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Zverev vor Australian Open : Hochbetrieb im Melbourne Park

  • -Aktualisiert am

Fühlt sich gerüstet für den Start in das neue Tennisjahr: Alexander Zverev Bild: Reuters

Es gibt viel zu tun für Alexander Zverev vor den Australian Open. Beim ATP Cup startet Deutschlands Nummer eins mit seinen Mitspielern ins neue Tennisjahr. Die schmerzhafte Erinnerung an vergangenes Jahr ist noch präsent.

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          Sie sahen den Sekundenzeigern zu, die mit nervtötender Ruhe dem vereinbarten Termin näher rückten; sie saßen auf gepackten Koffern und warteten auf das befreiende Klopfzeichen an der Tür; sie blickten sich noch einmal in den Zimmern um, die ihrer Welt zwei Wochen lang ungewohnt enge Grenzen gesetzt hatten. Dann war es so weit, sie sausten los, und die neu gewonnene Freiheit fühlte sich frisch und verheißungsvoll an. Nach zwei Wochen Quarantäne – für mehr als 70 von ihnen mit der harten Auflage, das Zimmer nicht verlassen zu dürfen – schwärmten die besten Tennisspielerinnen und -spieler der Welt am Wochenende aus ihren Hotels in den australischen Sommer hinaus. Zu tun gibt es genug.

          Am kommenden Montag beginnen die Australian Open, aber schon vorher herrscht im Melbourne Park Betrieb wie nie zuvor. Drei Frauenturniere der WTA-500-Kategorie und zwei Männerturniere, Kategorie ATP 250, stehen dieser Tage auf dem Programm, dazu die zweite Auflage des ATP Cups, alles in allem 388 Spiele in acht Tagen.

          Für die Premiere des ATP Cups vor einem Jahr hatten sich Männermannschaften aus 24 Nationen für die Begegnungen in Brisbane, Perth und Sydney qualifiziert. Am Ende gewannen die Serben um Novak Djokovic begleitet von Trommeln, Tröten und ohrenbetäubendem Gesängen, gegen die Spanier mit Rafael Nadal. Und alle waren sich einig, dass der neue Wettbewerb in Konkurrenz zum Davis Cup einen bemerkenswerten Start hingelegt hatte. Diesmal sind die Zahl der teilnehmenden Mannschaften und die Zahl der Spieltage um die Hälfte reduziert; in der Vorrunde, die an diesem Dienstag um 10.00 Uhr Ortszeit in Melbourne mit dem 2:1-Erfolg von Serbien über Kanada in der Gruppe A begann, spielen vier Gruppen mit je drei Teams, die vier Sieger landen im Halbfinale.

          Zverev mit Startschwierigkeiten

          Für die Deutschen mit Alexander Zverev, Jan-Lennard Struff und dem Doppel Kevin Krawietz/Andreas Mies beginnt der Tanz am Mittwoch (20.00 Uhr MEZ bei Sky) gegen Kanada mit den Einzelspielern Denis Shapovalov und Milos Raonic, am Tag danach um die gleiche Zeit geht es gegen die Serben. Im vergangenen Jahr schieden sie mit zwei Niederlagen aus drei Spielen nach der Vorrunde aus, was in erster Linie am ziemlich verkorksten Saisonstart von Zverev lag, der drei Spiele verlor. Das sei extrem traurig für ihn und seine Mannschaft gewesen, sagte Zverev am Wochenende bei einer Pressekonferenz, „ich habe nur einen Satz gewonnen, das war einfach nicht gut genug“.

          Auch in den Jahren zuvor beim Hopman Cup in Perth war Zverev meist nur schwer und mit stotterndem Motor in Gang gekommen, doch im Januar 2020 in Brisbane blieb der Motor dann einfach stehen. Boris Becker, der damals noch Chef des deutschen Männertennis war und in Brisbane als Kapitän auf der Bank saß, machte sich seinerzeit sichtlich Sorgen um seinen besten Mann und stellte fest, der stecke in einer kritischen Phase. Nun ja, bei den Australian Open wenig später verzogen sich Kritik und Sorgen, als Zverev in den ersten vier Spielen keinen Satz verlor und danach zum ersten Mal in seiner Karriere das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers erreichte; das erste Finale folgte bekanntlich ein paar Monate später bei den US Open in New York.

          Zeit der Quarantäne gut überstanden

          Diesmal wird Mischa Zverev, der ältere Bruder, bei den Spielen des ATP Cups als Kapitän auf der Bank sitzen, Becker wird das Geschehen ab den Australian Open in reichlicher Entfernung aus dem Münchner Studio für Eurosport kommentieren. Der ältere Zverev, immer schon die engste Bezugsperson seines Bruders, übernahm erst vor kurzem neue Aufgaben im Team des jüngeren. Im Prinzip die Aufgaben eines Managers, auch wenn er diese Bezeichnung für die eigene Rolle nicht mag.

          Alexander Zverev lässt wissen, die Zeit der Quarantäne habe er gut überstanden; für die konsequenten Maßnahmen der Australier müsse man Verständnis haben. Wie die meisten der Kollegen konnte er jeden Tag trainieren, doch angesichts des Hochbetriebs im Melbourne Park in dieser Woche wird es jetzt nicht mehr so leicht sein, einen freien Platz zum Üben zu finden. Und was die Chancen beim ATP Cup betrifft?

          „Wir haben Struffi, der eine unglaubliche Nummer 2 ist, wenn ich in guter Form bin, finde ich auch, dass ich okay Tennis spielen kann, und mit Andy und Kevin haben wir eines der besten Doppel der Welt. Wir als Mannschaft sehen auf dem Papier sehr, sehr gut aus, wir müssen das jetzt nur auf den Platz bringen. Ich hoffe einfach auf einen besseren Start als letztes Jahr.“ Das sollte sich machen lassen, Luft nach oben ist reichlich.

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