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Zum 30. Geburtstag bekam Angelique Kerber (rechts) eine Torte von Turnierdirektor Craig Tiley. Bild: EPA

Australian Open : Kerbers pikantes Duell mit Scharapowa

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In der Hitze machte Angelique Kerber in Runde zwei der Australian Open kurzen Prozess. Danach gab es ein Ständchen und ein Glas Wein am Strand. Nun wartet ein prickelndes Duell auf die Deutsche.

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          Nach dem Geburtstagsständchen der Zuschauer im Stadion wünschte sich Angelique Kerber ein Eis zur Abkühlung, abends ein Glas Wein am Strand – und erst dann wollte sie sich mit ihrer nächsten Gegnerin Maria Scharapowa beschäftigen. „Ich weiß, was auf mich zukommt. Ich rechne mit einer starken Scharapowa“, sagte die letzte verbliebene deutsche Tennisspielerin vor dem prickelndsten aller Drittrunden-Matches bei den Australian Open an diesem Samstag (Live bei Eurosport).

          Alexander Zverev trifft dann nach seinem Sieg im deutschen Duell mit Peter Gojowczyk auf das südkoreanische Top-Talent Chung Hyeon, und auch Maximilian Marterer ist überraschend noch dabei. Der 22 Jahre alte Nürnberger rang den Spanier Fernando Verdasco in fünf Sätzen nieder. „Das war das schönste und wichtigste Match meiner Karriere“, sagte Marterer, der gegen Tennys Sandgren sogar aussichtsreich in den Kampf um den Einzug ins Achtelfinale geht. Der Amerikaner bezwang überraschend den früheren Turniersieger Stan Wawrinka aus der Schweiz, der nach langer Verletzungspause sein Comeback gab. Jan-Lennard Struff hatte gegen Roger Federer keine Chance. Er unterlag dem Titelverteidiger 4:6, 4:6, 6:7 (4:7). Andrea Petkovic verabschiedete sich mit einem 6:4, 0:6, 0:6 gegen Lauren Davis aus den Vereinigten Staaten.

          Bei Temperaturen von fast 40 Grad Celsius versuchte Kerber, sich an ihrem 30. Geburtstag nicht länger als nötig auf dem Platz aufzuhalten. „Man denkt, ein Föhn bläst einem die ganze Zeit ins Gesicht, meine Schuhe haben sich so heiß angefühlt wie selten“, sagte die Kielerin nach ihrem 6:4, 6:1-Erfolg gegen die Kroatin Donna Vekic. Während der Seitenwechsel packte sie sich permanent Eis-Handtücher in den Nacken, schon vormittags trank sie mehr als sonst. „Die Wettersituation war nicht so einfach, aber am Ende ist es für alle gleich“, sagte Kerber vor dem achten Duell mit Scharapowa.

          15 Monate war die Russin wegen Dopings gesperrt, die Branchenwertung weist sie aktuell nur noch als Nummer 48 aus. Doch alleine aufgrund ihres unerschütterlichen Selbstbewusstseins, ihres ungebrochenen Ehrgeizes und ihrer Erfolge in der Vergangenheit gilt die Australian-Open-Siegerin von 2008 und fünfmalige Grand-Slam-Gewinnerin als eine der unangenehmsten Protagonistinnen im Feld. „Sie ist zurück, und sie ist auch wieder gefährlich“, sagte Kerber.

          Mit jedem Match befreit sich die einstige Nummer eins und zweimalige Grand-Slam-Championesse mehr und mehr aus ihrer Krise. Elfmal in Serie hat sie nun nicht mehr verloren. Beim Hopman Cup gewann sie all ihre Einzel, beim WTA-Turnier in Sydney feierte sie ihren ersten Titel seit den US Open 2016. Und auch bei den Australian Open tritt sie bislang wieder so auf wie im Jahr ihres märchenhaften Aufstiegs.

          Das bekam auch die Freundin des früheren Schweizer Champions Stan Wawrinka, der nach einem 2:6, 1:6, 4:6 gegen Sandgren ebenfalls scheiterte, während der 70 Minuten in der dampfenden Margaret Court Arena zu spüren. Den Blick in die Box ihrer Gegnerin und zu ihrem ehemaligen Coach Torben Beltz vermied Kerber während des Matches, doch in den Katakomben wurden später Glückwünsche ausgetauscht. „Er hat mir gratuliert, wir haben uns ganz normal unterhalten“, erzählte Kerber tiefenentspannt.

          Nur über den umstrittenen Auftritt Scharapowas, die bei der Auslosung die Trophäe präsentiert und eine Debatte über den Umgang mit der einst wegen Dopings gesperrten Russin ausgelöst hatte, wollte Kerber nichts sagen. Überhaupt sei das Thema jetzt durch. „Sie hat ihre Sperre abgesessen“, sagte Kerber. Und zeigte sich auch wenig später großzügig, als sie das Geburtstagstorten-Geschenk der Turnierleitung zwar anschnitt, den Großteil aber im Pressezentrum auftischen ließ.

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