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Australian Open : Julia Görges überrascht sich selbst

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Überrascht von sich selbst: Julia Görges gewinnt weiter Bild: AFP

Wie Julia Görges erreicht auch Mona Barthel die zweite Runde der Australian Open. Für zwei deutsche Herren endet das Turnier mit Fünf-Satz-Niederlagen. Ein Debakel erleben die amerikanischen Damen.

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          An ihrem freien Tag wollte sich Julia Görges zumindest mal einen Café-Besuch am Yarra River gönnen. „Wir werden trainieren und uns auf das nächste Match vorbereiten. Und am Nachmittag bestimmt nett Kaffee trinken gehen“, erzählte die neue Nummer eins im deutschen Damen-Tennis blendend gelaunt nach ihrem unaufgeregten Einzug in die zweite Runde der Australian Open. In Melbourne trifft die 29-Jährige aus Bad Oldesloe bei ihrer 40. Grand-Slam-Teilnahme am Mittwoch auf die Französin Alizé Cornet. Mona Barthel steht dann nach ihrem Erstrunden-Sieg gegen die Rumänin Monica Niculescu der Estin Anett Kontaveit gegenüber.

          Bereits beendet ist der erste Saison-Höhepunkt für Philipp Kohlschreiber nach einem 3:6, 6:2, 0:6, 6:1, 2:6 gegen den Japaner Yoshihito Nishioka und Dustin Brown nach einem 4:6, 3:6, 6:4, 7:6 (7:4), 1:6 gegen den Portugiesen Joao Sousa. Der gesundheitlich angeschlagene Kohlschreiber wird in Absprache mit Teamchef Michael Kohlmann nun nach Hause fliegen und dem deutschen Team auch beim Davis-Cup-Match in Brisbane Anfang Februar fehlen. „Er ist nicht fit und hat zuletzt auch nicht richtig trainieren können. In dieser Verfassung würde er uns nicht so helfen“, sagte Kohlmann.

          Auch die amerikanischen Damen erlebten einen Tag zum Vergessen. Vorjahresfinalistin Venus Williams, US-Open-Siegerin Sloane Stephens und die letztjährige Australien-Halbfinalistin Coco Vandeweghe schieden aus.

          Dem Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal gelang ein erfolgreiches gefeiert. Der 31 Jahre alte Spanier deklassierte in der ersten Runde Victor Estrella Burgos aus der Dominikanischen Republik in nur 94 Minuten 6:1, 6:1, 6:1. Wegen Knieproblemen hatte der Mallorquiner bei der ATP-WM im November nach dem ersten Gruppenspiel zurückgezogen und zuletzt für ein Einladungsturnier in Abu Dhabi und die ATP-Veranstaltung in Brisbane abgesagt.

          Ratlosigkeit angesichts der Niederlage: Kohlschreiber.

          Julia Görges will ihren Melbourne-Aufenthalt liebend gerne noch um mehrere Tage verlängern. Über das Achtelfinale kam die gebürtige Schleswig-Holsteinerin bei ihrem Lieblings-Grand-Slam noch nie hinaus. Doch in diesem Jahr ist vieles ganz anders. Sie reiste als Nummer 12 der Welt nach Australien, löste Angelique Kerber als beste deutsche Tennisspielerin im Branchenranking ab. Vor einer Woche feierte Görges den Titel in Auckland, das Jahr 2017 schloss sie mit Turniersiegen in Moskau und Zhuhai ab.

          „Ich war schon ein bisschen überrascht, dass ich die neue Saison so anfangen konnte, wie die letzte aufgehört hat“, sagte sie am Montag nach dem 6:4, 6:4 gegen Sofia Kenin. 14 Asse schlug sie gegen die Amerikanerin. 15 Matches nacheinander hat Görges nun gewonnen. „Das ist nur eine Zahl, darüber denke ich nicht nach“, sagte sie. Und auf die Frage nach der 5:0-Bilanz gegen die nächste Gegnerin Cornet antwortete sie lächelnd: „Ja, die Statistiken sind immer da, um sie mal mitgeteilt zu bekommen.“

          Mehr noch als mit bemerkenswerten Zahlenspielereien und dem souverän-entspannten Auftreten neben dem Platz beeindruckt Görges aber seit Wochen und Monaten vor allem mit sportlicher Konstanz. Ende 2015 war sie nach Regensburg gezogen. Der neue Trainer Michael Geserer und Fitnesstrainer Florian Zitzelsberger, mit dem sie auch privat befreundet ist, sorgten für neue Impulse. Seitdem tritt Görges wie verwandelt auf.

          Sie sei ein komplett anderer Mensch als vor ein paar Jahren geworden, sagte sie jüngst in einem Interview. „Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich versuche, meinen Beruf jetzt auf eine andere Art zu genießen.“ Das gelingt ihr so gut, dass es auch sportlich zuletzt nur eine Richtung gab. Görges entschied sich zudem, in diesem Jahr kein Doppel mehr bei den Grand-Slam-Turnieren zu spielen, um sich noch mehr auf die plötzlich so erfolgreiche Einzel-Karriere zu fokussieren. Und um einen freien Tag auch einmal abseits der Tennis-Anlagen zu genießen.

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