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Australian Open : Osaka nimmt Platz auf dem Tennis-Thron

  • -Aktualisiert am

Erst die US Open, jetzt die Australian Open – die Japanerin Naomi Osaka führt nun die Weltrangliste an. Bild: AFP

Nach der Abdankung von Serena Williams in den Mutterschaftsurlaub überzeugte keine Nummer eins im Damentennis vollends. Naomi Osaka könnte das nun ändern – nach ihrem Triumph bei den Australian Open.

          Tennis-Königin darf sich Naomi Osaka noch nicht nennen. Aber auf dem Tennis-Thron hat sie schon mal Platz genommen. Die 21 Jahre alte Japanerin gewann am Samstag in Melbourne nicht nur ihren zweiten Grand-Slam-Titel nacheinander, nachdem sie im September bei den US Open im Endspiel Serena Williams bezwungen hatte. Sie übernahm durch ihren Triumph auch die Weltranglistenposition eins.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Osaka bewies im Finale der Australian Open gegen die Tschechin Petra Kvitova zum wiederholten Mal ihr spielerisches Talent, ihre Fähigkeit, den Ball aufs härteste zu beschleunigen – und ihre außergewöhnliche Athletik und Laufstärke. Aber ihre größte Stärke, die, die ihre Konkurrentinnen am meisten beunruhigen muss, ist ihre Frustrationstoleranz, ihre mentale Widerstandsfähigkeit. Nach gewonnenem ersten Satz führte die Tochter eines Haitianers und einer Japanerin im zweiten Durchgang 5:3 und hatte drei Matchbälle.

          Doch dann beging sie einige leichte Fehler, die Kvitova nutzte, um zurückzuschlagen. Die Tschechin gewann den zweiten Satz 7:5. Osaka war für einige Minuten sichtlich erschüttert. Doch sie fasste sich im dritten Satz dieses hochklassigen Matches schnell und drängte Kvitova wieder in die Defensive. Diesmal hielt sie durch. Nach 2:27 Stunden Spielzeit verwandelte sie ihren fünften Matchball zum 7:6 (7:2), 5:7, 6:4. Schon in den Runden zuvor hatte Osaka drei schwere Dreisatzspiele mit Mut und Nervenstärke für sich entschieden.

          In den vergangenen anderthalb Jahren vermochte nach der Abdankung von Serena Williams in den Mutterschaftsurlaub keine Nummer eins im Damentennis eine überzeugende Regentschaft zu übernehmen. Die Rumänin Simona Halep hielt sich zwar 48 Wochen auf der Spitzenposition, gewann aber bis auf die French Open keinen großen Titel. Angelique Kerber, Karolina Muguruza, Karolina Pliskova und Caroline Wozniacki führten jeweils nur ein wenige Wochen dauerndes Interregnum. Der 21 Jahre alten Osaka ist zuzutrauen, das Zepter lange und energisch zu führen.

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