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Australian Open : Die neue wirkungsvolle Waffe von Zverev

  • -Aktualisiert am

Alexander Zverev ist bei den Australian Open auf dem Weg zu alter Form. Bild: EPA

Nach einer schweren Zeit läuft es für Alexander Zverev bei den Australian Open wieder. Dabei hilft ihm die Macht der positiven Gedanken. Nun trifft er auf einen Gegner, den er bestens kennt – und der ein guter Freund ist.

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          Sonntag war Australia Day; normalerweise wäre abends um neun das traditionelle große Feuerwerk in den Himmel über Melbourne gestiegen, gezündet in den Docklands, knapp vier Kilometer Luftlinie von der Rod Laver Arena entfernt. Früher, als die Böller näher am Melbourne Park mit den Tennisarenen knallten, wurden die Spiele in der Rod Laver Arena meist für eine Weile unterbrochen, weil sich eh keiner mehr auf Tennis konzentrieren konnte, doch seit die Entfernung größer ist, wird ungerührt weitergespielt. Normalerweise. Doch in diesem Fall lag die Sache ohnehin anders, denn wegen der Buschfeuer hatte die Stadt Melbourne schon Anfang Januar beschlossen, auf das Feuerwerk zu verzichten.

          In Leuchtschrift standen dagegen nach je 132 Spielen im Frauen- und im Männertableau im übertragenen Sinne zwei tragende Thesen über dem Turnier. Die eine galt Novak Djokovic, der nach dem vierten souveränen Sieg der ersten Woche weiterhin der große Favorit des Turniers ist. Die zweite Leuchtschrift galt Ashleigh Barty und den Hoffnungen der Australier, nach mehr als 40 Jahren endlich wieder eine Turniersiegerin aus dem eigenen Land zu sehen; als letzte gewann eine gewisse Chris O‘Neal anno 78. Ashleigh Barty gönnte sich einen kleinen Umweg gegen die Amerikanerin Alison Riske, aber nach dem Sieg in drei Sätzen konnten die Feierlichkeiten zum Australia Day weitergehen.

          Bei den besten Deutschen endete der erste Teil des Turniers auch in guter Stimmung, vor allem bei Alexander Zverev. Nach dem Sieg in Runde drei gegen den routinierten Spanier Fernando Verdasco – dem dritten Sieg dieser Tage in Melbourne in drei Sätzen – sagte Zverev, er sei ziemlich froh, wie es bisher gelaufen sei, auch im Spiel gegen den Spanier. „Es war nicht perfekt, aber angenehm.“ Er war in der richtigen Verfassung für einen veritablen Test in Runde vier, aber er freut sich auch deshalb auf das Spiel gegen den Russen Andrej Rublew an diesem Montag (nicht vor 8.30 Uhr MEZ bei Eurosport), weil die beiden seit zehn Jahren ziemlich gute Freunde sind.

          Zverev ist nur ein paar Monate älter, und fast in jeder Altersklasse haben sie gegeneinander gespielt. U 12, U 14, U 18 und auch später bei den Profis – im Einzel gegeneinander, im Doppel auch miteinander. Aber ganz sicher nie zuvor auf dem aktuellen Niveau, denn kein Spieler war erfolgreicher ins neue Jahr gestartet als der rotblonde Russe. Er gewann die Turniere in Doha und Adelaide, insgesamt acht Spiele, weitere drei in Melbourne – macht zusammen elf.

          Zverev wusste vor der Begegnung aus eigener Erfahrung, wie stark einen eine solche Serie macht; er selbst hatte im Frühjahr 2018 nach Turniersiegen bei den BMW Open in München und in Madrid auf dem Weg ins Finale von Rom insgesamt 13 Spiele nacheinander gewonnen. „Man hat das Gefühl, dass man in den wichtigen Momenten genau weiß, was man tun soll“, sagte er vor dem Duell mit Rublew. „Auch wenn man hinten ist, hat man das Gefühl, man gewinnt das Match trotzdem irgendwie noch.“ Die Macht der positiven Gedanken ist mindestens eine so wirkungsvolle Waffe wie ein starker Aufschlag, und Zverev war sich vor der Begegnung mit dem erfolgreichsten Spieler der ersten Wochen des Jahres im Klaren über diese Herausforderung im vierten gemeinsamen Spiel. Alle drei zuvor hatte er klar gewonnen, zuletzt vor ein paar Monaten beim Turnier in Schanghai.

          Auch für Angelique Kerber endete Woche eins nach drei Siegen, die sie nicht unbedingt erwartet hatte, mit einem guten Gefühl. Sie sei ohne Erwartungen ins Turnier gegangen, erklärte sie noch mal vor dem Spiel der vierten Runde gegen Anastassija Pawljutschenkowa aus Russland am Montag (nicht vor 7.00 Uhr MEZ bei Eurosport), und daran habe sich nach den Erfolgen nichts geändert. Im vergangenen Jahr hatte sie in Melbourne in Runde vier verloren und hatte Australien ziemlich frustriert verlassen, aber das war ja auch in einem ungeraden Jahr. Die großen Erfolge ihrer Karriere sammelte sie in geraden Jahren, vor allem 2016, als sie in Melbourne und bei den US Open Titel gewann und bei den Olympischen Spielen in Rio im Finale landete.

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