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Australian Open : Djokovic ist einfach nicht aufzuhalten

  • -Aktualisiert am

Beide Arme in die Luft: Novak Djokovic jubelt über seinen Finaleinzug Bild: Reuters

Im Halbfinale der Australian Open lässt Novak Djokovic dem Schweizer keine Chance und zieht nahezu problemlos ins Endspiel ein. Vor allem in den ersten beiden Sätzen wird Roger Federer von dem Serben überrollt.

          Auf den schnurgeraden Straßen im Herzen Australiens sind die sogenannten Road Trains unterwegs; Sattelzüge mit mehreren Anhängern, furchterregend lang. Nun ist Novak Djokovic zwar deutlich beweglicher als ein solcher Zug, aber die Art, wie er in den ersten beiden Sätzen durch das Halbfinale gegen Roger Federer bretterte, forderte den Vergleich mit den Überlandmaschinen geradezu heraus.

          Nach weniger als einer Stunde führte er bereits 6:1, 6:2, und die Leute auf den Rängen sahen sprachlos zu. Zum Glück erholte sich Federer danach leidlich und gewann den dritten Satz, aber zu mehr reichte es nicht. Um diesen Zug aufzuhalten, hätte man drei massive Straßensperren auf einer Strecke von hundert Metern gebraucht.

          Mit hundert leichten Fehlern

          Vielleicht hatten Djokovics Probleme vor ein paar Tagen beim mühsamen Erfolg gegen den Franzosen Gilles Simon und Federers souveräne Siege in den Runden zuvor zu der Annahme geführt, der Schweizer könne nach dreieinhalb Jahren bei einem Grand-Slam-Turnier vielleicht wieder gegen den Rivalen gewinnen. Aber man konnte die Sache natürlich auch so sehen wie Boris Becker. Der meinte, wenn sein Mann in der Lage sei, so wie neulich selbst mit hundert leichten Fehlern zu gewinnen, dann zeige das doch vor allem, wie gut Djokovic in Form sei.

          Hinterher waren sich die Konkurrenten nicht ganz einig in ihrem Urteil über das Qualitätssiegel der ersten beiden Sätze. Federer meinte, er habe den anderen schon öfter so spielen sehen. Außerdem, fügte er an: „Es ist mir egal, ob ich einen Satz 1:6 oder 6:7 verliere. Ich wusste nur, wie wichtig es ist, den ersten Satz zu gewinnen, denn wenn er einmal am Rollen ist, dann ist er nur schwer aufzuhalten.“ Djokovic fand, er habe sicher schon Spiele mit ähnlicher Qualität gezeigt, aber gegen Federer seien das die beiden besten Sätze gewesen, die er je gespielt habe.

          Hadert mit sich selbst: Roger Federer verschlief die ersten beiden Sätze

          Fest steht, dass er nun zum ersten Mal in seiner Karriere im Vergleich mit Federer eine positive Bilanz hat (23:22), dass er gegen alle anderen Herausforderer sogar weitaus bessere Bilanzen vorlegen kann und dass man sich fragen muss, wer diesen Zug aufhalten kann. Federer versichert, er sei immer noch zuversichtlich, Djokovic bei einem großen Turnier noch mal besiegen zu können; „Ich weiß, dass das nicht einfach wird, aber das hab ich nie gedacht. Novak ist im Moment der Maßstab für uns alle.“

          Was dieser Sieg (6:1, 6:2, 3:6, 6:3) im System des Serben wert ist, das sah man an dessen Reaktion nach dem Matchball. Er reckte die Arme in die Luft und gönnte sich bubenhafte Freude – ganz im Gegensatz zu den Spielen vorher, auf deren Ende er eher geschäftsmäßig reagiert hatte. Aber wie sollte man auch glauben, dass Siege gegen Federer für ihn jemals zur Tagesordnung gehören könnten?

          Am Sonntag wird Novak Djokovic zum 19. Mal im Finale eines Grand-Slam-Turniers erscheinen, vor ihm in der Liste stehen noch Federer (28) und Rafael Nadal (20). Es wird das fünfte Finale in Folge bei einem der großen vier Turniere sein, sein sechstes in Melbourne. Und in der Rod Laver Arena war er bisher am Ende ebenso unbesiegbar wie die Kollegin Serena Williams. Er wird nun zwei Tage Zeit haben, um sich etwas zu entspannen und auf die letzte Prüfung vorzubereiten, im Gegensatz zum Sieger des zweiten Halbfinales, der nur einen Tag Pause haben wird. Andy Murray und der Kanadier Milos Raonic spielen Freitag (9.30 Uhr / live bei Eurosport) um den Platz des Herausforderers. Und damit um den besten Platz in der Arena, dem Ersten der Weltrangliste bei der Arbeit zuzusehen.

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