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Australian Open : Haas souverän, Schüttler nervenstark in Runde drei

  • -Aktualisiert am

Konzentrierter Auftritt: Tommy Haas Bild: AP

Die Daviscup-Spieler marschieren: Thomas Haas und Rainer Schüttler präsentieren sich bei den Australian Open in guter Form.

          2 Min.

          Thomas Haas gewann und hielt sich zurück - ziemlich jedenfalls. Zumindest hat der beste deutsche Tennisspieler am Donnerstag keine neuen Brände gelegt, nachdem die prompt veröffentlichte E-Mail seines Vaters Peters an den Präsidenten des Deutschen Tennis Bundes, Georg von Waldenfels, am Vortag den Streit zwischen DTB und Haas neu entfacht hatte.

          Haas junior, der mit 6:1, 6:2, 6:3 gegen den überaus schwachen französischen Qualifikanten Jean-Francois Bachelot in die nächste Runde einzog, räumte zwar ein, dass ihm das Bekanntwerden der heftigen E-Mail seines Vaters "nicht gefallen" habe, erklärte aber immerhin Gesprächsbereitschaft. Um diese etwas verwirrend gleich im nächsten Satz zu relativieren: "Ich wüsste nicht, über was man reden sollte."

          Der Wunsch nach 100.000 Euro bleibt

          Und eine kleine Spitze konnte er sich ebenfalls nicht verkneifen, in dem er beinahe beiläufig erklärte, dass der elektronische Brief seines Vaters von von Waldenfels an die Öffentlichkeit gebracht worden sei.

          Schnell siegreich: Tommy Haas

          Ob er denn wenigstens der Standpunkt des von seinem Vater als "pressegeil" bezeichneten Funktionärs nachvollziehen könne, der sich standhaft weigert, Haas´ Wunsch nach Bezahlung von 100.000 Euro für seinen Masseur zu akzeptieren? "Nö", lautete die trotzige Antwort. Einsicht sieht anders aus.

          Haas junior kann "von Waldenfels" aussprechen

          Dann beeilte sich Haas wieder, einen zumindest vorläufigen Schlussstrich unter die Affäre zu ziehen, die seine sportlichen Leistungen in Melbourne bisher komplett in den Schatten gestellt haben: "Das Thema ist durch." Sein Vater steht den Berichterstattern in Melbourne nicht zur Verfügung, weil er gar nicht erst mit auf den fünften Kontinent gereist ist.

          Aber sein Sprössling wusste schon von der Mail, in der sein Vater den Tennispräsidenten mehrfach mit falschem Namen in verschiedenen Schreibweisen angeredet und ihm empfohlen hatte, wieder "finanz buchhalter" zu werden. Von Waldenfels war früher bayerischer Finanzminister. Haas junior wusste wenigstens den Namen des Ex-Politikers mehrfach richtig auszusprechen.

          Streit schwelt weiter

          Ausgestanden scheint die Sache damit keinesfalls. Denn der Weltranglisten-Achte kündigte an, dass in Sachen Daviscup nach dem Turnier noch einiges laufen werde. "Ich habe zwar gesagt, dass ich spielen werde, aber darüber muss man jetzt noch mal nachdenken."

          Viel Zeit zum Nachdenken und dafür, das derzeit gründlich zerstörte Verhältnis zu kitten, wird nicht bleiben. Sollte Haas in Melbourne noch weiter kommen, ist der Daviscup vom 8. bis 10. Februar in Kroatien für ihn schon die nächste Veranstaltung.

          Mit Kapitän Michael Stich, der nun unter extrem schwierigen Bedingungen seinen Einstand geben muss, hat Haas derzeit keinen Kontakt. Er habe mit Stich abgesprochen, dass dieser sich raushalten solle, und das finde er auch in Ordnung. Ob die ganze Hektik nun gerade förderlich ist bei diesem Turnier, das nach Favoritenstürzen en masse für den Hamburger eine riesige Chance darstellt, muss zumindest dahingestellt bleiben.

          Marlene Weingärtner in Runde drei

          Wie Haas, der nun auf den Amerikaner Todd Martin (6:3, 6:2, 6:2 gegen den Belgier Xavier Malisse) trifft, zog auch Rainer Schüttler in die dritte Runde ein. Der Daviscupkollege schlug den favorisierten Spanier Carlos Moya nach begeisterndem Kampf auf hohem Niveau mit 3:6, 6:7 (4:7), 6:1, 7:6 (7:5), 6:2. Schüttler trifft nun auf Roger Federer (Schweiz), der sich gegen Attila Savolt (Ungarn) mit 6:2, 7:5, 6:4 durchsetzte.

          Und auch Marlene Weingärtner steht in Runde drei: Sie zog durch ein 6:4, 6:2 über die Italienerin Antonella Serra Zanetti wie im Vorjahr in die Runde der letzten 32 ein. Dort wartet entweder die an Nummer zehn gesetzte Amerikanerin Meghann Shaughnessy oder die Australierin Bryanne Stewart.

          Ausgeschieden ist dagegen Martina Müller. Das 19 Jahre alte Talent verlor klar mit 1:6, 2:6 gegen die Australierin Nicole Pratt.

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