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Alexander Zverev : Lernen von Federer

  • -Aktualisiert am

Sieger trotz Wut auf den Schläger: Alexander Zverev gewinnt in Schanghai sein Zweitrundenspiel. Bild: dpa

In China ist Alexander Zverev auf dem Weg, sich noch die Teilnahme am ATP-Finale zu sichern. Am Saisonende reist der beste deutsche Tennisspieler dann mit Roger Federer durch Südamerika statt zum Davis Cup.

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          Es war an diesem Tag nicht ganz ungefährlich, sich in seiner Nähe aufzuhalten. Beim Sieg über Jérémy Chardy in der zweiten Runde des Schanghai Masters (7:6, 7:6) schoss Alexander Zverev zuerst fast einen Kameramann ab, wenig später rutschte ihm bei einer Vorhand der Schläger aus der Hand und flog in hohem Bogen auf die Tribüne. Zweimal keine Absicht, in beiden Fällen ging die Sache gut, und auch seine eigenen Ambitionen blieben intakt. Mit dem Sieg am Mittwoch über den Franzosen, bei dem er den Tie-Break des ersten Satzes mit dem bemerkenswerten Ergebnis von 15:13 gewann, rückte er auf Platz acht der Qualifikationswertung für die ATP Finals im November in London vor, nach dem aktuellen Stand der Dinge wäre er also im Spiel.

          Fast stündlich ändert sich der Stand dieser Tage, und jedes einzelne Ergebnis macht einen Unterschied. Die acht Besten in der Jahreswertung, die mit der Weltrangliste nicht identisch, sondern eine reine Addition von Punkten ist, qualifizieren sich für das Turnier der Besten in einem Monat. Im vergangenen Jahr hatte Zverev dort nach dem Spiel um den Titel gegen Novak Djokovic ein paar Sekunden lang fassungslos auf dem Boden gelegen; einen größeren Titel hatte er bis dahin nicht gewonnen. Dass er knapp elf Monate danach eine Chance hat, wieder dabei zu sein, mutet nach einem Jahr mit reichlich Durcheinander schon überraschend an. Einem Jahr mit persönlichen und geschäftlichen Turbulenzen, deren Ausläufer sich wie in einer Gewitterfront bisweilen auch über dem Tennisplatz entladen hatten. Die ersten fünf Kandidaten für London stehen fest – Rafael Nadal, Novak Djokovic, Roger Federer, Daniil Medwedew und Dominic Thiem. Auch Stefanos Tsitsipas als Sechster ist ziemlich sicher drin. Um die restlichen beiden Plätze ist das Gerangel groß; sieben der Kandidaten sind in Schanghai noch am Werk, und Zverev gehört dazu. Sein nächster Gegner ist der Russe Andrej Rublev.

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