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Australian Open : „Es liegt alles an mir“

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Alexander Zverev (r.) zeigt sich zuversichtlich vor den Australian Open. Für Naomi Osaka, Coco Gauff, Caroline Wozniacki und Stefanos Tsitsipas gibt er den Fotografen. Bild: EPA

Angelique Kerber dämpft vor den Australian Open die Erwartungen. Alexander Zverev zeigt sich nach seinem Tief dagegen zuversichtlich. Beide müssen mit der dicken Luft in Melbourne klarkommen.

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          Der deutsche Tennis-Spitzenspieler Alexander Zverev hat die verrauchte Luft in Melbourne infolge der Buschbrände selbst in den überdachten Arenen zu spüren bekommen. Es herrsche selbst in den Hallen immer „ein bisschen Nebel“. Das sei „ein bisschen komisch“ gewesen, sagte der 22-Jährige am Freitag über seine Trainingseinheiten vor den Australian Open unter geschlossenem Dach.

          Am Dienstag und am Mittwoch war die Luftqualität in Melbourne so schlecht, dass sie zu einem verzögerten Beginn der Qualifikation geführt hatte. Angelique Kerber will den Organisatoren vertrauen. „Das ist natürlich eine ganz neue Situation für jeden“, sagte die Kielerin. „Aber ich bin mir sicher, dass die das gut hinbekommen und dass wir hier nichts riskieren. Ich denke, das ist Priorität Nummer eins.“

          Die frühere Weltranglisten-Erste berichtete, die Spieler seien in mehreren E-Mails über die Situation informiert worden und stünden im Austausch mit den Veranstaltern und dem medizinischen Team vor Ort. „Die kümmern sich, das muss ich sagen“, sagte Kerber. Zuvor waren die Organisatoren teils heftig dafür kritisiert worden, die Spiele am Dienstag nicht verlegt zu haben, obwohl den Bewohnern der Millionen-Metropole geraten worden war, drinnen zu bleiben. Die slowenische Qualifikantin Dalila Jakupovic hatte am Dienstag trotz guter Siegchancen aufgegeben. Auch bei einem Einladungsturnier in Melbournes Stadtteil Kooyong hatten Spieler über Atemprobleme, Husten und Schwindel geklagt.

          Am Wochenende droht abermals schlechtere Luftqualität in Melbourne. Turnierdirektor Craig Tiley hatte versichert, dass die Gesundheit von Spielern, Besuchern sowie Mitarbeitern Priorität habe. Mit eigenen Messstationen auf der Anlage sollen die Werte in kurzen Zeitabständen überprüft und die Partien gegebenenfalls unterbrochen werden.

          Trotz ihrer Oberschenkelverletzung sieht Kerber ihre Teilnahme nicht gefährdet. „Ich bin zuversichtlich, dass ich das hinbekomme“, sagte die derzeit beste deutsche Tennisspielerin und zeigte sich erleichtert, nicht gleich am ersten Turniertag gefordert zu sein: „Ich bin froh, dass ich am Dienstag spiele. Das hilft mir schon viel.“ Beim ersten Grand-Slam-Turnier der neuen Saison wird die Weltranglisten-18., die am Samstag ihren 32. Geburtstag feiert, zunächst auf eine Qualifikantin treffen.

          Angelique Kerber: „Ich will mir ein bisschen Zeit geben, zurückzukommen, meinen Rhythmus zu finden.“

          Am Mittwoch hatte Kerber in ihrem Achtelfinal-Match beim WTA-Turnier in Adelaide gegen Dajana Jastremska aus der Ukraine aufgegeben. „Der Schmerz war da, und ich wollte auch nicht zu viel riskieren“, sagte Kerber und sprach von einer Verhärtung in der hinteren Oberschenkel-Muskulatur. Auch aufgrund des schwachen Saisonstarts will sich die dreimalige Grand-Slam-Siegerin nicht zu sehr unter Druck setzen. „Ich kann noch nicht ganz einschätzen, wo ich gerade stehe“, sagte sie. „Ich will mir ein bisschen Zeit geben, zurückzukommen, meinen Rhythmus zu finden. Es ist mehr ein Prozess für das ganze Jahr.“

          Zverev hat „hart gearbeitet“

          Zverev hat nach seinen schwachen Leistungen beim ATP Cup in Brisbane Sonderschichten im Training eingelegt. „Ich habe hart gearbeitet. Ich habe in dieser Woche mehr trainiert als jeder andere, fünf, sechs, sieben Stunden täglich“, berichtete er. Zverev war nach seinen drei Niederlagen beim ATP Cup am Sonntag nach Melbourne gekommen. „In Brisbane wusste ich wirklich nicht, was ich machen sollte“, bekannte der Weltranglistensiebte. „Ich war hektisch, ich war unruhig, ich hatte Probleme, die ich nicht lösen konnte.“ Er habe, ergänzte der 22-Jährige, „noch nie vor einem Grand Slam so schlecht gespielt“.

          Zverev trifft ebenfalls am Dienstag in seinem ersten Match im Melbourne Park auf den Italiener Marco Cecchinato. Er werde allerdings nicht auf die weitere Auslosung schauen, betonte Zverev, diesen Fehler habe er früher immer gemacht. Diesmal werde er nun von „Match zu Match“ denken.

          Die Notwendigkeit für einen neuen Trainer neben seinem Vater Alexander Zverev senior sieht er nicht. „Ich habe den Eindruck, dass ich mein Tennis selbst auf dem Platz finden muss.“ Sein schwacher Saisonstart habe nichts mit seinem Team zu tun. „Es ist nicht deren Schuld, dass ich schlecht gespielt habe. Sie machen ihren Job besser, als sie es machen müssen. Es liegt alles an mir.“

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