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Andrea Petkovic : Die Drama-Queen des deutschen Tennis

  • -Aktualisiert am

Gespielt, gesetzt, wieder gespielt, gewonnen: Andrea Petkovic weiß sich in Melbourne zu inszenieren. Bild: EPA

Andrea Petkovic stiehlt allen deutschen Spielerinnen die Show, einschließlich Angelique Kerber. Ihr Erfolg bei den Australian Open vor der Partie gegen Lauren Davis hängt auch damit zusammen, was in der Silvesternacht passierte.

          3 Min.

          Es ist lange her, dass Andrea Petkovic auf dem Tennisplatz für positive Schlagzeilen in großen Lettern sorgte. So lange, dass viele den Glauben daran verloren, es noch einmal zu erleben. Aber fast drei Jahre nach ihrem letzten Turniersieg, nach einer Zeit voller bitteren Niederlagen, die gelegentliche zarte Hoffnungsschimmer schnell wieder schwärzten, spielte sich die 30 Jahre alte Darmstädterin am Dienstag bei den Australian Open wieder einmal ins Rampenlicht. In einem dreistündigen Marathon-Match, das nicht nur an den Nerven der Spielerinnen, sondern auch an denen der Zuschauer zerrte, besiegte die ehemalige Top-Ten-Spielerin die zweimalige tschechische Wimbledonsiegerin Petra Kvitova 6:3, 4:6, 10:8. Damit stahl Petkovic allen anderen deutschen Spielerinnen die Show, einschließlich Angelique Kerber. Die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste bestätigte zwar ihre Rückkehr zu alter Stärke mit einem beeindruckenden 6:0, 6:4 über Anna-Lena Friedsam aus Neuwied. Aber so erfreulich und hoffnungsvoll ihre Perspektiven für den weiteren Turnierverlauf nach ihrem zehnten Sieg im zehnten Einzel des jungen Jahres nun auch sein mögen, an diesem Tag wurde sie von Petkovic überstrahlt.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Der Drama-Queen des deutschen Damen-Tennis – viele ihrer Matches führen sie und ihr Publikum über eine Achterbahn der Gefühle – gelang wieder einmal eine Inszenierung der Spitzenklasse. Den ersten Satz dominierte sie gegen die hohe Favoritin, und auch im zweiten erarbeitete sie sich einige Chancen, um rasch in die zweite Runde einzuziehen. Aber wie so oft in der Vergangenheit ließ sie günstige Gelegenheiten aus und verlor den Durchgang. Das war es dann, dachten die Petkovic-Kenner auf der Tribüne, die eine Fortsetzung der so oft erlebten Geschichte erwarteten: gut begonnen, Faden verloren, der Verzweiflung hingegeben, Spiel verloren. Aber als die Darmstädterin im Entscheidungsdurchgang plötzlich 4:0 und 40:15 bei eigenem Aufschlag führte, da glaubten auch die größten Zweifler, viel könne nicht mehr schiefgehen.

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