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Australian Open : Achtelfinal-Pleite für Angelique Kerber

  • Aktualisiert am

Vergebliche Mühe: Angelique Kerber im Match gegen Danielle Collins. Bild: Reuters

Das ging schnell: Nach weniger als einer Stunde muss Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber den Platz in Melbourne als Verliererin verlassen. Ihre Kontrahentin steht auf der Weltrangliste nicht besonders weit vorne.

          Titelanwärterin Angelique Kerber hat sich mit einer krachenden Achtelfinal-Niederlage von den Australian Open verabschiedet. Die Siegerin von 2016 hatte der Amerikanerin Danielle Collins beim 0:6, 2:6 am Sonntag in Melbourne kaum etwas entgegenzusetzen. Die Tennis-Weltranglisten-Zweite hatte im vergangenen Jahr noch knapp das Endspiel verpasst und holte im Sommer dann den Wimbledontitel. Nach dem Aus der 31 Jahre alten Norddeutschen ist von den einst 13 deutschen Startern nur noch Alexander Zverev dabei. Der Hamburger bestreitet an diesem Montag sein Achtelfinale gegen den Kanadier Milos Raonic.

          „Ich habe versucht, alles zu machen. Es kam einfach nichts zusammen. Es gibt solche Tage“, sagte Kerber. „Ich habe nur reagiert, ich kam nicht in mein Spiel. Mein Aufschlag war von Anfang an nicht so gut.“ Ihrer Bezwingerin, die sie im vorigen Jahr auf Rasen klar geschlagen hatte, bescheinigte sie eines der besten Spiele in deren Karriere.

          Von Beginn an entpuppte sich die Weltranglisten-35. Collins als Gegnerin von anderer Klasse als Kerbers bisherige drei Kontrahentinnen aus den hinteren Regionen der Weltrangliste. An einem herrlichen, nicht zu heißen Sommertag diktierte die 25 Jahre alte Amerikanerin in ihrem ersten Grand-Slam-Achtelfinale das Geschehen und lag nach nur sieben Minuten 3:0 in der Margaret-Court-Arena vorn. Dort hatte sie am ersten Turniertag die deutsche Nummer zwei Julia Görges mit ihren harten Grundschlägen ausgeschaltet. Das war ihr erster Erfolg überhaupt im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers.

          Nie ins Spiel gefunden

          Kerber hatte vorher erklärt, dass ihre Gegnerin „hopp oder topp“ spiele, konnte aber zunächst wenig ausrichten und gab zudem mit zwei Doppelfehlern gleich ihr erstes Aufschlagsspiel ab. Der nächste bedeutete dann gar das 0:4, bis dahin hatte Kerber gerade einmal vier Punkte gemacht. 9:27 hieß die Bilanz am Ende des nur 20 Minuten dauernden Satzes, den Kerber mit einem Vorhandfehler beendete.

          Danach verließ sie kurz den Platz, um sich zu sammeln. Mit einem „Komm jetzt“ feuerte sie sich nach dem ersten gewonnenen Ballwechsel an, mit einem weiteren nach dem Break zum 1:0. Collins konterte zwischendurch nach einem erfolgreichen Stoppball mit einem wesentlich lauteren „Come on“ und griff Kerbers zu schwachen Aufschlag weiter kompromisslos an.

          Nach dem 1:2-Rückschlag flog auf dem Weg zur Bank der Schläger, dafür gab es eine Verwarnung. Nach dem nächsten Fehler schimpfte Kerber auf dem Platz: „Ich treff’ keinen Ball, keinen Ball!“ Dann zeigte die Gewinnerin von drei Grand-Slam-Titeln an, dass sie weiter ins Feld gehen wollte. Doch Collins gab ihr dazu wenig Gelegenheit, schickte die Favoritin weiterhin von einer Ecke in die andere und streute auch kurze Bälle und Netzangriffe ein. Nach dem 2:2-Zwischenstand zog sie wieder davon, mit einem erfolgreichen Stopp beendete sie nach nur 56 Minuten die unerwartet einseitige Partie.

          Scharapowa raus

          Auch die frühere Tennis-Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa schied in Melbourne im Achtelfinale aus. Die einstige Siegerin aus Russland, die zudem noch dreimal im Finale stand, verlor am Sonntag 6:4, 1:6, 4:6 gegen die australische Lokalmatadorin Ashleigh Barty. In der Runde zuvor hatte die 31 Jahre alte Scharapowa noch Titelverteidigerin Caroline Wozniacki aus Dänemark ausgeschaltet. Nach dem Gewinn des ersten Satzes leistete sich Scharapowa eine Schwächephase bis zum 0:4 im dritten Satz. Den möglichen Ausgleich zum 4:4 verpasste sie bei ihrer Aufholjagd.

          Barty trifft in ihrem ersten Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier auf die Tschechin Petra Kvitova. Die zweimalige Wimbledonsiegerin gewann zuvor in Melbourne 6:2, 6:1 gegen die erst 17 Jahre alte Amerikanerin Amanda Anisimova. Die talentierte Weltranglisten-87. konnte die Partie nur in der Anfangsphase offenhalten.

          Die in New York geborene Tochter russischer Eltern war die erste Achtelfinalistin bei einem Grand-Slam-Turnier, die im neuen Jahrtausend geboren wurde. Bei den Herren stand noch kein im Jahr 2000 oder später geborener Spieler unter den letzten 16 bei einem der vier wichtigsten Tennis-Turniere.

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