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Pressestimmen zur Ausweisung : „Zu viele Fehler für einen einzelnen Mann“

  • Aktualisiert am

Mann der Woche: Novak Djokovic Bild: AFP

Nach Djokovics Ausweisung aus Australien schreiben internationale Medien von Lügen und Inkompetenz und fragen nach Djokovics künftiger Rolle „in diesem ganzen Zirkus“. Die Pressestimmen.

          3 Min.

          Der serbische Tennisstar Novak Djokovic hat am Sonntag im Streit um sein Visum vor dem australischen Bundesgericht verloren und das Land verlassen müssen. Internationale Medien schreiben dazu:

          Französische Pressestimmen

          „L'Équipe“: „Nach der Schmach von Melbourne sind die Ärgernisse für Novak Djokovic nicht vorbei. Er muss das jetzt „verdauen“ und ganz ungewohnt dabei zuschauen, wie die Konkurrenz aufsteigt.“

          „Le Figaro“: „Novak Djokovic ist „extrem enttäuscht“ aus Australien abgereist. Sein sowieso schon bröckelndes Image ist wegen seiner Fehler (im besten Fall) und seiner Lügen (im schlechtesten Fall) schwer beschädigt. Wenn man es ihm schon nicht zum Vorwurf machen kann, dass er eine Corona-Impfung verweigert hat, kann man doch sagen, dass der Weltranglisten-Erste nicht hinter dieser Entscheidung stand. Denn sonst hätte er freiwillig von einer Teilnahme am ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres absehen müssen. Er hat eine extreme Starrköpfigkeit an den Tag gelegt und seine Kommunikation hatte er nicht im Griff. Das waren zu viele Fehler für einen einzelnen Mann, der ohnehin schon die Meinungen spaltet.“

          „Libération“: „Die Zukunft von Djokovics Karriere hängt jetzt von folgender Frage ab: Welche Rolle gibt er sich selbst in diesem ganzen Zirkus? Die des Widerständigen? Die des Schuldigen und damit die des Büßers von morgen? Man wird es ganz ohne Djokovics Zutun verstehen müssen. Er selbst wird dazu nichts sagen.“

          „L'Est Républicain“: „Es ist einfach unmöglich, angesichts des wechselhaften australischen Schicksals von Novak Djokovic Mitleid zu empfinden. Djokovic ist von seiner eigenen Inkonsequenz gelähmt worden. Das weltweite Psychodrama, das uns der beste Tennisspieler des Planeten aufgezwungen hat, ist lächerlich.“

          Britische Pressestimmen

          „The Guardian“: „Es war eine unerfreuliche Woche für die Regierung, aber das Ergebnis zeigt einmal mehr, dass Australiens Einwanderungsgesetze so hart geschrieben sind wie sie auch angewendet werden.“

          Italienische Pressestimmen

          „Corriere dello Sport“: „Djokovic, das Rennen ist aus: Nichts mit Australian Open.“

          „La Repubblica“: „So endet die Telenovela zwischen dem serbischen Tennischampion und der australischen Regierung. Die Berufung hat der Regierung Recht gegeben, die ihn für eine öffentliche Gefahr wegen seiner Positionen als Impfgegner hält, für ein Risiko für die Allgemeinheit.“

          Spanische Pressestimmen

          „Marca“: „Novak Djokovic hat die Partie gegen die australische Regierung verloren, nachdem das australische Bundesgericht die Berufung der Rechtsvertreter des serbischen Tennisspielers abgelehnt hat, mit der die Annullierung des Visums der Nummer eins der Weltrangliste im Tennis aufgehoben werden sollte.“

          Österreichische Pressestimmen

          „Kronen Zeitung“: „Djokovic hat einen nervenaufreibenden Streit um Einreiseregeln hinter sich, der den eigentlichen Grund für seine Reise nach Australien überlagerte – nämlich seinen Titel beim Turnier Australian Open zu verteidigen sowie einen neuen Rekord mit dem 21. Grand-Slam-Titel überhaupt aufzustellen. Die Affäre um seine vermeintliche Sonderbehandlung schadete nicht nur dem Image des Tennisspielers, sondern auch der australischen Regierung.“

          „Kurier“: „Für Ungeimpfte wird die Einreise in viele Länder schwer bis unmöglich. Nach gegenwärtigem Stand könnte Novak Djokovic Ende Mai in Paris spielen. Es ist aber durchaus möglich, dass auch in Frankreich die Regierung sukzessive schärfer gegen Ungeimpfte vorgeht. Sollte Djokovic ab Juli auch seinen Titel in Wimbledon verteidigen wollen, ist dies nur mit einer verpflichtenden, zehntägigen selbstüberwachten Heimquarantäne möglich.“

          Schweizer Pressestimmen

          „Blick“: „In der Posse um Rivale Novak Djokovic gehört Rafael Nadal zu den Gewinnern. Der Mallorquiner kann nun den Angriff auf den Grand-Slam-Rekord starten. Doch er kommt aus einer schwierigen Phase.“

          Polnische Pressestimmen

          „Rzeszpospolita“: „Er hat riskant gespielt und verloren“

          „Gazeta Wyborcza“: „Djokovic wird also nicht zum zehnten Mal bei den Australian Open spielen. Es ist überhaupt nicht klar, ob er jemals wieder bei den Australian Open dabei sein wird, denn die gestrige Gerichtsentscheidung über eine Ausweisung ist verbunden mit einem Einreiseverbot für drei Jahre. Es ist auch ungewiss, wie es mit Siegen aussehen wird, denn die Schlinge um Impfgegner zieht sich auch in anderen Ländern wie Frankreich immer weiter zu. Und Impfgegner, die in den offiziellen Anti-Epidemie-Formularen lügen wie Djokovic bei seiner Einreise nach Australien, erwartet in vielen Ländern eine bürokratische und gerichtliche Hölle. Warum lässt er sich nicht einfach impfen? Warum lügt er lieber und windet sich? Warum wirft er seinen Traum in den Mülleimer, der größte Sportler auf der Welt zu werden?“

          „Przeglad Sportowy“: „Vor Djokovic liegt eine schwierige Saison. Wo wird er spielen können, und wo erwartet ihn ein ähnliches Schicksal wie in Australien? Offensichtlich hängt jetzt viel von seiner Entscheidung bezüglich einer Impfung ab. Aber es ist kaum zu erwarten, dass er plötzlich seine Meinung ändert. Obwohl das natürlich die einfachste Lösung für die Mehrzahl seiner Probleme wäre.“

          Russische Pressestimmen

          „Kommersant“: „Novak Djokovic ist ins Aus geflogen. Das zähe Vorspiel der Australian Open ist am Sonntag in Melbourne zu Ende gegangen. Es hat einer Menge Leute, die damit direkt zu tun hatten, viel Nerven gekostet – allen voran aber Novak Djokovic. (…) dabei ging es ausschließlich um politische Erwägungen – um die Gefahr eines Anstiegs der impfgegnerischen Stimmungen, wenn sich ein Mensch in Australien aufhält, der sich zu Beginn der Pandemie gegen eine allgemeine Impfung ausgesprochen hatte. (…) Nun ist Daniil Medwedew der Favorit des Turniers.“

          „Sport-Express“: „Der serbische Star und Impfgegner, der zehn Tage in der Schwebe hing, verlässt den gar nicht gastfreundlichen Grünen Kontinent.“

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