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Australian Open : Selbstbewusster Zverev stürmt ins Viertelfinale gegen Djokovic

Strahlt: Alexander Zverev ist bei den Australian Open gut in Fahrt gekommen. Bild: EPA

Alexander Zverev hinterlässt bei den Australian Open weiter einen starken Eindruck. Mit dem Selbstvertrauen eines Champions lässt er im Achtelfinale auch dem Serben Dusan Lajovic keine Chance. Doch die nächste Hürde hat es in sich.

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          Aus Alexander Zverevs Blick sprach grimmige Entschlossenheit. Selbst nach dem mit einem Ass verwandelten Matchball wirkte der 23-Jährige noch voll fokussiert und konzentriert. Zu keinem Zeitpunkt hatte Zverev während seiner Achtelfinalpartie gegen den Serben Dusan Lajovic Zweifel an seinem nächsten klaren Erfolg bei den Australian Open aufkommen lassen. Nach 2:21 Stunden siegte der Deutsche mit 6:4, 7:6 (7:5), 6:3 und steht damit in der Runde der letzten Acht beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

          Pirmin Clossé
          (pc.), Sport

          „Es war ein bisschen kälter heute, der Platz war langsamer, mein Aufschlag kam nicht ganz so durch“, analysierte Zverev direkt im Anschluss bei Eurosport sachlich. „Er ist rausgekommen und hat unglaublich gespielt. Deshalb bin ich froh, in drei Sätzen so gut durchgekommen zu sein.“

          „Ich nehme das schon persönlich“

          Das Selbstbewusstsein ist für einen Tennisspieler eine Waffe, die mindestens so scharf ist, wie Aufschlag, Return oder Volley. Zverev hat davon eine ganze Menge. Vor dem Match gegen Lajovic war er bei Eurosport von Boris Becker darauf angesprochen worden, dass Experten und Wettanbieter ihn bis dato eher nicht zu den Favoriten gezählt hatten. „Das war bei den US Open schon nicht so, hier auch wieder mal nicht“, sagte er. „Sie haben andere Spieler auf der Liste, obwohl ich finde, dass ich besser als sie spiele. Ich nehme das schon persönlich. Das gibt mir Feuer.“

          Der Drang, sich zu beweisen, ist für Zverev ein mächtiger Antrieb. Zu Jahresbeginn kündigte er an, er wolle künftig ein echtes Vorbild für den Tennis-Nachwuchs in Deutschland sein. Das geht am besten über große Erfolge. Im vergangenen Jahr hatte er mit dem Halbfinaleinzug bei den Australian Open endlich auch auf Grand-Slam-Ebene so richtig von sich Reden gemacht. Bei den US Open war er im Finale gegen Thiem sogar nur zwei Punkte von seinem ersten Major-Triumph entfernt. Am Ende stand eine schmerzhafte Fünfsatzniederlage und das Versprechen: „Ich komme wieder“.

          Variabler Spieler, aber letztlich chancenlos: Dusan Lajovic
          Variabler Spieler, aber letztlich chancenlos: Dusan Lajovic : Bild: AFP

          Man muss diese Ankündigung Zverevs ernst nehmen. Der gebürtige Hamburger hat sich inzwischen auf Topniveau stabilisiert. Fünfmal in Serie erreichte er mindestens das Achtelfinale bei den Grand-Slam-Turnieren. Bei den Australian Open löste er seine Pflicht-Aufgaben in den ersten Runden souverän, war dementsprechend auch gegen Lajovic klar favorisiert. Zweimal waren die beiden bisher aufeinandergetroffen, beide Male auf Sand bei den French Open. Zverev hatte beide Partien gewonnen – allerdings jeweils erst nach fünf umkämpften Sätzen.

          Auch diesmal war das Match enger, als es das Ergebnis letztlich vermuten ließ. Und das nicht nur, weil Zverev den Start etwas verschlafen hatte. Er begann Match mit einem Doppelfehler und verlor direkt sein erstes Aufschlagspiel. Doch das Selbstvertrauen eines Champions ist eben nicht so leicht zu erschüttern. Und so steigerte sich der Deutsche kontinuierlich, holte sich Satz eins nach 50 Minuten und nach weiteren 56 auch den ausgeglichenen zweiten Satz im Tiebreak. Was immer sich der variable Lajovic auch einfallen ließ, Zverev zog sein Spiel durch.

          Im dritten Satz reichte ihm dann ein frühes Break zum 3:1, um Lajovics Widerstand endgültig zu brechen. Während Dominic Thiem, Vorjahresfinalist und aktueller US-Open-Sieger, sich kurz zuvor durch eine überraschend deutliche Dreisatzniederlage gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow aus dem Turnier verabschiedet hat, ist Zverev noch voll im Rennen. Allerdings wird schon die nächste Hürde die vermeintlich schwerste werden. Zverevs nächster Gegner ist der Weltranglistenerste Novak Djokovic. Und wenn sich jemand mit Selbstvertrauen auskennt, dann der 17-malige Grand-Slam-Sieger Djokovic.

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