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Margaret Court in Melbourne : Umstrittene Ehrung für die Reizfigur des Tennis

  • -Aktualisiert am

Margaret Court (rechts) beim Besuch der Australian Open mit ihrem Mann Barry. Bild: EPA

Genau 50 Jahre nach ihrem Grand Slam im Tennis wird Margaret Court bei den Australian Open gewürdigt. Das gefällt vielen nicht. Denn die sportliche Heldin von einst sorgt immer wieder für einige Empörung.

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          Im vergangenen Jahr hatten sie Rod Laver geehrt; 50 Jahre nach dem Gewinn des zweiten seiner beiden Grand Slams wurde der legendäre Australier mit Zuneigung und Anerkennung fast überschüttet. Das Stadion, in dem seit 1988 um die Titel der Australian Open gespielt wird, trägt Lavers Namen, und dieser Name hat auch anderswo auf dem Planeten Tennis einen erstklassigen Klang.

          In diesem Jahr jährt sich ein weiterer australischer Grand Slam zum 50. Mal, und auch diesmal gibt es eine Ehrung. Doch die Begleitmusik klang deutlich anders; eher dissonant. Margaret Court, die 1970 die vier großen Turniere innerhalb eines Kalenderjahres gewann, steht wie Laver im Geschichtsbuch des australischen Tennis, und auch nach ihr ist seit 2003 ein Stadion im Melbourne Park benannt. In den vergangenen Jahren mehrten sich allerdings die Stimmen derer, die der Meinung sind, das dürfe nicht sein.

          Bei vielen Gelegenheiten in der jüngeren Vergangenheit hatte Margaret Court (77 Jahre) ihre ablehnende Haltung zu Homosexualität und gleichgeschlechtlicher Ehe vehement kundgetan, sehr zur Empörung nicht nur der schwulen und lesbischen Gemeinschaft weltweit, sondern im speziellen der herausragenden ehemaligen Tennisspielerinnen Billie Jean King und Martina Navratilova.

          Die beiden Amerikanerinnen hatten immer vom australischen Tennisverband, Tennis Australia, gefordert, das drittgrößte Stadion der Anlage umzubenennen, doch die Arena trägt den Namen nach wie vor. Tennis Australia besitzt die Namensrechte, für eine Umbenennung wäre aber zu die Zustimmung der Regierung des Bundeslandes Victoria und des Olympiapark-Trusts Melbournes erforderlich.

          Selbst die offizielle Ehrung in der Rod Laver Arena, die für diesen Montag vorgesehen ist, wurde kontrovers diskutiert, aber seit November war klar, dass Tennis Australia fand, Grand Slam sei Grand Slam. Und dass Margaret Court, die gemessen an der Zahl der gewonnen Titel bei den großen vier Turnieren nach wie vor die erfolgreichste Spielerin der Geschichte ist, zu ehren sei. In der Ankündigung des Verbandes stand, wie mehrfach mitgeteilt, Tennis Australia stimme nicht mit den persönlichen Ansichten der Jubilarin überein, die viele Mitglieder der Gemeinschaft über viele Jahre verletzt hätten.

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