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Absturz der Fechterinnen : „Damendegen ist abgehakt“

  • Aktualisiert am

Schlechte Karten für Rio 2016: Peking-Olympiasiegerin Britta Heidemann Bild: dpa

Die deutschen Degen-Damen können ihre vagen Hoffnungen auf die Olympia-Teilnahme als Team vergessen. Nur eine Einzelkämpferin hat noch Chancen. Bei den anderen Waffen sieht es kaum besser aus.

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          Olympiasiegerin Britta Heidemann muss um ihre vierte Teilnahme an Olympischen Spielen bangen. Nach dem enttäuschenden 17. Platz beim Mannschafts-Weltpokal am Sonntag in Nanjing/China nehmen die Leverkusenerin und ihre Mitfechterinnen in der Weltrangliste als Team nur den zwölften Platz ein. Damit ist die Teilnahme der einstigen Erfolgs-Equipe in Rio illusorisch. „Damendegen über die Team-Qualifikation ist abgehakt“, sagte Sven Ressel, der Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes, am Montag.

          Nur acht Nationen dürfen pro Waffengattung bei Olympia starten, das deutsche Damendegen-Team müsste schon die beiden ausstehenden Weltcups in Barcelona und Buenos Aires gewinnen und wäre selbst dann noch von den Ergebnissen anderer Nationen abhängig.

          Letzte Einzel-Chance bei der Europa-Zonenausscheidung

          Da die startberechtigten Teams jeweils drei Fechter auch für das olympische Einzel-Turnier stellen dürfen, wird der Platz selbst über die Solo-Qualifikation knapp. Sieben Einzelkämpfer werden über die bereinigte Weltrangliste ausgewählt. Wenn sich keine Deutsche bis zum Olympia-Qualifikationsschluss am 4. April 2016 darüber das Ticket sichert, bliebe als letzte Möglichkeit die Europa-Zonenausscheidung im April in Prag. Dort schafft allerdings nur der Sieger den Sprung nach Rio.

          Welche der deutschen Damen um das letzte Ticket kämpfen darf, ist noch offen. Letzten Endes werde das DFeB-Präsidium entscheiden, erläuterte Ressel. Ausschlaggebend seien dann die Weltranglistenpositionen und die Aussichten auf eine mögliche Medaille in Rio. Dieses Kriterium spräche für Heidemann, die in Peking 2008 Gold und in London 2012 Silber gewann. In der Weltrangliste ist sie momentan auf Rang 32 notiert, Alexandra Ndolo (ebenfalls Leverkusen) und Monika Sozanska (Leipzig) rangieren an den Positionen 40 und 41.

          Im ungünstigsten Fall mit zwei Fechter in Rio

          Nach aktuellem Stand haben lediglich zwei Säbelfechter den Rio-Start sicher - Max Hartung und Nicolas Limbach (beide Dormagen) rangieren beide unter den Top Ten der Weltrangliste. Auch ihre Teamkollegen Matjas Szabo und Benedikt Wagner liegen noch in Schlagdistanz. Allerdings dürfen im Säbel nur zwei Fechter pro Nation antreten, eine Team-Entscheidung ist in der stärksten deutschen Waffe zum Leidwesen der Dormagener in Rio ausgesetzt.

          In Bedrängnis: deutsche Fechterinnen wie Carolin Golubytskyi (l.)
          In Bedrängnis: deutsche Fechterinnen wie Carolin Golubytskyi (l.) : Bild: Picture-Alliance

          Die Degen-Herren von Bundestrainer Didier Ollagnon haben als Mannschaft realistische Chancen, sich über das Team zu qualifizieren - und dürften damit auch drei Einzelstarter stellen, obwohl Stephan Rein, Jörg Fiedler und Christoph Kneib als Einzelkämpfer derzeit nicht unter den Top-32 rangieren.

          Dagegen sieht es für die Florett-Herren im Team nicht gut aus. Die Säbel-Damen sind komplett chancenlos, bei den Florett-Damen ist der Teamwettbewerb ebenfalls ausgesetzt. Lediglich als Einzelkämpfer könnten sich somit die Florett-Fechterinnen Carolin Golubytskyi (17.) und Anne Sauer (39.) sowie der frühere Weltmeister Peter Joppich (23.) noch Hoffnungen machen. Maximal 16 Fechter kann eine erfolgreiche Nation nach Rio schicken. Deutschland kommt im günstigsten Fall auf neun. Im ungünstigsten Fall sind es zwei.

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