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89. Tour de France : Drei Niederländer vorn am französischen Nationalfeiertag

  • Aktualisiert am

Die pure Freude: Karsten Kroon Bild: dpa

Der Niederländer Karsten Kroon siegte bei der achten Etappe der Tour de France im Spurt einer siebenköpfigen Fluchtgruppe vor zwei Landsleuten.

          Drei Franzosen waren in der siebenköpfigen Fluchtgruppe vertreten - zu einem Etappensieg am französischen Nationalfeiertag reichte es dennoch nicht.

          Der Niederländer Karsten Kroon vom Team Rabobank siegte nach 217,5 Kilometern von Saint Martin de Landelles nach Plouay vor zwei weiteren Landsleuten. Erst danach folgten die enttäuschten Einheimischen, 1:56 Minuten später das Hauptfeld.

          „Das war sehr wichtig für uns Holländer“, sagte Kroon, „weil wir zuletzt von der Presse zu Hause viel Druck bekommen haben.“ Dass er den Spurt der Ausreißer gewinnen würde, habe er nie bezweifelt: „Da war ich mir ziemlich sicher. So einen Sprint verliere ich nicht oft.“

          Zeit für ein Schwätzchen: die Trikotträger Galdeano (l) und Nozal

          Wie stark ist Galdeano im Zeitfahren?

          Telekom-Kapitän Erik Zabel verteidigte als Neunter das Grüne Trikot des Punktbesten mit zwei Zählern Vorsprung vor dem Australier Robbie McEwen, der diesmal Achter wurde. Als „Bergkönig“ wird der Franzose Christophe Mengin die Fahrt Richtung Pyrenäen antreten.Weiterhin im Gelben Trikot des Gesamtführenden fährt Igor Gonzales de Galdeano (Team Once), der mit dem Peloton ins Ziel kam.

          Am Montag muss sich der seit dem Teamzeitfahren vorn liegende Spanier erstmals richtig beweisen. Beim Zeitfahren über 52 Kilometer auf dem flachen Kurs von Lanester nach Lorient am Atlantik, wo Telekom-Profi Jens Heppner 1998 den einzigen Tour-Sieg seiner Karriere gefeiert hatte, kommt es zwischen den Siegaspiranten zum ersten direkten Schlagabtausch.

          Favorit ist der dreifache Toursieger Lance Armstrong (USA), der im Klassement 34 Sekunden Rückstand aufs Gelbe Trikot hat. Doch auch Gonzales de Galdeano, der Armstrong beim Zeitfahren der Rundfahrt Midi Libre besiegen konnte, werden gute Chancen eingeräumt.

          Weltmeister Freire schon ausgestiegen

          „Jetzt beim Zeitfahren muss ich eben schneller sein“, sagte Armstrong, der sich am Samstag kurz vor dem Ziel mit einem Pedal in den Speichen seines Teamkollegen Roberto Heras verheddert hatte.

          Pech hatten bei einem Massensturz kurz zuvor Spaniens Weltmeister Oscar Freire und Bonjour-Kapitän Didier Rous, der mit einem Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus musste. Freire war nach einem Abflug in den Straßengraben weiter gefahren, konnte aber am Sonntag wegen Steißbeinbeschwerden nicht mehr auf den Sattel steigen. Auch der Niederländer Aart Vierhouten trat nicht mehr an.

          Mehr Fortune hatte Zabel, dessen Teamkollege Rolf Aldag bei einem Sturz eine Rippenprellung erlitt. „Ich habe nur Glück gehabt und weiß nicht, wie ich überhaupt im Sattel geblieben bin“, sagte Zabel. „Mit einem Fuß war ich schon auf dem Asphalt.“

          Jaksche bleibt Dritter und bester Deutscher

          Im früheren WM-Ort Plouay kam Zabel im Hauptfeld an. Das sehr flache Teilstück gewann Kroon, bestens unterstützt vom famosen Teamkollegen Erik Dekker, nach 4:36:52 Stunden im Schlussspurt einer siebenköpfigen Fluchtgruppe, die nach 90 Kilometern dem Peloton davongefahren war. In der Gruppe fuhr auch Dauerausreißer Franck Renier (Frankreich), der damit wie schon am Vortag zwischenzeitlich im virtuellen Gelben Trikot fuhr.

          Den Spurt des Hauptfeldes gewann McEwen vor Zabel, der sich mit dem neunten Rang zufrieden gab. „Es war heute im Feld wahnsinnig schnell, besonders die Franzosen haben losgelegt wie von der Tarantel gestochen“, sagte Zabel, „das Ergebnis ist okay.“

          Im Gesamtklassement blieb Jörg Jaksche als bester Deutscher Dritter hinter seinen spanischen Teamkollegen Gonzales de Galdeano und Joseba Beloki. Vom Spitzenreiter trennen den Ansbacher zwölf Sekunden, von Beloki sind es acht.

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