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Australian Open : Spielen, siegen, spenden

  • -Aktualisiert am

Die ersten 10.000 Euro hat er schon mal gespendet: Alexander Zverev gewinnt das Auftaktmatch. Bild: Reuters

Nur gute Nachrichten aus Melbourne von Angelique Kerber und Alexander Zverev. Beide gewinnen ihr Auftaktspiel. Und Zverev sorgt vor allem nach dem Match für große Begeisterung.

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          Der deutsch-italienische Abend endete mit Erleichterung und mit einem bemerkenswerten Coup. Nur eine Minute, nachdem Alexander Zverev seinen ersten Matchball zum Sieg gegen Marco Cecchinato verwandelt hatte (6:4, 7:6, 6:3), zog Angelique Kerber mit dem dritten gegen Elisabetta Cocciaretto nach (6:2, 6:2). Bei beiden kein verlorener Satz und Zuversicht für Runde zwei – das war nach den ersten beiden Wochen mit schwachen Auftritten von Zverev und einer immer wieder auftretenden Verletzung von Kerber eine gute Nachricht.

          Und Zverev schloss den Abend mit einer Ankündigung ab, die bemerkenswert klang. Im Interview auf dem Platz kündigte er an, für jedes Spiel, das er bei diesen Australian Open gewinne, 10.000 australische Dollar für die Opfer und die Folgen der Buschbrände zu spenden und sein komplettes Preisgeld für den Fall, dass er den Titel gewinnen sollte – 4,12 Millionen, umgerechnet 2,5 Millionen Euro.

          Später sagte er, er habe das Glück, in der Lage zu sein, so eine Gelegenheit nutzen zu können. „Es gibt Leute in diesem Land, in dem wir jedes Jahr vier Wochen zuhause sind, die ihr Heim und in manchen Fällen auch Angehörige verloren haben. Ich denke, wir sollte versuchen, auf jede mögliche Weise zu helfen.“ Nach den mittelprächtigen bis erschreckend schwachen Auftritten beim ATP Cup in Brisbane hatte er vor ein paar Tagen gesagt, er könne nicht garantieren, dass er in Melbourne besser spielen und gewinnen werde, aber er versprach, alles zu geben.

          Nun, die Art, wie er an diesem kühlen Abend in der Margaret Court Arena spielte, hatte tatsächlich keine Ähnlichkeit mit den verkorksten ersten Spielen des Jahres. Von Anfang an zeigte er eine andere Haltung, Fehler und Aufschlagverluste versuchte er möglichst schnell wieder wettzumachen, und obwohl sicher noch Raum für Verbesserungen blieb, sahen ihm alle aus seinem Team erleichtert zu.

          Cecchinato, Nummer 77 der Welt, lockte Zverev mit einer Serie von Stoppbällen immer wieder ans Netz, doch er gewann damit nicht zwangsläufig den Punkt. Als Zverev hinterher gefragt wurde, wie schwer ihm der Italiener den Sieg gemacht habe, meinte er mit einem Anflug von Ironie, er mache es sich ja oft genug selbst schwer. Auch diesmal gab es ein paar Momente, die unter diese Rubrik fielen, aber das alles sah um so viel besser aus als zuletzt. Zum ersten Mal seit sieben Monaten gewann er ein Spiel bei einem Grand-Slam-Turnier ohne Satzverlust, und auch das gehörte zu den guten Zeichen an diesem Abend.

          Auftakt mit Konsequenz: Angelique Kerber nimmt die erste Hürde bei den Australian Open.

          Angelique Kerber gab beim Sieg gegen Elisabetta Cocciaretto vom Ranglistenplatz 175 ebenfalls keinen Satz ab, aber die Italienerin war eine weitaus bessere Spielerin, als es das deutliche Ergebnis und der Ranglistenplatz glauben machen. Angelique Kerber hatte sich offensichtlich gut von ihrer Muskel-Verletzung am linken Oberschenkel erholt; sie machte einen souveränen Eindruck, nahm die Herausforderung der wendigen und mutig spielenden Gegnerin an.

          Es sei nicht so leicht gewesen, meinte sie hinterher, das seien Spiele der ersten Runde ja nie. Aber umso größer sei nun ihre Erleichterung, vor allem auch wegen der Sorgen um den Oberschenkel. Sie habe fast nichts mehr gemerkt, meinte sie, die Behandlungen hätten gut angeschlagen, und das allein stimme sie optimistisch.

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