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Australian Open : Böses Erwachen für Angelique Kerber

  • -Aktualisiert am

Niederlage in der ersten Runde: Kerber scheitert gegen die Estin Kaia Kanepi. Bild: AP

Ihren Geburtstag hätte Angelique Kerber gerne anders verbracht. Bei den Australian Open verliert sie in der ersten Runde gegen die Estin Kaia Kanepi. Auch Jan-Lennard Struff scheidet aus. Nur Philipp Kohlschreiber ist zufrieden.

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          Natürlich hatte sie gehofft, dass es irgendwie reichen würde für ein paar Siege in Melbourne, aber es brach keine Welt zusammen, als es anders kam. Klar, das sei sicher nicht ihr bestes Tennis gewesen, meinte Angelique Kerber nach ihrer Niederlage in Runde eins der Australian Open am Dienstag gegen Kaia Kanepi (4:6, 3:6), aber in der Vorbereitung habe ihr einfach die Zeit gefehlt.

          Zwei Wochen Pause im Dezember nach einem positiven Corona-Test hatten den Plan für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres torpediert, die daraus entstandene Unsicherheit zeigte sich in vielen Phasen des Spiels.

          Alle deutschen Teilnehmerinnen raus

          Kanepi, die Gegnerin aus Estland, steht in der aktuellen Weltrangliste auf Platz 115, aber sie gehörte schon zu den besten 20. Sie brachte genügend Routine mit, um ihre Chance angesichts der Wellenbewegungen in Kerbers Spiel zu nutzen. So wurde es am Ende eine relativ klare Sache, und wie im vergangenen Jahr war Runde eins für die Siegerin des Jahres 2016 Endstation. Vor zwölf Monaten hatte Angelique Kerber zwei Wochen harte Quarantäne in Melbourne überstehen müssen, auch diesmal lief die Vorbereitung nicht nach Wunsch.

          Das Frauenturnier der Australian Open wird damit ohne deutsche Beteiligung weitergespielt, nachdem tags zuvor schon Andrea Petkovic und Tatjana Maria verloren hatten. Damit bestätigt sich ein Eindruck aus dem vergangenen Jahr, denn bereits bei den French Open in Paris hatte keine deutsche Spielerin die zweite Runde erreicht.

          In Melbourne muss man allerdings sehr weit in die Vergangenheit blicken, um Vergleichbares zu finden – 1977 fand eine zweite Runde ohne deutsche Beteiligung statt, allerdings aus einem extrem logischen Grund: Es war von Anfang an keine Starterin dabei. Philipp Kohlschreiber war damals noch nicht im Spiel, obwohl man irgendwie das Gefühl haben könnte, das Gegenteil sei der Fall. Die Australian Open sind das 68. Grand-Slam-Turnier des Bayern seit 2003, nur fünf Kollegen haben und hatten mehr zu bieten; angeführt wird die Liste von Roger Federer mit 81 Starts.

          Im Spätherbst seiner Karriere gönnte er sich mit einem Sieg in drei Sätzen gegen den Italiener Marco Cecchinato wieder ein Erfolgserlebnis. Es verbinden ihn eine Menge schöner Erinnerungen mit diesem Turnier, und die lange Zeit auf der Tour fasst er in den wunderbaren Worten zusammen: „Ich sag manchmal, man ist schon so lange dabei, dass man eigentlich nicht mehr wegzudenken ist.“

          Ein echter Kohlschreiber, dieser Spruch; ein bisschen ironisch, ein bisschen frech und zielsicher auf den Punkt gebracht. Der Augsburger steht nun am Donnerstag vor einer schwierigeren Aufgabe gegen den an Position 15 gesetzten Spanier Roberto Bautista Agut. Vor ihm waren am Montag bereits Alexander Zverev, Dominik Koepfer, Yannick Hanfmann und Oscar Otte weitergekommen.

          Für Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff sind die Australian Open unterdessen bereits in der ersten Runde zu Ende gegangen. Mit einem deutlichen 4:6, 3:6, 2:6 gegen den Niederländer Botic van de Zandschulp verabschiedete sich der 31 Jahre alte Tennisprofi aus Warstein am Dienstag aus der Einzel-Konkurrenz.

          Die Enttäuschung war „riesig“. Dabei hatte es am Anfang eigentlich gut ausgesehen, mit 4:2 hatte die Nummer 52 der Welt vorn gelegen. „Auf einmal steht es 4:6, wo es auf einmal so schnell wegläuft“, haderte Struff. „Dann hab ich mich eigentlich wieder ganz ordentlich berappelt, doch dann habe ich mir das Leben wieder selbst schwer gemacht. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich war nicht happy, wie ich gespielt habe. Das war echt nicht gut.“

          Für Struff setzte sich damit eine Negativserie bei den Australian Open fort. Nur 2018 gewann der Sauerländer in Melbourne ein Einzel, zum achten Mal nimmt er in diesem Jahr teil. Warum ihm der erste sportliche Höhepunkt der Tennis-Saison nicht liegt, kann er sich selbst nicht erklären. „Ich weiß nicht, wieso das hier nicht so gut läuft“, rätselte Struff und überlegte als eine Variante: „Die Plätze sind relativ schnell. Ich brauche manchmal ein bisschen Zeit für mein Spiel. Aber normalerweise könnte mir das eigentlich auch gut liegen.“

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