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Start der Australian Open : Eiskalter Abschied für Djokovic

  • -Aktualisiert am

Training in der Hitze von Melbourne: Alexander Zverev vor Start der Australian Open Bild: dpa

Ungerührt reagiert der australische Tennisverband auf die Abschiebung der Galionsfigur für die Australian Open. Der Ausschluss des Serben eröffnet neue Chancen – ganz besonders für Alexander Zverev.

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          Auch Stunden nach der Entscheidung des australischen Bundesgerichtes, das den Titelverteidiger und neunmaligen Champion nach Hause geschickt hatte, stand dessen Name auf der Website der Australian Open noch immer auf dem Spielplan. Novak Djokovic gegen Miomir Kecmanovic, beide Serbien, zweite Partie am Montagabend (Ortszeit) in der Rod Laver Arena, so lautete das Programm.

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          Am Ende musste allerdings nicht nur Djokovic seinen Platz räumen, auch der völlig unschuldige Kecmanovic wurde verbannt, wenngleich weitaus weniger spektakulär. Dessen Partie wurde auf einen kleineren Court verlegt, auf die Abendshow in der Rod Laver Arena durften sich stattdessen zwei Landsleute aus Deutschland freuen, Alexander Zverev und Daniel Altmaier.

          Die offizielle Erklärung des australischen Verbandes zu den Ereignissen, die an einem wolkenlosen, perfekten Sommertag alle in Atem gehalten hatten, las sich wie ein Gruß aus der Kühlkammer. Tennis Australia respektiere die Entscheidung des Gerichtes, hieß es darin, und nach den Regeln der Grand-Slam-Turniere werde die Position 1 im Tableau durch einen Lucky Loser ersetzt.

          Die neunzeilige Erklärung endete mit dem Satz: „Wir freuen uns auf aufregende Australian Open 2022 und wünschen allen Spielern viel Glück.“ Den Namen jenes Mannes zu erwähnen, der das Turnier öfter gewann als je ein Spieler zuvor, brachte der Verband offensichtlich nicht mehr über sich, dabei hatte er unter der Leitung seines Chefs Craig Tiley in der ganzen Geschichte auch alles andere als eine Glanzleistung hingelegt. Wie alle Beteiligten, was die Causa zu einer durch und durch traurigen, bleischweren Geschichte macht.

          Salvatore Caruso als einziger Gewinner

          In der offiziellen Stellungnahme der ATP kam der Name des Spitzenmannes, der im vergangenen Jahr fast jeden Grand Slam gewonnen hatte, zumindest vor. Unabhängig davon, wie es zu dieser im höchsten Maße bedauerlichen Verkettung von Ereignissen gekommen sei, sei Novak Djokovic einer der größten Champions des Tennis, und dessen Abwesenheit bei den Australian Open sei ein Verlust für das Turnier, schrieb die Dachorganisation des Männertennis: „Wir wünschen ihm alles Gute und freuen uns darauf, ihn bald wieder zurück auf den Tennisplätzen zu sehen. Die ATP wird weiterhin allen Spielern mit Nachdruck empfehlen, sich impfen zu lassen.“ Während der turbulenten Tage in Melbourne hatte sich die Organisation allerdings ebenso in Schweigen gehüllt wie Craig Tiley, der sonst so mächtige und omnipräsente Turnierdirektor.

          Als einziger Gewinner stand am Ende ein 29 Jahre alter Italiener namens Caruso da, Salvatore mit Vornamen, Nummer 150 der Weltrangliste. Der nahm den Platz von Djokovic in der Setzliste ein und hatte sicher nicht ganz unrecht, als er am Sonntag vor den Kameras von „Sky“ sagte: „Vielleicht bin ich der berühmteste Lucky Loser der Geschichte. Es tut mir leid für ihn (Djokovic).“ Vielleicht wird er nach der Beförderung ein Foto des Tableaus machen, das ihn an allererster Stelle zeigt; es gehören nicht viel Phantasie und Expertise zur Prognose, dass er diesen Platz an der Sonne nie wieder bei einem Grand-Slam-Turnier besetzen wird.

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