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Australian Open : Raducanu raus – Entertainer Medwedew weiter

  • Aktualisiert am

In der zweiten Runde ausgeschieden: Raducanu Bild: AFP

Die Britin Emma Raducanu verliert in der zweiten Runde der Australian Open gegen Danka Kovinic. Die Schlaghand macht ihr weiterhin Probleme. Daniil Medwedew hingegen begeistert gegen Nick Kyrgios.

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          Beeinträchtigt durch Blasen an der Schlaghand ist US-Open-Siegerin Emma Raducanu bei den Australian Open in Melbourne bereits in der zweiten Runde ausgeschieden. Die 19-jährige Britin, Nummer 17 der Setzliste, verlor gegen Danka Kovinic (Montenegro) mit 4:6, 6:4, 3:6. Ab Mitte des ersten Satzes konnte Raducanu die Vorhand fast nur noch als Slice spielen, auch Behandlungspausen lösten ihr Problem nicht.

          In der ersten Runde von Melbourne hatte Raducanu, die seit dieser Saison von Angelique Kerbers langjährigem Erfolgscoach Torben Beltz trainiert wird, das Duell zweier New-York-Siegerinnen gegen Sloane Stephens (USA) mit 6:0, 2:6, 6:1 für sich entschieden. Im September 2021 hatte sie bei den US Open als erste Qualifikantin überhaupt ein Grand-Slam-Turnier gewonnen.

          Ebenfalls nicht mehr in Melbourne dabei ist Andy Murray (Großbritannien). Die frühere Nummer eins der Welt, in Melbourne mit einer Wildcard am Start, unterlag dem japanischen Qualifikanten Taro Daniel sang- und klanglos mit 4:6, 4:6, 4:6 und verließ danach tief enttäuscht die Anlage. In der ersten Runde hatte Murray ein episches Fünfsatzmatch gegen den Georgier Nikolos Basilaschwili gewonnen.

          Für seinen Chancenlos-Auftritt bei den Australian Open hatte Tennis-Routinier Philipp Kohlschreiber keine Erklärungen. Der 38-Jährige erwischte an diesem Donnerstag in Melbourne einen ganz schlechten Tag. Mit dem 1:6, 0:6, 3:6 erlebte der Augsburger ein heftiges Zweitrunden-Aus und schied als vorletzter deutscher Tennisprofi aus. „Ich kann es selber wirklich nicht erklären. Ich bin sehr selten sprachlos“, haderte der 38-Jährige: „Ich kann nicht sagen, was das Problem war.“

          Weiterhin Titelchancen für Medwedew

          US-Open-Gewinner Daniil Medwedew hat der Atmosphäre bei der Tennis-Show von Nick Kyrgios getrotzt und seine Titelchance bei den Australian Open gewahrt. Der Weltranglisten-Zweite gewann das Zweitrundenspiel gegen den Australier am Donnerstag in Melbourne 7:6 (7:1), 6:4, 4:6, 6:2. Kyrgios, bekannt als Provokateur und Entertainer, unterhielt und begeisterte in der Nightsession der rund zur Hälfte gefüllten Rod-Laver-Arena das Publikum und lieferte sich mit Medwedew teilweise spektakuläre Ballwechsel.

          Medwedew, der im September in New York seinen ersten Grand-Slam-Titel feierte, ist wegen des Fehlens des serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic der am höchsten platzierte Spieler bei den Australian Open. Im Kampf um den Achtelfinaleinzug bekommt es der 25-Jährige mit dem Niederländer Botic van de Zandschulp zu tun, der in der ersten Runde den Sauerländer Jan-Lennard Struff besiegt hatte.

          Kohlschreiber war chancenlos. Nach nur 1:28 Stunden Spielzeit musste der frühere Top-20-Spieler, mittlerweile nur noch die Nummer 134 der Welt, dem Spanier Bautista Agut gratulieren. 44 unerzwungene Fehler des ältesten im Herren-Feld verbliebenen Spielers waren gegen den konstanten Spanier viel zu viele.

          Elf von zwölf Deutschen sind raus

          „Ich kann nicht mal sauer, böse, enttäuscht sein“, sagte Kohlschreiber: „Es war heute durch und durch verhext. Es hätte nicht schlimmer gehen können.“ In der ersten Runde hatte der Augsburger in drei Sätzen gegen den Italiener Marco Cecchinato 6:4, 7:5, 7:6 (7:0) gewonnen – zwei Tage später lief nichts zusammen. „Ich würde persönlich behaupten, es war das wahrscheinlich unerklärlichste Gefühl auf dem Platz, was ich bis dato gesehen habe“, sagte er. Er könne diese Niederlage nur mit „Galgenhumor“ nehmen, meinte er und berichtete: „Mein Coach hat gesagt: ‚Er haut sich jetzt erst mal einen Burger rein'.“

          Von anfangs zwölf deutschen Tennisprofis – neun Herren und drei Damen – ist damit nur noch Zverev im Feld des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison vertreten. Der Weltranglisten-Dritte aus Hamburg trifft am Freitag als klarer Favorit auf Radu Albot aus Moldau. In Australien strebt der 24-Jährige seinen ersten Grand-Slam-Titel an.

          Einen deutschen Erfolg gab es immerhin im Doppel. Die Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff und Dominik Koepfer setzten sich mit 6:3, 6:3 gegen die Serben Filip Krajinovic und Matej Sabanov durch. Im Einzel war für Struff schon in Runde eins, für Koepfer in Runde zwei Schluss gewesen. Bei den Damen hatten weder Angelique Kerber noch Andrea Petkovic oder Tatjana Maria ihre Erstrundenaufgabe überstanden.

          Mit dem Zweitrunden-Aus der spanischen Weltranglisten-Dritten Garbiñe Muguruza erlebte die Damen-Konkurrenz am Donnerstag eine Überraschung. Die 28 Jahre alte Weltklasse-Tennisspielerin verlor überraschend gegen die ungesetzte Französin Alizé Cornet mit 3:6, 3:6. Die frühere Wimbledon- und French-Open-Gewinnerin Muguruza stand vor zwei Jahren im Endspiel der Australian Open.

          Als weitere Top-Ten-Spielerin schied in der zweiten Runde die Estin Anett Kontaveit aus. Die Weltranglisten-Siebte unterlag der erst 19 Jahre alten Dänin Clara Tauson 2:6, 4:6.

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