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Tennis-Kommentar : Das Geheimnis von Djokovic

  • -Aktualisiert am

Aus und vorbei: Novak Djokovic scheidet bei den Australian Open früh aus. Bild: EPA

Novak Djokovic scheitert früh bei den Australian Open. Von der einst unerschütterlichen Entschlossenheit ist bei ihm nichts zu spüren. Doch dramatische Prophezeiungen sind auch unangebracht.

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          Bekanntlich trennten sich die Wege von Novak Djokovic und Boris Becker Ende des vergangenen Jahres. Keiner der beiden sprach in der Öffentlichkeit über die Gründe, Spekulationen gab es reichlich, unter anderem auch die, Becker sei nicht einverstanden gewesen mit der Rolle, die sein Partner dem spanischen Mentaltrainer Pepe Imaz gestatten wollte. Zu Beginn der Australian Open hatte Djokovic die Frage, wie sein Team derzeit aussehe, mit den Namen seines langjährigen Coaches Marian Vajda und des Assistenten Dusan Vemic beantwortet, Imaz erwähnte er nicht. Aber er sagte, er habe das Gefühl, nach drei, vier schwächeren Monaten im vergangenen Jahr wieder auf dem richtigen Weg zu sein. Und im Übrigen sehe er seine Entwicklung als Lernprozess an, bei dem es darauf ankomme, jederzeit unter Berücksichtigung der Umstände das Beste aus sich herauszuholen.

          Die Erklärung gipfelte in dem Satz, jede Zelle des Körpers verändere sich an jedem Tag. Es ist weniger die Niederlage gegen Denis Istomin an sich, die glauben macht, es seien nach wie vor noch diverse Prozesse in Gang bei Djokovic. Bis Mitte des vergangenen Jahres hatte der Serbe stets den Eindruck hinterlassen, mit eisenhartem Willen und Entschlossenheit sei alles zu erreichen. Warum diese unerschütterliche Entschlossenheit am Donnerstag in Melbourne ebenso wenig zu sehen war wie beispielsweise während des ATP-Finales im November in London, bleibt bis auf weiteres sein Geheimnis.

          Der Sieg zuletzt in Doha war offenbar nur eine Zwischenstation, die Dinge sind noch im Fluss. Woran es noch fehlt, um zur gewohnten Klasse zurückkehren zu können, wird er selbst am besten wissen, aber man sollte ihn besser verschonen mit dramatischen Prophezeiungen. Möglich, dass er in ein paar Wochen wieder mit neuer alter Souveränität gewinnt, ebenso gut möglich, dass die Suche länger dauern wird. Liefe im Sport und im Leben alles geradeaus, wäre die Sache ziemlich langweilig und berechenbar. Wechsel und Kurven bringen den Schwung, und für das geneigte Publikum ist es allemal spannender, diese Wechsel hautnah mitzuerleben, als einem Souverän bei der Verwaltung einer imperialen Herrschaft zuzusehen. Fest steht einstweilen nur, dass der Sieger der Australian Open diesmal nicht Novak Djokovic heißen wird. Er selbst wird der Erste sein, der Schlüsse daraus zieht.

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