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Kerber siegt mühelos : Fix weiter am Geburtstag

  • -Aktualisiert am

Angelique Kerber setzt sich bei den Australien Open gegen die Lokalmatadorin Kimberly Birrell durch. Bild: AFP

Ohne Mühe erreicht Angelique Kerber an ihrem 31. Geburtstag die nächste Runde. Dafür reichen ihr gegen die Australierin Birrell 58 Minuten. Im Achtelfinale könnte sie sich nun für das aus einer Landsfrau revanchieren.

          Am Geburtstag zu arbeiten, macht gewöhnlich selten Spaß. Für Angelique Kerber war es an ihrem 31. Geburtstag allerdings die reinste Freude, ihrem Beruf nachzugehen. Die Wimbledonsiegerin besiegte am Freitag in der dritten Runde der Australian Open die Lokalmatadorin Kimberley Birrell 6:1, 6:0 und konnte schon nach 58 Minuten den Schläger wieder einpacken. „Ich habe vom ersten bis zum letzten Schlag sehr solide gespielt“, sagte die Norddeutsche in aller Zufriedenheit über ihre Tagesleistung. Da ihr Match als letztes Spiel der Nightsession angesetzt war, reichte es nicht mehr dazu, mit ihrem Team noch an ihrem Geburtstag anzustoßen. „Dafür haben wir etwas länger als gewöhnlich gefrühstückt“, sagte sie.

          Zum zwölften Mal beging sie ihren Ehrentag in Melbourne. „Ich werde immer älter, aber ich genieße es trotzdem, hier in Melbourne meinen Geburtstag zu feiern“, sagte Kerber im noch auf dem Centre Court geführten Siegerinterview zur Freude der australischen Zuschauer. Ein Ständchen wurde ihr zwar nicht gebracht, aber viele freundliche Wünsche zugerufen. Seit ihrem Finalsieg 2016 über Serena Williams ist die Deutsche ein Publikumsliebling in Melbourne.

          Die auf Position 240 in der Weltrangliste geführte Qualifikantin Birrell erwies sich weniger als Gegnerin, denn als willkommener Geburtstagsgast. Die in Düsseldorf geborene Australierin, ihr Vater arbeitete zum Zeitpunkt ihrer Geburt gerade kurzfristig als Tennislehrer in der nordrhein-westfälischen Hauptstadt, wehrte sich zwar zäh, ohne aber die Deutsche mit Offensivschlägen in Bedrängnis bringen zu können. Kerber, ansonsten Konterspielerin, konnte das Geschehen auf dem Platz gestalten, fast wie sie wollte. Zwar gingen einige Spiele über Einstand, aber einem Breakball sah sich die Weltranglistenzweite nicht ein einziges Mal ausgesetzt. Immer wenn es knapp wurde, machte die Kielerin etwas mehr Druck und gewann den Ballwechsel.

          Scharapowa wirft Wozniacki raus

          „Sie war auch ein bisschen nervös. Für sie war es das erste Spiel in der Rod-Laver-Arena vor ihrem Heimpublikum“, nahm Kerber ihre Gegnerin in Schutz. Die 20 Jahre alte Australierin bestätigte das und lobte dann die dreimalige Grand-Slam-Siegerin: „Sie bringt fast jeden Ball zurück, gegen sie muss man jeden Punkt mehrmals gewinnen.“ Kerbers Bilanz ihrer drei Auftaktbegegnungen fiel nicht zu begeistert aus. „Ich habe jeweils das Nötige getan, um zu gewinnen, aber ich muss mich noch steigern.“ Im Achtelfinale trifft die Norddeutsche auf Danielle Collins, die in der ersten Runde Julia Görges bezwungen hatte. Die 25 Jahre alte und an Nummer 36 der Weltrangliste notierte Amerikanerin setzte sich danach über ihre Landsfrau Sachia Vickory und die Französin Caroline Garcia in jeweils zwei Sätzen hinweg. „Ich kenne sie, ich weiß, dass es schwer wird. Sie trifft den Ball hart und schnell. Sie spielt hopp oder top. Und im Moment scheint sie jeden Ball zu treffen“, sagte Kerber. Collins spielte viele Jahre College-Tennis und machte vor knapp einem Jahr beim Masters-Turnier in Miami erstmals von sich reden, als sie das Halbfinale erreichte.

          Schon seit 15 Jahren ist dagegen Maria Scharapowa ein Gesprächsthema im Welttennis. 2004 gewann sie in Wimbledon ihren ersten Grand-Slam-Titel, 2006 folgte der Triumph bei den US Open, 2008 der in Melbourne und 2012 und 2014 siegte sie in Paris. 2016 erfuhr ihre Karriere eine Unterbrechung. Sie wurde bei den Australian Open des Dopings mit Nandrolon überführt. Ihr Versuch, nach Ablauf ihrer Sperre wieder in die Top Ten zu kommen, gestaltete sich schwierig. Das Erreichen des Halbfinales beim Masters in Rom im Mai blieb bis jetzt ihr größter Erfolg nach der Zwangspause, in Melbourne kam sie als Dreißigste der Weltrangliste an. Am Freitag gelang der 31 Jahre alten Russin nun ein Erfolg, der ihr wieder zum Durchbruch verhelfen könnte. Sie bezwang die Weltranglistendritte und Titelverteidigerin Caroline Wozniacki 6:4, 4:6 und 6:3 und zog ins Achtelfinale ein. Dort trifft sie auf die Australierin Ashleigh Barty.

          Es war eine Auseinandersetzung auf hohem Niveau zwischen Scharapowa und Wozniacki, geprägt von langen Ballwechseln, die zur Überraschung vieler überwiegend die Russin gewann. Scharapowa war die mutigere Spielerin mit den härteren Schlägen. „Das war ein großer Sieg für mich, endlich habe ich mich für das ganze harte Training belohnt“, sagte die Russin. Sie habe während der langen Pause die Antizipationsfähigkeit bei Ballwechseln auf höchstem Niveau verloren. Die sei im Training jedoch nicht wieder zu erlangen, nur in den großen Spielen. „Aber viele große Spiele gab es für mich nicht in den vergangenen zwei Jahren.“ Das soll sich nun wieder ändern.

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