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Australian Open : Aufregung über Matchball um 3.12 Uhr

  • Aktualisiert am

Nicht alle Zuschauer hielt es bis zum Ende auf ihren Sitzen. Bild: Reuters

Dass es bei den Australian Open schon einmal länger dauern kann, ist nicht ungewöhnlich. So spät wie das Zweitrundenspiel der aufgebrachten Johanna Konta begann aber noch nie eine Partie. Der Grund dafür ist kurios.

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          Die Britin Johanna Konta hat nach ihrem Aus in Melbourne die späte Ansetzung ihrer Zweitrundenpartie bei den Australian Open kritisiert. „Ich glaube nicht, dass das gesund ist – eigentlich ist es sogar ziemlich gefährlich“, sagte Konta. Das Match gegen die Spanierin Garbine Muguruza (4:6, 7:6, 5:7) hatte am Freitagmorgen um 0.30 Uhr Ortszeit begonnen und endete erst um 3.12 Uhr.

          Es war der späteste Beginn eines Grand-Slam-Matches in der Tennisgeschichte, allerdings nicht das späteste Ende. 2008 hatten Lleyton Hewitt (Australien) und Marcos Baghdatis (Zypern) ebenfalls im Melbourne Park sogar bis 4.34 Uhr am Morgen gespielt. Eine Entschuldigung für die Niederlage suchte Konta nicht. „Garbine und ich waren doch in derselben Situation“, sagte sie der BBC: „Unter diesen Umständen haben wir beide ein tolles Match gezeigt. Es ist schade, dass es nicht mehr Leute genießen konnten.“

          Der Start der Begegnung hatte sich verzögert, weil Alexander Zverev (Hamburg) und der Franzose Jeremy die Margaret Court Arena fast vier Stunden belegt hatten, Zverev gewann in fünf Sätzen. Ursprünglich sollte das Frauenmatch deshalb auf Platz 3 verlegt werden, „doch da war überall Möwendreck“, sagte Konta. Die Reinigung des Courts hätte zu lange gedauert.

          Die Vorjahressiegerin ist bei den Australian Open derweil ausgeschieden raus. Caroline Wozniacki aus Dänemark scheiterte am Freitag mit 4:6, 6:4, 3:6 an der früheren Siegerin Maria Scharapowa. Die Russin setzte sich im Duell der früheren Weltranglisten-Ersten nach 2:24 Stunden durch. „Ich hatte nicht viele Matches gegen Top-Spielerinnen im vorigen Jahr. Es ist eine Belohnung für die Arbeit, den letzten Punkt zu machen“, sagte die 31-Jährige.

          Wozniacki hatte im vergangenen Jahr an gleicher Stelle nach langer Wartezeit ihr erstes Grand-Slam-Turnier gewonnen. Scharapowa, die die vier größten Turniere vor ihrer Dopingsperre alle für sich entscheiden konnte, trifft im Achtelfinale am Sonntag auf die Australierin Ashleigh Barty. Die frühere US-Open-Siegerin Sloane Stephens aus den Vereinigten Staaten spielt dann gegen die Russin Anastassija Pawljutschenkowa. Angelique Kerber tritt erst später am Freitag zu ihrer Partie gegen die Australierin Kimberly Birrell an.

          Bei den Herren kam Titelverteidiger Roger Federer problemlos weiter. Der langjährige Weltranglisten-Erste aus der Schweiz qualifizierte sich zum 17. Mal für das Achtelfinale der Australian Open. Der Sieger der beiden vergangenen Jahre gewann 6:2, 7:5, 6:2 gegen den Amerikaner Taylor Fritz. Der 37 Jahre alte Federer brauchte für seinen Erfolg gegen den 21 Jahre alten Weltranglisten-50. nur 1:28 Stunden. Mit einem siebten Triumph in Melbourne wäre Federer alleiniger Rekordsieger des Grand-Slam-Turniers.

          Mit seinem 250. Sieg bei einem Grand-Slam-Wettbewerb hat sich auch Rafael Nadal für das Achtelfinale in Melbourne qualifiziert. Der einstige Tennis-Weltranglisten-Erste aus Spanien siegte am Freitag 6:1, 6:2, 6:4 gegen den Jahre alten Australier Alex de Minaur. Nadal schaltete damit in Melbourne auch in seinem dritten Turniermatch einen Lokalmatador aus. Trotz des klaren Ergebnisses benötigte der 32 Jahre alte Gewinner von 17 Grand-Slam-Titeln 2:22 Stunden für seinen Erfolg. Am Anfang des ersten und zweiten Satzes waren einige Spiele hart umkämpft. Am Sonntag trifft Nadal auf den erfahrenen Tschechen Tomas Berdych.

          Für den früheren Weltranglisten-Ersten Andy Murray könnte der Auftritt bei den Australian Open womöglich der letzte gewesen sein. Nach seinem Erstrunden-Aus hat Murray wegen seiner Hüftprobleme die Teilnahme für das ATP-Turnier in Marseille im Februar abgesagt. Das teilten die Veranstalter am Freitag mit. Offen blieb dabei, ob sich der 31Jaher alte Schotte einer zweiten Operation unterziehen wird. Murray hatte zum Wochenanfang in Melbourne erklärt, dies voraussichtlich in der kommenden Woche zu entscheiden.  Eigentlich würde sich der zweimalige Wimbledonsieger im Sommer gern dort verabschieden, nun könnte das Match gegen den Spanier Roberto Bautista Agut möglicherweise bereits sein letztes gewesen sein.

          In der Runde der letzten 16 an diesem Sonntag trifft Federer auf den aufstrebenden Griechen Stefanos Tsitsipas. „Das dürfte gut werden. Ich denke, wir werden athletisches Angriffs-Tennis sehen“, sagte Federer, der Tsitsipas vor kurzem beim Hopman Cup in Perth schlug. Der 20-Jährige, der die Nummer 15 der Welt ist, bezwang den Georgier Nikolos Bassilaschwili 6:3, 3:6, 7:6 (9:7), 6:4. Weiter kamen auch der einstige Wimbledonfinalist Tomas Berdych aus Tschechien und der von Andre Agassi betreute Bulgare Grigor Dimitrow. Alexander Zverev spielt am Samstag ab 9.00 Uhr MEZ gegen den Australier Alex Bolt.

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