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Bahnrad-Olympiasiegerin Welte : „Zeitpunkt gekommen, um Abschied zu nehmen“

  • Aktualisiert am

Fährt von der Bahn: Miriam Welte Bild: AFP

Ein Jahr vor Olympia beendet Bahnrad-Olympiasiegerin Miriam Welte überraschend ihre Karriere. Sie habe sich nicht mehr so quälen können, sagte die langjährige Sprintpartnerin von Kristina Vogel.

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          Bahnrad-Olympiasiegerin Miriam Welte hat knapp ein Jahr vor den Sommerspielen 2020 in Tokio überraschend ihr sofortiges Karriereende verkündet. Sie habe gemerkt, dass sie „nicht mehr mit den notwendigen einhundert Prozent rangehen konnte“, sagte Welte dem Südwestrundfunk (SWR). Während des jüngsten Trainingslagers sei ihr deshalb der gedanke gekommen: „Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um Abschied zu nehmen“. Eigentlich war erwartet worden, dass die frühere Teamsprintpartnerin von Kristina Vogel erst nach Olympia 2020 aufhört.

          Die 32-Jährige Welte traf die Entscheidung nach 13 sehr erfolgreichen Jahren im Hochleistungssport. Den Gewinn von Olympia-Gold 2012 in London bezeichnete sie als den „mit Abstand schönsten Sieg, von dem man das ganze Leben lang erzählen kann.“ Vier Jahre später errang die Bahnsprint-Spezialistin aus Kaiserslautern Olympia-Bronze, zudem gewann sie sechs Weltmeistertitel und zahlreiche weitere internationale Medaillen, eine Reihe davon an der Seite der seit einem Trainingsunfall im Sommer 2018 querschnittsgelähmten Kristina Vogel.

          Den Moment, als sie von Vogels schwerem Unfall erfahren habe, und „dass Kristina nicht mehr auf dem Rad sitzen kann“, bezeichnete sie als den „schlimmsten Moment„ ihrer Karriere. Für sie sei es aber schön zu sehen, „wie Kristina mit ihrem Schicksal umgeht und wie positiv sie ist. Und dass sie jetzt wirklich das Beste aus ihrem Leben macht“.

          Größter Erfolg: Olympiasiegerin mit Kristina Vogel (r.)
          Größter Erfolg: Olympiasiegerin mit Kristina Vogel (r.) : Bild: dpa

          Das Erfolgsduo, nach dem Triumph in London als die „Golden Girls“ bezeichnet, prägte eine Ära im deutschen Bahnradsport. „Wir haben uns zusammen den Arsch aufgerissen und alles getan, um am Ende auf dem Podium zu stehen. Wir waren zu einem Team zusammengeschweißt.“ Die Zeit sei „etwas sehr Besonderes gewesen, auch wenn wir Phasen hatten, in denen wir kämpften, auch miteinander“, so Welte in der „Rheinpfalz“.

          Durch ihren Entschluss verzichtet Miriam Welte auch auf die Bahnrad-Heim-WM im nächsten Jahr in Berlin. „Ich habe immer gesagt, ich möchte den Zeitpunkt selbst entscheiden, nicht dass jemand für mich entscheidet.“ Eine Rolle spielte auch, dass nicht zweifelsfrei klar gewesen wäre, ob sie einen Startplatz in Tokio erhält. „Mich ein Jahr zu quälen, um am Ende nur als Tourist oder gar nicht dabei zu sein, das kommt für mich nicht infrage“, sagte sie.

          Die Pfälzerin wird künftig wohl als Polizei-Oberkommissarin arbeiten, „wie und wo, darüber ist noch nicht gesprochen worden“, sagte Welte. „Miriam war über Jahre eine unserer erfolgreichsten Athletinnen. Sie hat viel für den deutschen Radsport getan und wird sehr fehlen“, sagte Patrick Moster, Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR).

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