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Zverev gegen Federer : Der Maestro und die „Brille“

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Geht’s noch höher hinaus für Mischa Zverev? Der Deutsche bei einem seiner regelmäßigen Netzbesuche gegen Andy Murray Bild: AP

Auf den größten Sieg folgt für Mischa Zverev das bedeutendste Match seiner Tennis-Laufbahn. Sein Gegner Roger Federer scheint schon wieder ganz der Alte - und an das letzte Duell erinnert Zverev sich gar nicht gerne.

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          Es kann für Mischa Zverev im größten Match seines Tennis-Lebens gegen Roger Federer nur besser werden als beim vorigen Mal. Vor dem Viertelfinale der Australian Open am Dienstag (9.00 Uhr MEZ/Live bei Eurosport) in Melbourne erinnert sich der 29-Jährige nicht gern an das letzte der bisher zwei Duelle. 2013 erlebte der Hamburger im Viertelfinale in Halle den Albtraum eines jeden Tennisspielers. Beim 0:6, 0:6 bekam Zverev die Höchststrafe verpasst - im Tennis wegen der Doppel-Null auch Brille genannt.

          Nach dem Coup gegen den Weltranglisten-Ersten Andy Murray spricht alles dafür, dass Zverev diesmal einen besseren Durchblick gegen Federer hat. Die Erinnerung an das Match gegen die langjährige Nummer eins ist natürlich noch da. „Ich habe schon mal gegen Federer gespielt, als der eins oder zwei stand, und eine Klatsche gekriegt in Halle“, sagte Zverev. Trotzdem sprach er von einem Traum, nun abermals gegen den langjährigen Branchenführer zu spielen.

          „Das wird ein anderes Spiel“: Szene vom 6:0, 6:0-Sieg des Schweizers im Juni 2013 in Halle

          Federer gibt nichts auf das Ergebnis von damals. „Das wird ein anderes Spiel. Ich freue mich für ihn nach den ganzen Riesen-Verletzungen, dass er wieder zurückgekommen ist.“ Ungewohnt stürmisch - mit einem Luftsprung und einem Jubelschrei - hatte der Grand-Slam-Rekordsieger seinen Achtelfinal-Erfolg bejubelt. Den Fünf-Satz-Sieg über den Japaner Kei Nishikori bezeichnete Federer als großen und speziellen in seiner Karriere.

          Zverev und die Ermahnung von Boris Becker

          Nach seiner eigenen halbjährigen Verletzungspause wegen Knieproblemen haben dem auf Rang 17 der Weltrangliste abgerutschten Maestro die vergangenen Erfolge über den Tschechen Tomas Berdych und Nishikori gezeigt, dass er physisch und spielerisch schon wieder ein ganz hohes Niveau erreicht hat. Und nach dem Aus von Titelverteidiger Djokovic und Murray ist für Federer plötzlich der 18. Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier keine unrealistische Möglichkeit mehr.

          Im ersten Duell in Rom 2009 hielt sich Zverev beim 6:7 (3:7), 2:6 wacker. Spannend wird, ob er nach dem Coup gegen Murray die Spannung aufrechterhalten kann. Nach seinem ersten überraschenden Erfolg über den US-Amerikaner John Isner war ihm das gut gelungen. Boris Becker hatte ihn nach dem Drittrunden-Erfolg über den Tunesier Malek Jaziri ermahnt, trotz aller Freude auf dem Boden zu bleiben. „Ich hoffe, dass ich das wieder auf die Beine bekomme“, sagte Zverev.

          Über den Sieg gegen Murray freute sich der Hanseat mit russischen Wurzeln eher still. Um ihn herum sei die Stimmung ruhig und gelassen, berichtete er, aus der Heimat gibt es nicht viel Ablenkung. „Mein deutsches Handy ist gerade ein bisschen kaputt, und die andere Nummer haben nicht so viele“, berichtete Zverev.

          „Es wird schwierig und anders und knifflig“

          Das ganze Drumherum, auf einem Centre Court gegen einen Top-Star zu spielen, hat er gerade gegen Murray und im vorigen Jahr in Shanghai gegen Djokovic erlebt. Deswegen kann er sich am Dienstagabend vor den 15.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena ganz auf seine Devise konzentrieren: „Ich sag mir immer nur: Triff einfach die richtigen Entscheidungen im richtigen Moment und sei mutig.“

          Der Linkshänder, der nach den Australian Open voraussichtlich erstmals zu den besten 40 der Welt gehört, wird seine Chance wieder mit vielen Netzangriffen suchen, vor allem nach eigenem Aufschlag. Das weiß Federer natürlich: „Es wird schwierig und anders und knifflig“, prophezeite der viermalige Australian-Open-Champion.

          Gegen einen Zverev hat er gerade erst verloren: Bei der inoffiziellen Mixed-WM um den Hopman Cup in Perth gewann nach drei Tiebreaks Zverevs zehn Jahre jüngerer Bruder Alexander, der Mischa nach dem eigenen Aus gegen Rafael Nadal die Daumen drückt und ihm auch nach einer Handgelenks-Operation und Rippenbrüchen zur Seite stand. „Er hat ein paar schwere Jahre gehabt, ich habe immer gesagt: Du hast noch ein paar gute Jahre vor Dir“, berichtete Alexander Zverev bei Eurosport. In Melbourne sollen es noch ein paar gute Tage werden.

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