https://www.faz.net/-gtl-9iz09

Australian Open : Das Tennis-Märchen des jungen Stefanos Tsitsipas

  • Aktualisiert am

„Das ist, wofür ich gearbeitet habe: Stefanos Tsitsipas. Bild: Reuters

Schon mit dem Sieg über Roger Federer gelang ihm ein Coup. Nun setzt Stefanos Tsitsipas noch einen drauf und erreicht das Halbfinale. Danach verrät der junge Grieche, was die größte Herausforderung war.

          2 Min.

          Zwei Tage nach seinem Coup gegen Titelverteidiger Roger Federer hat der griechische Tennisprofi Stefanos Tsitsipas als erster Spieler das Halbfinale der Australian Open erreicht. Der 20-Jährige gewann am Dienstag in Melbourne im Viertelfinale 7:5, 4:6, 6:4, 7:6 (7:2) gegen den Spanier Roberto Bautista Agut und steht zum ersten Mal im Semifinale bei einem der vier Grand-Slam-Turniere.

          „Es fühlt sich an wie ein Märchen. Das ist, wofür ich gearbeitet habe“, sagte Tsitsipas. „Als ich vor der Saison nach meinen Zielen gefragt wurde, habe ich gesagt, ich will in ein Grand-Slam-Halbfinale. Bei der Antwort dachte ich, ich sei verrückt. Aber es ist wahr.“ Er war besonders zufrieden darüber, dass er an den Sieg über Idol Federer anknüpfen konnte. „Die größte Herausforderung war die Vorbereitung auf dieses Match. Ich bin froh, dass ich heute gut gespielt habe. Das zeigt, dass das kein Zufall war“, fügte er mit Blick auf das Achtelfinale gegen Federer hinzu.

          Nächster Gegner von Tsitsipas ist am Donnerstag der einstige Weltranglisten-Erste Rafael Nadal. Er ist zum sechsten Mal ins Halbfinale der Australian Open eingezogen. Der Sieger von 2009 und einstige Tennis-Weltranglisten-Erste aus Spanien gewann 6:3, 6:4, 6:2 gegen den aufstrebenden Amerikaner Frances Tiafoe. Tsitsipas ist der jüngste Halbfinalist der Australian Open seit Andy Roddick (Vereinigte Staaten) vor 16 Jahren. Schon mit dem Einzug in die Runde der besten Acht hatte Tsitsipas griechische Tennisgeschichte geschrieben.

          Tsitsipas spielte auch gegen Bautista Agut wieder mutig nach vorn. Der Weltranglisten-15. holte dabei im ersten und dritten Satz jeweils Aufschlagverluste wieder auf und machte in den entscheidenden Momenten die Punkte gegen Bautista Agut. Der 30-Jährige hatte im Verlauf des Turniers schon den früheren Weltranglisten-Ersten Andy Murray aus Schottland und Vorjahresfinalist Marin Cilic aus Kroatien ausgeschaltet. Auch für den Weltranglisten-24. war es das erste Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. Sieger war nach 3:15 Stunden aber Tsitsipas.

          Danielle Collins aus den Vereinigten Staaten ist unterdessen  zwei Tage nach ihrem überraschenden Sieg über Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber (Kiel) ins Halbfinale der Australian Open eingezogen. Im Duell mit der Russin Anastasia Pawljutschenkowa gewann die 25-Jährige nach 2:16 Stunden 2:6, 7:5, 6:1. Bis Melbourne hatte Collins kein Match bei einem Grand Slam für sich entschieden, Kerber deklassierte sie mit 6:0, 6:2.

          Pawljutschenkowa (27), die 2006 und 2007 den Wettbewerb der Juniorinnen bei den Australian Open gewonnen hatte, verpasste dagegen in ihrem fünften Viertelfinale bei den Majors abermals den Sprung unter die besten Vier. Im Aufeinandertreffen zweier ungesetzter Spielerinnen geriet Collins gegen Pawljutschenkowa zunächst in Rückstand. Schon in der ersten Runde gegen die deutsche Nummer zwei Julia Görges (Bad Oldesloe) hatte die frühere Collegespielerin die Partie nach  einem 2:6 in Satz eins noch gedreht. Das Selbstvertrauen war Collins anzumerken, nach dem Satzausgleich ließ sie Pawljutschenkowa keine Chance mehr.

          Die zweimalige Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova zerstörte derweil die Hoffnungen der Australier auf den ersten Heimsieg in Melbourne seit 41 Jahren gnadenlos. Die 28 Jahre alte Tschechin gewann gegen Lokalmatadorin Ashleigh Barty nach nur 68 Minuten 6:1, 6:4 und zog zum zweiten Mal nach 2012 ins Halbfinale der Australian Open ein. Dort trifft Kvitova am Donnerstag auf Danielle Collins. Zu Saisonbeginn in Brisbane hatte Kvitova das Duell mit Collins knapp in drei Sätzen gewonnen.

          Beim Interview nach dem Erfolg über Barty kamen der Linkshänderin die Tränen. „Ich hätte mir nie vorstellen können, wieder in diesem Stadion gegen die Besten zu spielen", sagte Kvitova, die nach einem brutalen Überfall in ihrer eigenen Wohnung Ende 2016 schwer an der Schlaghand verletzt worden war. Gegen Barty gelang ihr der zweite Sieg in diesem Jahr, im Finale des Vorbereitungsturniers in Sydney hatte sie sich erst im Tiebreak des dritten Satzes durchgesetzt. In Melbourne ist Kvitova noch ohne Satzverlust, in keinem Match gab sie mehr als fünf Spiele ab und stand länger als 69 Minuten auf dem Platz. Ihr letztes Halbfinale bei den vier Majorturnieren hatte Kvitova 2014 bei ihrem zweiten Triumph in Wimbledon gespielt. 2011 hatte sie zum ersten Mal beim Saisonhöhepunkt in London triumphiert.

          Weitere Themen

          „Joker“ Petersen stoppt die Borussia

          0:1 in Freibuirg : „Joker“ Petersen stoppt die Borussia

          Der Freiburger Rekordtorschütze richtet es als Einwechselspieler: Nils Petersen trifft gegen Mönchengladbach nach weniger als 60 Sekunden. Die Borussia verliert Alassane Plea und Max Eberl begeht eine traurige Premiere.

          St. Pauli muss aufpassen

          Zweite Bundesliga : St. Pauli muss aufpassen

          Es herrscht weiter Bewegung in der zweiten Bundesliga: Bochum und Sandhausen setzen ihre guten Serien fort. St. Pauli muss noch einmal nach unten schauen.

          Topmeldungen

          Michael Zahn hat sich mit Äußerungen zur Wohnungspolitik in Berlin nicht überall beliebt gemacht.

          Deutsche-Wohnen-Chef Zahn : Der unbeliebte Vermieter

          Nach 14 Jahren hat die deutsche Hauptstadt wieder einen Dax-Konzern. Michael Zahn ist der Mann, der ihn führt. Doch viele Berliner sind auf den Immobilienmanager nicht gut zu sprechen.
          Die Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters Wirecard im bayrischen Aschheim.

          Marktmanipulation : Bafin zeigt Wirecard an

          Nach den Vorwürfen wegen Marktmanipulation gegen den Zahlungsdienstleister hat nun die Finanzaufsicht Bafin Anzeige erstattet. Die Geschäftsräume des Unternehmens in Bayern wurden untersucht. Die Vorwürfe richten sich gegen Vorstände.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.