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Australian Open : Tsitsipas spielt gegen den Rat seines Arztes

  • Aktualisiert am

Der Grieche Stefanos Tsitsipas bei den Australian Open. Bild: EPA

Das soll erst der Anfang sein. Stefanos Tsitsipas zeigt sich angriffslustig nach seinem Sieg im Viertelfinale gegen Jannik Sinner. Dass er überhaupt dabei sein kann, hat er nur einem zu verdanken.

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          Im Schatten der Rekordjagd von Rafael Nadal kämpft der griechische Tennisspieler Stefanos Tsitsipas um die größte Grand-Slam-Ehre. Ein gutes halbes Jahr nach seinem knapp verlorenen Finale bei den French Open fehlt dem Konkurrenten von Alexander Zverev bei den Australian Open nur noch ein Sieg, um sein zweites Endspiel auf der berühmtesten Ebene seiner Sportart zu bestreiten.

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          Während Nadal sich am Freitag gegen Matteo Berrettini die Chance auf den 21. Grand-Slam-Titel und die damit verknüpfte Bestmarke sichern will, tritt Tsitsipas gegen den russischen Sieger der US Open Daniil Medwedew an.

          „Das ist erst der Anfang. Let's do it“, kündigte Tsitsipas am Mittwoch in Melbourne an, als sein erneuter Halbfinaleinzug mit dem beeindruckenden 6:3, 6:4, 6:2 gegen das italienische Talent Jannik Sinner perfekt war: „Ich bin für alles bereit.“ Genau das ist alles andere als selbstverständlich, ebenso wenig wie es überhaupt seine Reise nach Australien gewesen ist. Fast liebevoll redete der 23-Jährige nach seiner famosen Leistung lächelnd von seinem „Doktor Frank“. Und davon, dass es ihm der Arzt schwer mache, die Ellenbogen-Operation zu vergessen, schließlich schicke dieser ihm regelmäßig Nachrichten.

          Rückzug von den ATP-Finals

          „Ich bin mir sicher, mein Arzt schaut gerade zu“, erzählte Tsitsipas schmunzelnd, als er nach seinem erfolgreichen Viertelfinale mit seiner verschwitzten wilden Mähne für das Siegerinterview ans Mikrofon getreten war: „Wir haben beide nicht erwartet, dass ich an den Australian Open teilnehme. Es war nicht Teil des Plans, in Australien zu spielen, aber ich habe ihm das Gegenteil bewiesen.“ Eine solche Verletzung helfe, demütig zu bleiben, sagte Tsitsipas: „Wenn es gut läuft, tendierst du dazu, dich selbst zu glorifizieren, als ob du unantastbar bist. Es ist wichtig in diesem Prozess, auf dem Boden zu bleiben und dich zu erinnern, dass du ein Mensch bist, der nach etwas Großartigem strebt.“

          Im November musste Tsitsipas wegen seiner Verletzung bei den ATP Finals zurückziehen, Zverev bejubelte in Turin am Ende als strahlender Sieger seinen Triumph. Beide sind seit Längerem Protagonisten in dem Dauerthema um die Wachablösung im Herren-Tennis und die Zukunft der Sportart, die seit so vielen Jahren von der glänzenden Ära mit Novak Djokovic, Roger Federer und Nadal geprägt wird.

          Beide dürften sich in den kommenden Jahren immer wieder um wichtige Titel streiten. Einer Meinung sind Zverev und Tsitsipas nicht immer – wie auch die Debatte um die ausgedehnten Toilettenpausen zeigte, mit denen der Grieche im vergangenen Jahr den Zorn seiner Konkurrenten auf sich zog. Auf Grand-Slam-Ebene haben Tsitsipas, ATP-Final-Sieger von 2019, und Zverev wohl von sich bereits mehr erwartet.

          In Melbourne ist der Weltranglisten-Vierte nun schon mal zwei Schritte weitergekommen als der Olympiasieger, der überraschend im Achtelfinale gescheitert war. Seine Statistiken hat Tsitsipas mit dem dritten Halbfinale in Melbourne nach 2019 und 2021 und dem insgesamt fünften Grand-Slam-Halbfinale aufgepeppt. Er habe das Gefühl, er sei im Tunnel, sagte Tsitsipas und habe keinen Plan, dies zu ändern.

          Am heißen Mittwoch in Melbourne imponierte Tsitsipas mit seiner kompromisslosen Vorhand. Zwischenzeitlich bremste ihn nur eine Regenunterbrechung aus, in der das Dach der Rod-Laver-Arena geschlossen wurde und fleißige Ballkinder sowie Helfer mit Handtüchern den Boden trocken wischten. Ob es sein bisher bestes Match in dieser Saison war, wollte der Grieche nicht konkret beantworten.

          „Aber es war eine großartige Leistung von Anfang bis Ende ohne Zweifel“, sagte er. Diese Form soll ihn zu seinem ersten Grand-Slam-Titel führen. Im Juni 2021 hatte es im Endspiel der French Open lange danach ausgesehen, als ob Tsitsipas den Weltranglisten-Ersten Djokovic schocken könnte. Doch der Serbe verhinderte nach zwei verlorenen Sätzen noch den Coup. In Melbourne erhöht die Abwesenheit von Djokovic nun massiv die Titelchancen für Tsitsipas.

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