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Aromatherapie : Wie Düfte und Öle das Wohlbefinden beeinflussen

  • Aktualisiert am

Ätherische Öle und wohlriechende Düfte wirken sich auf Gefühle und Gesundheit aus: Immer mehr Menschen haben Interesse an der Aromatherapie.

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          Ätherische Öle und wohlriechende Essenzen wirken sich auf Gefühle und Gesundheit aus: Jasmin und Rosmarin etwa machen wach, während Moschus und Ingwer die Lust an der Liebe fördern sollen. Majoran und Melisse dagegen senken den Blutdruck. In den vergangenen Jahren haben immer mehr Menschen Interesse an der Aromatherapie gefunden.

          Gleichzeitig mehren sich aber auch Warnungen vor dem unsachgemäßen Gebrauch der hochkonzentrierten Öle. Nach Angaben des Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) in Berlin können sie Allergien auslösen, Vergiftungen verursachen und bei Kleinkindern sogar zu lebensbedrohlichen Atemstörungen führen.

          Alte Hausmittel

          Bei der Anwendung der Naturextrakte für Wohlbefinden, gegen Stress oder zum Kurieren von Krankheiten helfen Apotheker und Heilpraktiker: „Wir verkaufen nicht einfach nur Medikamente, die vom Arzt auf Rezept verschrieben sind“, sagt Kornelia Pietsch, Apothekerin in Ludwigshafen. Sie spricht mit ihren Kunden darüber, welche Mittel der Gesundheit gut tun und bei der Linderung von Beschwerden helfen.

          Manche ihrer Empfehlungen sind bekannte Hausmittel: Menthol hilft bei Bronchitis und verstopfter Nase, der Duft von Lavendel-Blüten beruhigt, und Hopfenkissen sollen unruhigen Kindern beim Einschlafen helfen. Andere wirken schmerzlindernd bei Arthrose. Bis zu 300 ätherische Öle sind bekannt. Sie werden als Badezusatz oder Massageöl, als Kompressen für schmerzende Körperteile beziehungsweise zum Inhalieren im Dampfbad oder mittels Aroma-Lampen verwendet.

          Heilen mit Tradition: Wie die alten Griechen, Römer und Ägypter

          „Allerdings ist bei einigen ätherischen Ölen wirklich Vorsicht geboten“, betont die Apothekerin. „Vor allem, wenn jemand Allergien oder Bluthochdruck hat sowie bei Kleinkindern und bei Schwangeren.“ Bei ernsthaften Erkrankungen rät auch die Stiftung Warentest in Berlin zur Vorsicht: „Aromatherapie erscheint nur harmlos, solange dadurch keine notwendigen Behandlungen versäumt werden.“ Ätherische Öle werden aus Blüten, wie das teure Rosen- und Iris-Öl, aus Blättern und Schalen, etwa bei Zitrusfrüchten, oder sogar aus Holz gepresst, wie das Sandelöl.

          Seit alters her sind sie in den Hochkulturen bekannt. Die Ägypter nutzten Zimt- und Zedernöl, Griechen und Römer heilten Entzündungen mit Pflanzensalben. Klosterfrauen wie Hildegard von Bingen kultivierten Heilpflanzen, in Indien und China wurden sie schon vor 2000 Jahren
          bei Massagen und als Heilmittel genutzt.

          Düfte: Über die Nase zum Gehirn

          Heutzutage ist auch wissenschaftlich untersucht, wie die Düfte im Gehirn wirken und wie sie sich auf den Körper auswirken. Über die Riechorgane in der Nase beeinflussen sie im Gehirn das limbische System und den Hypothalamus, wo Gefühle, Triebe, sexuelle Lust und Hormone gesteuert werden. Die Fortschritte von Chirurgie, chemischer Pharmazie und wissenschaftlicher Medizin ließen das alte Wissen um die heilende Wirkung von Pflanzenessenzen und Düften in Vergessenheit geraten.

          Erst vor einigen Jahrzehnten begannen der französische Chemiker Rene-Maurice Gattefosse und der Heilpraktiker Robert Tisserant die Anwendung der Düfte für die Gesundheit wieder zu entdecken. Heute geht das Interesse daran weit über den harten Kern der alternativen Szene hinaus. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Allensbach ergab im vergangenen Jahr, dass 18 Prozent aller Frauen und immerhin 7 Prozent der Männer sich näher mit Aromatherapie beschäftigen wollen.

          Reinheit und Qualität der Öle sind entscheidend

          Inzwischen gibt es auch entsprechende Fortbildungen für Ärzte, Heilpraktiker und Apotheker. Sogar eine eigene Berufsbezeichnung wurde dafür erfunden. „Ich bin Aromakologin“, sagt Gabriela Stark aus Argenthal. „Immer wieder werde ich gefragt: Was kann ich tun bei Stress? Wie komme ich zu mehr Ruhe und Ausgeglichenheit? Ich kenne eine Menge gute Rezepte und Duftmischungen.“ Darunter auch erotische Rezepte für Lust und Liebe, etwa mit Ingwer, Ylang-Ylang und Patschuli.

          Für die optimale Wirkung der Düfte ist die Reinheit und Qualität der Öle wichtig: „Bei der Anwendung von ätherischen Ölen in Pflege und Therapie ist eine hochwertige Qualität von entscheidender Bedeutung“, so der Fachverband Forum Essenzia in München. Empfehlenswert sind nur hundertprozentig naturreine ätherische Öle, als naturidentisch bezeichnete Essenzen dagegen nicht.

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