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Quarantäne vor Australian Open : „Wir brauchen frische Luft zum Atmen“

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Grüße aus dem Hotelzimmer: Viele Tennisspieler sitzen in Australien erst einmal in der Quarantäne fest. Bild: AFP

Die Corona-Regeln vor den Australian Open sind besonders rigide. Etliche Tennisspieler müssen in Quarantäne und dürfen ihr Hotelzimmer nicht verlassen. Einige beschweren sich. Angelique Kerber hat auch alleine einen schönen Geburtstag.

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          Australian-Open-Turnierdirektor Craig Tiley hat nach einer Telefonschalte mit zahlreichen Tennisprofis die Kritik an den Quarantänebedingungen für Dutzende Teilnehmer nach mehreren positiven Corona-Tests abgewiegelt. Es handele sich um eine Minderheit, die meisten Spieler hätten kein Problem mit der derzeitigen Situation, zitierten australische Medien Tiley.

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          Die Australian Open sollen am 8. Februar starten. „An dem Anruf nahmen ungefähr 500 Spieler teil, und die überwiegende Mehrheit ist froh, hier zu sein und bereitet sich auf das Event vor. Die Berichte, die wir sehen, repräsentieren nicht die gesamte Spielergruppe – zum größten Teil verhalten sich die Spieler wirklich gut“, sagte Tiley.

          Bei den Charterflügen nach Melbourne ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen inzwischen auf neun gestiegen. Alle Mitreisenden müssen als Erstkontakt in ihren Hotels in eine strikte 14-tägige Quarantäne, darunter 72 Profis. Zu ihnen gehört auch Angelique Kerber, die das Turnier 2016 gewann. Diese Profis dürfen ihre Hotelzimmer nicht verlassen und auch nicht trainieren. „Das ist der Preis, den unsere Gäste und jeder, der nach Australien kommen will, bezahlen muss“, sagte Tiley dem Sender ABC.

          Laut Angaben der zuständigen Gesundheitsbehörden sind durch zwei weitere Infektionen erstmals im Vorfeld des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison nun auch gemeldete Aktive positiv auf das Virus getestet worden. Zwei weitere Fälle wurden angesichts einer bereits überwundenen Infektion als nicht mehr ansteckend eingestuft. Die Namen der neuen Corona-Patienten sind nicht bekannt. Das Gesundheitsministerium des Bundesstaates Victoria teilte lediglich mit, dass die Infektionen bei einer Frau in den Zwanzigern und zwei Männern in den Dreißigern festgestellt worden seien.

          Tiley dementierte, dass unter den Infizierten Profis seien. „Nein“, antwortete Tiley bei einer Pressekonferenz auf eine entsprechende Frage. „Unter den sechs Fällen aus dem Australian-Open-Kontingent plus dem einen, der ein Flugbegleiter war, sind keine Spieler“, sagte Tiley. „Sie gehören zum Begleittross der Profis.“

          Eine Änderung des Formats für Herren-Einzelspiele auf zwei Gewinnsätze schloss Tiley weiterhin aus. „Es gab keinen unmittelbaren Hinweis von Gesundheitsbeamten am Dienstag, dass die Anzahl der betroffenen Spieler zunehmen würde“, erklärte Tiley im TV-Sender Nine Network. „Wir sind ein Grand Slam“, sagte Tiley. Im Moment werde an den bisherige Regelungen festgehalten. Die nicht unmittelbar von den Fällen betroffenen Profis, die zwei Wochen lang die „normale“ Quarantäne absolvieren, dürfen für Training und Fitness fünf Stunden täglich aus dem Hotel.

          Die Kritik an der unterschiedlichen Behandlung und den Quarantänebedingungen wächst allerdings. So postete die kasachische Spielerin Julia Putinzewa, die Nummer 28 der Weltrangliste, auf Twitter zunächst ein Foto, auf dem sie mit einem Schild vor ihrem geschlossenen Hotelfenster steht. „Wir brauchen frische Luft zum Atmen“, ist darauf zu lesen. Die Fenster ließen sich nicht öffnen, schreibt sie, und fordert, mindestens zehn Minuten am Tag Zugang zu Frischluft zu bekommen. Inzwischen ist der Tweet wieder gelöscht. Zu sehen ist dagegen weiterhin, wie Putinzewa im Zimmer den Ball gegen die Wand schlägt und Fitnessübungen macht. Die zweimalige Australian Open-Gewinnerin Victoria Asarenka aus Belarus bat um Verständnis für die Situation aller Betroffenen.

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