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Arrows : Schonfrist für Frentzens Team bis zum 21. Juli

  • Aktualisiert am

Die Sorgen ins Gesicht geschrieben: Tom Walkinshaw Bild: AP

Spätestens in zwei Wochen zum Grand Prix in Magny Cours muss Arrows-Chef Tom Walkinshaw eine weitere Rate an Cosworth überweisen.

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          Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben: Zwar durfte Heinz-Harald Frentzen in Silverstone nach einer Last-Minute-Zahlung seines Chefs Tom Walkinshaw in Höhe von fünf Millionen Euro für die Cosworth-Motoren doch noch Vollgas geben, aber schon in zwei Wochen in Frankreich könnte der Mönchengladbacher wegen der Finanzkrise seines Arrows-Teams endgültig auf der Standspur stehen.

          „Dann ist die nächste Rate fällig“, stellte Jaguar-Teamchef Niki Lauda klar. Der Österreicher ist im Ford-Konzern, zu dem auch die Cosworth-Gruppe gehört, für den Motorsport zuständig. Lauda: „Arrows muss seine Probleme selbst lösen.“

          „Wenn es sein muss, zahlt er aus eigener Tasche“

          Auch beim Rennen selbst war „HHF“ vom Pech verfolgt. Seine Aufholjagd von Platz 16 aus endete in der 22. Runde mit qualmendem Motor, gerade als der Deutsche seinen Landsmann Ralf Schumacher überholen und auf Platz sechs vorfahren wollte.

          Zuvor hatte Walkinshaw mit einem tiefen Griff in die Privatschatulle das Formel-1-Aus für sein Team verhindert. „Er ist ein richtiger Racer. Wenn es sein muss, zahlt er aus eigener Tasche“, sagte Frentzen. Doch bei dem kleinen britischen Rennstall ist die Finanzkrise, angeblich haben sich Schulden in Höhe von 100 Millionen Euro angehäuft, noch längst nicht gelöst. Einmal mehr beschwor Frentzen deshalb das Prinzip Hoffnung: „Ich gehe davon aus, dass wir die nächsten Rennen fahren. Ich hoffe, dass das Team es schafft und einigermaßen gut aus der Sache rauskommt. Ich von meiner Seite tue alles, was in meiner Macht steht.“

          Frentzen: „Mein Handy ist fast immer an“

          Auch der Vize-Weltmeister von 1997 muss um sein Gehalt bangen - auch wenn er mit 500 000 Euro zu den weniger gut bezahlten Piloten im PS-Zirkus gehört. „Ich habe noch Spaß am Rennfahren, sonst wäre ich nicht hier.“ In den letzten Saison-Rennen kann es für den Mönchengladbacher nur noch darum gehen, sich für andere Teams zu empfehlen. Toyota und Jaguar sollen bereits Interesse bekundet haben. „Mein Handy ist fast immer an“, sagte Frentzen vieldeutig.

          Nach seinem Rauswurf vor einem Jahr bei Jordan und dem Verlust seines Arbeitsplatzes durch die Pleite bei Prost ist der 35-Jährige unverschuldet zur tragischen Figur in der Branche geworden. Aus der Not heraus kletterte er beim „Hinterbänkler“ Arrows ins Cockpit und kam vom Regen in die Traufe. „Die Zeit ist gekommen, mir über meine Zukunft Gedanken zu machen.“

          Bis zum 21. Juli sind 1,5 Millionen Euro fällig

          Sein Boss Walkinshaw hofft nach der selbst verschafften Schonfrist auf die Wende. Man verhandele „mit drei Partnern, die Arrows entweder komplett oder in Teilen übernehmen wollen“. Einer davon ist eine österreichische Getränkefirma, doch dieses Geschäft war noch am Donnerstag von einem Londoner Richter nach einer Klage des Anteilseigners, der Morgan-Grenfell-Bank, verhindert worden. „Das ist alles sehr kompliziert“, sagte Walkinshaw.

          Man habe, so Lauda, lange genug Geduld mit Walkinshaw gehabt. Aber man habe halt auch nichts zu verschenken. Deshalb muss der Schotte wieder 1,5 Millionen Euro bis zum Grand Prix in Magny Cours am 21. Juli auftreiben, sonst bleiben die Triebwerke erneut aus. Dabei könnte Frentzen in der französischen Provinz mit seinem 140. Grand- Prix-Start ein kleines Jubiläum feiern. Dort fuhr der Deutsche auch den zweiten seiner drei Grand-Prix-Siege ein.

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