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Tennisprofi Alexander Zverev : Endlich im Grand-Slam-Modus angekommen

  • -Aktualisiert am
Gute Freunde: Zverev mit Halbfinalgegner Dominic Thiem bei einem Termin vpr Turnierbeginn.
Gute Freunde: Zverev mit Halbfinalgegner Dominic Thiem bei einem Termin vpr Turnierbeginn. : Bild: EPA

Aber vielleicht hätte Zverev rückblickend betrachtet nichts Besseres passieren können als der verpatzte Start in die Saison. Er konzentrierte sich auf seine Arbeit, verschaffte sich mit verschärftem Arbeitspensum ein gutes Gefühl, und es war wohl auch eine Hilfe, dass er quasi unterhalb des Favoritenradars ins Turnier starten konnte; das war anders als im vergangenen oder im Jahr zuvor. War er in der Vergangenheit zu ungeduldig gewesen? „Ja, sehr ungeduldig. Irgendwie hab ich wohl zu viel Aufmerksamkeit auf die Grand-Slam-Turniere gelegt, sie haben mir einfach zu viel bedeutet.“ Nicht, dass sie ihm jetzt gleichgültig wären, aber er sagt, er gehe mit dem ganzen Drumherum etwas entspannter um als früher. Und die gute Stimmung im Team mit seinem besten Freund, Doppelspezialist Marcelo Melo, seiner Freundin, Physio Hugo Gravil und Fitnesstrainer Jez Green passe auch. Von den Forderungen nach einem neuen Coach, wie in Brisbane beim ATP Cup vom deutschen Männertennis-Chef Boris Becker vertreten, hält er nichts. Er sei nach wie vor sehr zufrieden mit seinem Vater, der ihn als Coach so weit gebracht habe, wie er jetzt sei, und es gebe keinen Grund, daran etwas zu ändern.

Es war Abend, als Alexander Zverev in der Hoffnung den Melbourne Park verließ, Rafael Nadal und Dominic Thiem mögen bitte sechs Stunden lang spielen und dabei so müde werden, wie es eben möglich sei. Aus den sechs Stunden wurde nichts, aber die vier Stunden und zehn Minuten der Partie waren gefüllt mit so vielen eisenharten, schweißtreibenden Ballwechseln, mit physischen und psychischen Anstrengungen auf allerhöchster Ebene, dass Zverevs Wunsch annähernd erfüllt wurde. Vor zwei Jahren bei den US Open hatte Thiem den Spanier im bis dahin einzigen gemeinsamen Spiel auf einem Hartplatz auch schon an den Rand einer Niederlage getrieben, diesmal stieß er ihn über den Rand. Einmal lag er selbst am Boden während eines Ballwechsels und gewann trotzdem den Punkt. Der Pakt mit dem Glück bei diversen Netzrollern funktionierte, und er hatte so viel Mut, wie man für einen Sieg gegen den Ersten der Weltrangliste braucht. Thiem sei der bessere Mann gewesen, sagte Nadal, das erkläre alles, und dem sei nicht viel hinzuzufügen.

Ist die Chance für Alexander Zverev, als erster deutscher Spieler nach Rainer Schüttler an gleicher Stelle im Jahr 2003 im Finale eines Grand-Slam-Turniers zu landen, nun größer, weil er nicht gegen Rafael Nadal, sondern gegen Dominic Thiem spielen wird? Nicht unbedingt. Sechs von acht gemeinsamen Begegnungen gewann Österreichs Bester, darunter die ersten drei und die beiden letzten. Einstweilen steht nur eines fest: Sonntagabend wird Melbourne einen vertrauten Finalisten sehen – Novak Djokovic oder Roger Federer – und einen Debütanten in der Rod Laver Arena: Zverev oder Thiem.

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