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Australian Open : Kerber macht es besser als Görges

  • Aktualisiert am

Gut zu Fuß in Melbourne: Angelique Kerber Bild: EPA

Im Gegensatz zu Görges erreicht Kerber mühelos die zweite Runde bei den Australian Open. Petkovic gibt nach Kreislaufproblemen auf. Auch bei den deutschen Herren läuft es nicht nach Wunsch.

          3 Min.

          Ohne Glanz, aber mit einem glatten Erfolg ist Angelique Kerber in die Australian Open gestartet. Während der Siegerin von 2016 beim 6:2, 6:2 gegen die Slowenin Polona Hercog eine solide Leistung zum Einzug in die zweite Runde genügte, erlebte Julia Görges zum Turnierauftakt am Montag eine herbe Enttäuschung. Die deutsche Nummer zwei war gegen die Amerikanerin Danielle Collins nur zwei Punkte vom Sieg entfernt und verlor aber noch 6:2, 6:7 (5:7), 4:6. Damit scheiterte Görges als erste der sechs deutschen Damen.

          Später gab Andrea Petkovic beim Stand von 7:6 (7:3), 3:4 und 30:40 gegen die Rumänin Irina-Camelia Begu auf. An einem Tag mit Temperaturen von über 30 Grad in Melbourne schien Petkovic unter Kreislaufproblemen oder Schwindel zu leiden. Sie lag zunächst minutenlang auf dem Platz und konnte dann nur mit fremder Hilfe aufrecht auf einem Stuhl sitzen. Als die Darmstädterin wieder gehen konnte, gratulierte sie Begu und setzte die Partie nicht mehr fort.

          Konstantes Match von Kerber

          Kerber zeigte sich mit dem 72-minütigen Start in Melbourne zufrieden. „Im Ganzen war es ein gutes, konstantes Match“, sagte die Wimbledonsiegerin. „Ich habe am Anfang ein bisschen gebraucht, um meinen Rhythmus zu finden. Die ersten Runden sind immer schwierig für mich. Im zweiten Satz habe ich mich ein bisschen befreiter gefühlt.“

          Im engen Situationen half die Weltranglisten-92. auf der Gegenseite zudem häufig mit Fehlern weiter, so dass Kerber in der Rod-Laver-Arena letztlich nie in Gefahr geriet. In der zweiten Runde wartet an diesem Mittwoch die brasilianische Qualifikantin Beatriz Haddad Maia, bisher nur die 195. der Weltrangliste, auf die 30 Jahre alte Nummer zwei der Welt.

          Görges gibt Sieg aus der Hand

          Julia Görges scheiterte zuvor zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder in ihrer ersten Partie in Melbourne und dort erst zum insgesamt zweiten Mal schon in Runde eins. Mit der Titelverteidigung beim Turnier in Auckland hatte die Saison für die letztjährige Wimbledon-Halbfinalistin noch perfekt begonnen. „Dass die Enttäuschung da ist, ist klar. Von den ersten zwei Sätzen her kann ich sagen, dass ich ein gutes Match gespielt habe, das ich leider aus der Hand gegeben habe“, sagte Görges. „In Auckland habe ich es geschafft, diese Matches zu drehen und für mich zu entscheiden, und es gibt auch Momente, da passiert das halt nicht.“

          Julia Görges scheidet zum Auftakt bei den Australian Open überraschend aus.
          Julia Görges scheidet zum Auftakt bei den Australian Open überraschend aus. : Bild: dpa

          Die Weltranglisten-13. hatte das Geschehen gegen die auf Rang 35 geführte Collins einen Satz lang im Griff. Im zweiten Durchgang machte die 30-Jährige aus einem 1:4-Rückstand eine 6:5-Führung. Danach verpasste sie es aber, das Match mit eigenem Aufschlag zu beenden. Eine Vorhand, die zwei Matchbälle gebracht hätte, landete knapp im Aus. „An manchen Tagen fliegen sie rein, an manchen fliegen sie nicht rein“, meinte sie. So musste die gesundheitlich leicht angeschlagene Görges nach dem verlorenen Tiebreak in den dritten Satz. Die Fehlerquote stieg in der Mittagshitze immer weiter an, die Chancenverwertung blieb mangelhaft, nach 2:24 Stunden schied sie in der Margaret-Court-Arena aus. Die druckvoll und leidenschaftlich agierende Collins erreichte dagegen erstmals die zweite Runde bei einem der vier wichtigsten Tennis-Turniere.

          Drei deutsche Herren ausgeschieden

          Von den sieben deutschen Herren schied Talent Rudi Molleker bei seinem Grand-Slam-Debüt vor den Augen des deutschen Herren-Tennis-Chefs Boris Becker aus. Nach geglückter Qualifikation in Melbourne unterlag der 18-Jährige dem Weltranglisten-16. Diego Schwartzman aus Argentinien 1:6, 3:6, 6:4, 0:6.

          Peter Gojowczyk nahm dem an Nummer zehn gesetzten Russen Karen Chatschanow zwar den ersten Satz ab, unterlag aber dann 6:3, 3:6, 4:6, 3:6.

          Auch Jan-Lennard Struff verlor in 1:3 Sätzen (6:1, 4:6, 3:6, 4:6), er unterlag gegen den Australier Matthew Ebden. Struff lag dabei im zweiten Satz schon 4:1 vorn, ehe er ins Hintertreffen geriet. Der Sauerländer hatte erst am vergangenen Samstag beim Turnier im neuseeländischen Auckland noch den Titel im Doppel geholt und war am Freitag im Einzel erst im Halbfinale ausgeschieden.

          Als erster Favorit überstand der Spanier Rafael Nadal sein Auftaktmatch mit 6:4, 6:3, 7:5 gegen den Australier James Duckworth weitgehend problemlos.

          Vorjahressiegerin Caroline Wozniacki gewann ihr Auftaktmatch gegen die Belgierin Alison Van Uytvanck mit 6:3, 6:4. Die einstige Weltranglisten-Erste aus Dänemark hatte im vergangenen Jahr in Melbourne den ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere geholt. In der nächsten Runde trifft die 28-Jährige auf die Schwedin Johanna Larsson.

          Die frühere Siegerin Maria Scharapowa aus Russland erteilte der Britin Harriet Dart zuvor beim 6:0, 6:0 sogar die Tennis-Höchststrafe.

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