https://www.faz.net/-gtl-9vium

Australian Open : Kerber und der nächste Neuanfang

  • Aktualisiert am

„Ein Prozess für das ganze Jahr“: Angelique Kerber in Melbourne Bild: EPA

Es läuft nicht rund bei Angelique Kerber, sie hat ein schwaches Tennis-Jahr 2019 hinter sich. Bei den Australian Open soll es wieder besser werden. Doch auch vor dem Start dort gibt es einige Probleme.

          2 Min.

          Auf das Geburtstagsständchen in einer der Arenen im Melbourne Park verzichtet Angelique Kerber an diesem Samstag gern. Die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin ist mit anderem beschäftigt – sie will vor dem ersten Ernstfall bei den Australian Open die Zeit nutzen, ihre Oberschenkelblessur auszukurieren. Anders als so oft in den vergangenen Jahren fällt ihr Geburtstag nicht direkt in die zwei Wochen des ersten Tennis-Höhepunkts der Saison. Erst am Dienstag, dem zweiten Turniertag, wird Angelique Kerber mit dem Spiel gegen die italienische Qualifikantin Elisabetta Cocciaretto loslegen. „Das hilft mir schon viel“, sagte sie am Freitag.

          Schließlich schränkt die Verletzung noch ihr Trainingspensum ein. Weil auch Alexander Zverev miserabel in die neue Saison gestartet ist, scheinen die Hoffnungen auf ein starkes deutsches Abschneiden in Australien eher gering. Ohnehin müssen sich die beiden deutschen Tennis-Protagonisten auch nach einem schwachen Jahr 2019 erst wieder berappeln. „Ich will mir ein bisschen Zeit geben, zurückzukommen“, sagte etwa Angelique Kerber. „Ich werde für dieses Turnier nicht zu viel Druck auf mich nehmen. Es ist mehr ein Prozess für das ganze Jahr.“ Sie lächelte beim Gedanken an ihren Final-Triumph von 2016. „Zuversichtlich“ sei sie, bis zum ersten Auftritt gegen eine Qualifikantin fit zu werden. Sie benutzte aber auch die Einschränkung „hoffentlich“.

          Am vergangenen Mittwoch waren in Adelaide wie schon Ende 2019 wieder Schmerzen in der hinteren linken Oberschenkel-Muskulatur aufgetreten. Nur zweieinhalb Matches hat die Deutsche vor den Australian Open bestritten, nur einmal in diesem noch jungen Jahr gewonnen. „Ich kann noch nicht ganz einschätzen, wo ich gerade stehe“, sagte Angelique Kerber. Anders als am Freitag will die Kielerin nun an ihrem 32. Geburtstag nicht schon morgens auf dem Platz stehen. Ausschlafen, frühstücken, mittags trainieren und abends essen gehen – so beschrieb sie ihre Pläne. Ein Geburtstagslied der Zuschauer wie teilweise in den vergangenen Jahren werde sie aber „bestimmt auch vermissen“.

          Fast unbeobachtet übte Angelique Kerber am Freitagmorgen in der Rod-Laver-Arena mit ihrem neuen Trainer Dieter Kindlmann. Mit „Bravo“ lobte der 37-Jährige gelungene Schläge und bat um Entschuldigung, als ihm ein Anspiel missriet. „Der Didi ist ein lockerer Typ. Wir müssen uns noch ein bisschen kennenlernen. Aber das ist ganz normal“, sagte Angelique Kerber. Mit Kindlmann wagt sie den nächsten Neuanfang.

          Auch Zverev steckt derzeit in einem Tief; er hat alle drei Einzel beim ATP Cup verloren. Tennis-Ikone Boris Becker hält einen neuen Coach neben Vater Alexander Zverev senior für ratsam, Zverev sieht dafür keinen Grund. „Es liegt alles an mir“, sagte er. Er „habe niemals so schlecht gespielt“ vor einem Grand Slam. Bis zu sieben Stunden täglich habe er nun täglich in Melbourne geschuftet, um unter anderen die Probleme beim Aufschlag loszuwerden. „Ich glaube, ich habe mehr Stunden als jeder andere in dieser Woche auf dem Platz verbracht“, behauptete der Weltranglistensiebte.

          Auch der 22-Jährige offenbarte gesundheitliche Probleme, die ihn beim ATP Cup in Brisbane beeinträchtigt hätten. „Ich war krank, ich war erkältet, ich habe Husten gehabt“, sagte Zverev. Auch seine Augen hätten ihm nach der Operation im Dezember noch Probleme bereitet. Der Hamburger fühlt sich nun aber fit. Er wolle sich zwar vorerst nur mit seiner ersten Aufgabe gegen den Italiener Marco Cecchinato am Dienstag beschäftigen. Zverev sagte aber auch: „Vielleicht sitzen wir auch in zwei Wochen hier und haben ein Interview nach meinem Halbfinale, und ich stehe im Finale. Das kann ja auch sein.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Im rheinland-pfälzischen Wissen wird Fichtenholz zum Transport nach China in Überseecontainer verladen.

          Zunehmende Knappheit : Panik am Holzmarkt

          Auf Baustellen wird das Holz knapp. Sägewerke kommen nicht mehr nach, Amerikaner zahlen das Dreifache – und das „Käferholz“ wandert containerweise nach China. Klar ist nur eins: Bauen wird teurer.
          Besucher vor dem Logo der Winterspiele.

          Olympia-Boykott in China? : Spiel mit dem Feuer

          Boykott der Winterspiele 2022 in Peking oder nicht? Die einen nutzen den Krawall, andere wollen die Beziehung zu Wirtschaftsmacht China nicht gefährden. Was hinter alldem steckt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.