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Ende nach Australian Open : Caroline Wozniacki und ihr neues Leben

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Eine letzte Anstrengung: Caroline Wozniacki bestreitet bei den Australian Open ihr letztes Turnier. Bild: Reuters

Vor zwei Jahren gewann sie doch noch einen Grand-Slam-Titel. Blöde Fragen gab es danach nicht mehr. Nun beendet Caroline Wozniacki mit 30 Jahren ihre Karriere. Denn auch in der Liebe gab es ein Happy End für sie.

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          Es ist eine jener Geschichten, die an einem Wintertag Hände und Seele wärmt, die Staub abwäscht wie warmer Regen und duftet, als sei sie eine Blumenwiese. Am 7. Dezember ließ Caroline Wozniacki die Welt wissen, sie werde ihre Karriere nach den Australian Open beenden. Sie habe alles erreicht, was sie sich je habe erträumen können, aber nun sei es Zeit für das nächste Kapitel ihres Lebens. Das kam einerseits überraschend, denn schließlich wird die beste Spielerin des Nordens im Sommer erst 30 Jahre alt, und gemessen am Alter ihrer besten Freundin Serena Williams, die 38 ist, hätte sie noch eine Weile Zeit. Aber der Maßstab war ihr eigenes Gefühl, und das sagt ihr, es sei genug.

          Vielleicht hätte sie sich mit der Entscheidung ohne den Triumph in Melbourne vor zwei Jahren schwerer getan. Zwischen Herbst 2010 und Anfang 2012 führte Dänemarks Beste die Weltrangliste an, ohne einen der großen vier Titel gewonnen zu haben, und deshalb wurde sie immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob eine Nummer eins ohne Grand-Slam-Titel das richtige Licht aufs Frauentennis werfe. Sie beantwortete die Fragen mit bewundernswerter Gelassenheit. Aber es gab ja nichts, was man ihr hätte vorwerfen können. Sie sammelte genügend Punkte, um an der Spitze zu stehen. Doch dass die äußerlich gezeigte Gelassenheit nicht zwangsläufig ihren Gefühlen entsprach, merkte man, als sie vor zwei Jahren in Melbourne den ersten und einzigen Grand-Slam-Titel gewann und erleichtert kommentierte, jetzt sei es endlich vorbei mit den blöden Fragen nach der Nummer eins. Denn mit diesem Titel landete sie für vier Wochen noch mal an der Spitze, und es war nach dieser Zeit klar, dass sie das Werk vollendet hatte.

          Wille, Ausdauer und Zähigkeit

          Das Frauentennis kam in den 15 Jahren ihrer Karriere gewaltig voran, und Wozniacki tat alles, was sie konnte, um das forsche Tempo mitzugehen. Sie besaß nie die mächtigen Schläge einer Serena Williams oder das unnachahmliche Ballgefühl einer Agnieszka Radwanska. Aber die nicht zu erschütternde Entschlossenheit, mit der sie immer wieder scheinbar aussichtslose Spiele umbog, machten sie zu einer herausragenden Wettkämpferin. Vor dem Spiel am Mittwoch in Melbourne gegen die junge, hungrige Dajana Jastremka aus der Ukraine hatte manches darauf hingedeutet, dies könne das letzte Turnierspiel für Caroline Wozniacki werden, doch der Spiegel dieses Spiels zeigte die Konturen ihrer Karriere. Sie lag schnell zurück, weil die andere jeden Ball in die Ecken knallte, aber sie ließ in keinem Moment aus der Fassung bringen, holte Spiel um Spiel auf – und gewann 7:5, 7:5.

          Es war diese Form von Willen, Ausdauer und Zähigkeit, mit der sie vor sechs Jahren auch beim New York Marathon in der bemerkenswerten Zeit von drei Stunden, 26 Minuten und 33 Sekunden imponiert hatte. „Ich habe viel erreicht“, sagte sie vor ein paar Tagen, „und ich habe alles gegeben. Jeden einzelnen Tag habe ich hart dafür gearbeitet, an der Spitze zu bleiben oder wieder an die Spitze zu kommen. Aber es fühlt sich jetzt anders an. Ich habe immer noch Lust, hart zu arbeiten, aber ich möchte was anderes probieren, neue Dinge im Leben versuchen. Und es fühlt sich jetzt einfach richtig an, das zu tun.“

          Noch ein Schritt zum Duell mit Serena Williams

          Im Herbst 2018 machte sie die Diagnose Gelenkrheumatismus publik, die sie ein paar Wochen zuvor von ihren Ärzten erhalten hatte und sagte, natürlich sei das am Anfang ein Schock gewesen. „Du hältst dich für eine der fittesten Athletinnen, und auf einmal musst du dich damit auseinander setzen.“ Doch sie versprach, sie werde unter erschwerten Bedingungen weiterspielen, und sie sagt jetzt, die Krankheit sei nicht der Grund für das Ende ihrer Karriere. Eine größere Rolle spielt sicher der Wunsch, mit ihrem Mann David Lee mehr Zeit verbringen zu können, gemeinsam die Welt zu entdecken, ohne an Training und das nächste Turnier denken zu müssen. Seit etwas mehr als einem halben Jahr ist sie mit dem ehemaligen Basketballprofi aus den Vereinigten Staaten verheiratet. Auch in der Liebe hatte das Leben für Caroline Wozniacki ein Happy End im Angebot, nachdem ihre frühere Beziehung zum irischen Golfprofi Rory McIlroy kurz vor der geplanten Hochzeit gescheitert war.

          Die offene Art, wie sie damals mit dem Scheitern dieser Beziehung umging, brachte ihr Bewunderung ein, und in dieser Zeit festigte sich auch die Freundschaft mit Serena Williams. Mit der Amerikanerin wird sich Caroline Wozniacki am 18. Mai in der königlichen Arena zu Kopenhagen beim allerletzten Spiel ihrer Karriere von ihrem Publikum verabschieden, aber vielleicht werden die beiden schon am Sonntag in Melbourne in der Rod Laver Arena das Vergnügen haben. Dazu müssten beide noch ein Spiel gewinnen – keine ganz unmögliche Perspektive. Wozniacki muss dieses Duell am Freitag mit der Tunesierin Ons Jabeur bestreiten. Wo auch immer die Reise beim 51. und letzten Grand-Slam-Turnier enden wird: Es wird nach einer Karriere, in der große Träume in Erfüllung gingen, alles in schönster Ordnung sein. Und viel mehr braucht eine Geschichte nicht, um zu duften wie eine Blumenwiese.

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