelschreibern, Feuerzeugen und Münzen getroffen zu werden.

          „Zum Schluss war es mehr Wrestling als Basketball. Das ist normalerweise besser für die Heimmannschaft, aber es zeugt von unserer Stärke, dass wir uns durchgesetzt haben“, meinte Dettmann, dessen Team in Ademola Okulaja (22) seinen erfolgreichsten Punktesammler beim siebten Sieg im achten Qualifikationsspiel stellte.

          Verantwortung auf vielen Schultern

          Nicht nur Okulaja traf sicher, auch Stefano Garris (14), der zudem Bosniens Spielmacher Nenad Markovic ausschaltete, Mithat Demirel, Stephen Arigbabu und Patrick Femerling (alle 10) punkteten zweistellig. Neun von zehn Spielern erzielten zumindest einen Korb. Marko Pesic versenkte in der hektischen Schlussphase einen Dreier zum vorentscheidenden 77:70. Zeichen dafür, dass die Verantwortung auf viele Schultern verteilt wird, wenn Nowitzki fehlt.

          Die beiden noch ausstehenden Heimspiele gegen Mazedonien am 22. Januar 2003 in Koblenz und gegen die punktgleichen Kroaten am 25. Januar in Leverkusen werden jetzt zum Schaulaufen der Korbjäger, die in Schweden mit NBA-Star Nowitzki die Tickets für Olympia 2004 in Athen lösen wollen.

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