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89. Tour de France : Jörg Jaksche setzt die Akzente - Thor Hushovd gewinnt

  • Aktualisiert am

Ein Guter unter den Besten: Jörg Jaksche (r) Bild: dpa

Der beste Deutsche der 89. Tour de France fuhr auch bei der 18. Etappe stark: Jörk Jaksche wurde Fünfter.

          Jörg Jaksche hat seinen Status als bestplatzierter Deutscher auch bei der 18. Etappe untermauert.

          Der Radprofi vom spanischen Team Once kam nach 176,5 Kilometern von Cluses nach Bourg-en-Bresse als Fünfter ins Ziel, nachdem er zuvor in einer Gruppe von Ausreißern, in der sich auch der Telekom-Sprinter Gian-Matteo Fagnini (Italien) lange behauptete und letztlich Siebter wurde, die Impulse gesetzt hatte.

          Am Ende siegte jedoch der Norweger Thor Hushovd nach 4:28:28 Stunden und vor den beiden letzten Mitausreißern Christophe Mengin (Frankreich) und Jakob Piil (Dänemark). „Das ist Wahnsinn“, freute sich Hushovd. „Eigentlich wollte ich die Tour doch nur noch zu Ende fahren, und jetzt habe ich eine Etappe gewonnen.“ Es war gleichzeitig der erste Tagessieg für sein bislang arg gebeuteltes Team Credit Agricole.

          Viel Führungsarbeit, aber kein Etappensieg: Jaksche und Fagnini (l)

          Jaksche: „Wir sind eine gute Tour gefahren“

          Auch Jörg Jaksche hatte allen Grund zur Zufriedenheit: „Ich denke, wir sind bisher eine gute Tour gefahren. „Wir wollen die Mannschaftswertung gewinnen, und Kapitän Joseba Beloki ist weiterhin Zweiter.“ Seine eigene Leistung, so der Ansbacher, sei ebenfalls okay.

          Das ist sogar untertrieben, denn zwischenzeitlich sah es sogar danach aus, dass Jaksche die Etappe gewinnen könnte. Bei den letzten Bergprüfungen war er sehr stark, konnte aber nicht entscheidend wegziehen.

          Jalabert uneinholbar vorn in der Bergwertung

          Das Hauptfeld kam mit knapp zwölfminütigem Rückstand auf den Sieger ins Ziel. Abseits aller Fluchtversuche verteidigte Lance Armstrong das Gelbe Trikot des Spitzenreiters erfolgreich vor den Konkurrenten. Mit 5:06 Minuten folgt der spanische Once-Profi Joseba Beloki, mit 7:24 Minuten der Litauer Raimondas Rumsas. Armstrongs vierter Tour-Sieg in Serie scheint völlig ungefährdet.

          „Ich will morgen gewinnen und zeigen, was es bedeutet, das Gelbe Trikot zu tragen“, sagte der Amerikaner. „Ich hatte heute deshalb hauptsächlich Interesse, etwas Kraft zu sparen. Das ist uns durch den Verlauf des Rennens ganz gut gelungen. Ich habe es schon öfter vorher gesagt: Gefeiert wird erst in Paris.“

          Dort darf auch ein Franzose die Korken knallen lassen, denn die Entscheidung in der Wertung der besten Kletterer ist ebenfalls gefallen. Zum zweiten Mal in Folge ist Laurent Jalabert „Bergkönig“ - wenn er denn auf den Champs-Elysees in Paris das Ziel erreicht.

          Zabel: „McEwen ist schneller“

          Der Kampf ums Grüne Trikot des Punktbesten wird dagegen erst beim Tour-Finale am Sonntag entschieden. Der Australier Robbie McEwen gewann in Bourg-en-Bresse den Spurt erneut gegen Erik Zabel und hat nun einen Punkt Vorsprung vor dem Telekom-Star.

          „Wenn man ehrlich ist, ist Robbie seit zweieinhalb Wochen schneller als ich, er hat die höchste Endgeschwindigkeit“, gab Zabel unumwunden zu. Dennoch habe der Australier nach wie vor nur einen Zähler Vorsprung, das sei noch aufzuholen - „schließlich habe ich im Vorjahr auf der Schlussetappe noch zwei Punkte auf Stuart O´Grady gut gemacht.“

          Das weiß auch Robbie McEwen. „Dieser Vorsprung ist für die Moral gut“, so der Träger des Grünen Trikots, „aber abgerechnet wird erst in Paris.“ Dass die beiden Sprintspezialisten dort noch die Plätze tauschen könnten, „daran muss man diesmal aber zweifeln“ (Zabel).

          Showdown auf den Champs-Elysees

          Am Samstag steht das letzte Einzelzeitfahren über 50 Kilometer von Regnie-Durette nach Macon im Süden Burgunds auf dem Programm. Dabei werden im Zentrum des Beaujolais nach 10,5 Kilometern an der 635 Meter hohen Cote du Fut d´Avenas (4,4 Prozent Steigung/7,2 Kilometer Anstieg) noch einmal Punkte für einen Bergpreis der dritten Kategorie vergeben.

          Die 89. Tour de France endet am Sonntag nach weiteren 144 Kilometern von Melun in der französischen Hauptstadt, und zwar mit dem großen Showdown zwischen Zabel und McEwen auf den Champs-Elysees, wo der Deutsche noch nie gewonnen hat.

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