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Tennis beim ATP Cup : Die Deutschen besiegen Djokovic und Co.

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Erfolgreich in Australien: Alexander Zverev (rechts) und Jan-Lennard Struff Bild: EPA

2020 hinterließ Alexander Zverev beim ATP Cup einen erschreckenden Eindruck. Diesmal verliert die deutsche Nummer eins zwar gegen Topstar Novak Djokovic, doch das Team steht im Halbfinale. Auch dank Zverev.

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          Alexander Zverev warf seinen Tennisschläger vor Freude in die Luft und umarmte strahlend Doppelpartner Jan-Lennard Struff. Dank eines Sieges über Titelverteidiger Serbien mit Topstar Novak Djokovic spielen die deutschen Tennis-Herren beim ATP Cup um den Einzug ins Endspiel. Ein gutes Jahr nach dem frustrierenden Vorrunden-Aus behielten Zverev und Struff am Freitag in Melbourne im entscheidenden Doppel die Nerven und besiegten Djokovic und Nikola Cacic mit 7:6 (7:4), 5:7, 10:7.

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          Mit einer knappen Einzelniederlage gegen den Weltranglisten-Ersten Djokovic hatte Zverev zuvor eine frühzeitige Entscheidung verpasst. Sein Frust darüber war angesichts der weiter bestehenden Titelchance aber schnell verflogen. Im Doppel drehte er mit Struff im entscheidenden Matchtiebreak einen 2:4-Rückstand mit sechs Punkten in Serie. Beim Stand von 8:7 gelangen bei Aufschlag von Zverev die siegbringenden Punkte zum 2:1-Gesamterfolg.

          „Alles“, antwortete der 23-jährige Hamburger nach dem Erreichen des Halbfinals auf die Frage, was es ihm bedeuten würde, diesen Länder-Wettbewerb zu gewinnen: „Ich denke, dafür sind wir hier. Wir wollen es gut machen. Wir wollen gewinnen.“ Am Samstag (0.00 Uhr MEZ bei Sky und ServusTV) muss sich die deutsche Auswahl dafür allerdings erst einmal in der Vorschlussrunde gegen Russland mit den beiden Top-Ten-Spielern Daniil Medwedew und Andrej Rubljow durchsetzen.

          „Wir haben wahrscheinlich das schwierigste Team bekommen, das noch im Tableau übrig ist, sagte Zverev. Im zweiten Halbfinale stehen sich Spanien, das abermals ohne den angeschlagenen Weltranglisten-Zweiten Rafael Nadal antrat, und Italien gegenüber. Das Finale steigt am Sonntag, am Tag vor dem Auftakt der Australian Open als erstes Grand-Slam-Turnier des Jahres.

          Einen Tag nachdem ein positiver Corona-Test eines Hotel-Mitarbeiters für Stillstand gesorgt hatte, war das Spielgeschehen in Melbourne wieder voll im Gange - und Struff brachte die Deutschen in der Rod Laver Arena mit dem 3:6, 6:3, 6:4 gegen Dusan Lajovic in Führung. Der Weltranglisten-Siebte Zverev musste sich dann Djokovic im umkämpften Spitzenmatch 7:6, (7:3), 2:6, 5:7 geschlagen geben. Auch 16 Asse bei acht Doppelfehlern halfen Zverev nicht zum Sieg.

          Im Doppel zeigte Zverev dann aber, dass Djokovic an der Seite des unerfahrenen Cacic bezwingbar ist. „Wir haben zwei fantastische Einzel gespielt. Meins ist nicht für mich ausgegangen, aber am Ende des Tages haben wir zwei Punkte gebraucht, und die haben wir bekommen“, sagte Zverev. Er erhielt derweil für die erste Runde der Australian Open ein machbares Los, Laura Siegemund erwartet dagegen ein ebenso schweres wie reizvolles Duell. Die Schwäbin trifft in der ersten Runde des am Montag beginnenden Grand-Slam-Turniers auf die langjährige Weltranglisten-Erste Serena Williams. Dies ergab die Auslosung am Freitag in Melbourne.

          Die 39 Jahre alte Amerikanerin gewann vor vier Jahren an gleicher Stelle den bislang letzten ihrer 23 Grand-Slam-Titel. Zur Einstellung des Rekordes der Australierin Margaret Court fehlt Serena Williams nur noch ein weiterer. Bei ihrem Vorbereitungsturnier zog die langjährige Nummer eins am Freitag ins Halbfinale ein. Dort kann sie allerdings nicht antreten. Aufgrund einer Verletzung an der rechten Schulter, sagte sie ab, teilte die Spielerinnenorganisation WTA am Freitag mit. Die beiden bisherigen Vergleiche verlor Siegemund klar.

          Australien Open: Deutsche Gegner

          Zverev trifft zum Auftakt auf den Weltranglisten-73. Marcos Giron aus den Vereinigten Staaten. Jan-Lennard Struff muss gegen den Australier Christopher O'Connell antreten, der dank einer Wildcard dabei ist. Dominik Koepfer bekommt es mit Hugo Dellien aus Bolivien zu tun, bei einem Sieg könnte US-Open-Champion Dominic Thiem aus Österreich warten. Der als sogenannter Lucky Loser nach dem Qualifikations-Aus noch nachgerückte Cedric-Marcel Stebe tritt gegen Kanadas Jungstar Felix Auger-Aliassime an, Yannick Hanfmann ist Außenseiter gegen Russlands Weltranglisten-Achten Andrej Rubljow.

          Angelique Kerber, die zunächst eine zweiwöchige Isolation nach ihrer Ankunft absolvieren musste, startet gegen Bernarda Pera aus den Vereinigten Staaten, die Nummer 63 der Weltrangliste. Andrea Petkovic muss gegen die an Nummer 27 gesetzte Ons Jabeur aus Tunesien spielen, Mona Barthel erhielt Qualifikantin Elisabetta Cocciaretto aus Italien als Gegnerin. Die Australian Open waren wegen der Corona-Pandemie um drei Wochen verschoben worden.

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