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89. Tour de France : Erik Zabel gewinnt seine zwölfte Tour-Etappe

  • Aktualisiert am

Endlich ein Etappensieg: Erik Zabel Bild: dpa

Nach zuletzt vier Niederlagen hat der Telekom-Kapitän in Alencon den Sprint gewonnen und das Grüne Trikot bei der Tour de France verteidigt.

          3 Min.

          Vier frustrierende Niederlagen hatte der Erste der Weltrangliste bisher kassiert - auf der sechsten Etappe über 199,5 Kilometer von Forges-Les-Eaux nach Alencon war er im Sprint aber wieder der Stärkste.

          Erik Zabel siegte vor Weltmeister Oscar Freire (Spanien) und Robbie McEwen (Australien) - seinen bisher härtesten Konkurrenten bei den Sprintankünften, die schon jeweils einen Tagessieg verbucht hatten.

          Zabel zieht mit Armstrong und Co. gleich

          „Das war so wichtig“, sagte der Telekom-Kapitän. „Bisher war McEwen der stärkste im Spurt gewesen, und Freire ist immerhin Weltmeister.“ Daher, so Zabel weiter, sei er „absolut happy“, das Dutzend an Etappensiegen bei der Tour de France endlich voll gemacht zu haben.

          Gut behütet: Gonzales de Galdeano in Gelb

          Damit zog er mit Prolog-Gewinner Lance Armstrong (USA), Italiens Sprintstar Mario Cipollini und dem fünfmaligen Gesamtsieger Miguel Indurain (Frankreich) in der ewigen Tour-Statistik gleich. Mit 34 Erfolgen ist Belgiens lebende Legende Eddy Merckx unangefochtener Rekord-Etappensieger.

          Gonzales de Galdeano fährt weiter in Gelb

          Zabel profitierte von der „exzellenten Teamarbeit“, die auf den letzten Kilometern vor allem von den Telekom-Anfahrern Danilo Hondo, immerhin amtierender deutscher Meister, und „Lokomotive“ Gian-Matteo Fagnini (Italien) geleistet wurde.

          Mit dem ersten Tagessieg bei der diesjährigen Tour verteidigte Zabel auch das Grüne Trikot des Punktbesten, das wegen McEwens Erfolg beim ersten Zwischenspurt ernsthaft in Gefahr geraten war. „Der Kampf um das Grüne Trikot gestaltet sich doch sehr zäh“, meinte der Titelverteidiger, der das begehrte Trikot in den vergangenen sechs Jahren gewonnen hatte.

          Auch das Gelbe Trikot wechselte nicht seinen Träger: Ohne Probleme behauptete der Spanier Igor Gonzales de Galdeano, der mit dem Hauptfeld ins Ziel kam, seine Führung im Gesamtklassement vor Landsmann Joseba Beloki und Topfavorit Lance Armstrong (USA). Als bester Deutscher belegt Once-Fahrer Jörg Jaksche mit zwölf Sekunden Rückstand den vierten Rang.

          Vorfreude auf die Berge

          Einer der Garanten für Zabels Triumph war Danilo Hondo: „Am Ende lief es optimal und Erik konnte zuschlagen.“ Bedanken konnte sich sein Kapitän zudem bei Steffen Wesemann, der fast 80 Kiloemeter in einer Ausreißergruppe mitgefahren war und seinen Teamkollegen viel Arbeit ersparte.

          „Am Ende haben mich die Kräfte verlassen und ich konnte Erik nicht mehr helfen“, so Wesemann. „Aber es muss auch einen geben, der die Flanken schlägt. Ich denke, dass ich meinen Teil zum Sieg beigetragen habe.“ Unterstützung erhielt Zabel selbst vom Wetter. „Ich würde auch gerne im Regen um den Etappensieg sprinten“, hatte er vor dem Start gesagt.

          Inzwischen freut sich der frühere deutsche Meister paradoxerweise auf die Berge: „Wenn ich in Pau noch das Grüne Trikot habe, kann ich mich ein bisschen zurücklehnen und die Tour genießen. Ein Bergfahrer werde ich ohnehin nicht mehr. Da die anderen Sprinter in den Pyrenäen und Alpen entweder neben mir fahren oder längst ausgeschieden sind, kann ich mich nervlich erholen“.

          Kluges Taktieren vom Team Telekom

          Am Freitagmittag war es mit der Ruhe im Feld schon kurz nach dem Start im ehemaligen Kurort Fourges-les-Eaux vorbei. Nach zehn Kilometern begann eine Serie von Attacken, die für ständige Unruhe sorgten. Anders als beim Ausreißersieg von Jaan Kirsipuu am Vortag ließen die führenden Teams größere Vorstöße nicht zu.

          Auch der Telekom-Express war ständig auf der Hut und in einigen Fluchtgruppen selbst vertreten. „Die Verfolgungsarbeit entscheidet sich je nach Situation“, erläuterte Telekom-Sprecher Olaf Ludwig die Marschroute. „Die Tour ist noch lang. Auch wir müssen mit unseren Kräften haushalten.“

          7. Etappe: 176 wellige Kilometer

          Nicht verhindern konnte Telekom den Sieg von McEwen beim ersten Zwischensprint. Der Australier lag in Les Andelys vor dem Tschechen Jan Svorada und Zabel, der damit zwischenzeitlich in der Punktwertung von McEwen überflügelt wurde.

          Beide Bergpreise der vierten Kategorie konnte an der Cote du Val d´Any (bei Kilometer 61) und de Saint-Vigor (71,5) Christophe Mengin gewinnen. Der Franzose baute seine Führung im gepunkteten Trikot aus und hat nun gute Chance, als „Bergkönig“ die Pyrenäen in der kommenden Woche zu erreichen.

          Am Samstag erwartet die Fahrer das 176 Kilometer lange siebte Teilstück vom Thermalort Bagnoles de l´Orne nach Avranches mit einem sehr welligen Profil und vielen kurzen Anstiegen. Nach dem 200 Meter hoch gelegenen Start müssen mehrfach zwischen 150 und 200 Höhenmeter überwunden werden.

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