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89. Tour de France : Armstrong stürzt und verliert 27 Sekunden

  • Aktualisiert am

Der Gesamtführende im Gelben Trikot: Igor Gonzalez de Galdeano Bild: dpa

Der Australier Bradley McGee hat die 7. Tour-Etappe gewonnen. Igor Gonzalez de Galdeano verteidigte das Gelbe Trikot, Erik Zabel das Grüne.

          Einen Tag nach seinem Triumph von Alencon konnte sich Erik Zabel am Samstag nicht in den Vordergrund schieben, verteidigte aber als Tagesfünfter sein Grünes Trikot des Punktbesten. Lance Armstrong verlor nach einem leichten Sturz kurz vor dem Ziel 27 Sekunden auf Spitzenreiter Igor Gonzalez de Galdeano, der weiterhin im Gelben Trikot fahren wird.

          Die 7. Etappe der 89. Tour de France über 174 km von Bagnoles-de-L Orne nach Avranches gewann der Australier Bradley McGee, der auf der ansteigenden Zielgeraden mit einem beherzten Schlussspurt den scheinbar enteilten Pedro Horrillo (Spanien) kurz vor dem Zielstrich abfing. „Ich wusste, dass Horillo zu früh losgefahren war“, sagte McGee: „Ich hatte nur noch Angst davor, dass der Telekom-Express noch angeflogen kommt.“

          Doch der hatte ein Problem. „Leider war Rolf Aldag in den Sturz verwickelt, so dass unsere Angriffsformation gestört war“, entschuldigte Telekom-Manager Walter Godefroot die Verspätung seines Zugs. Zabel, dem hinter dem zweiten Australier Robbie McEwen Rang fünf blieb, sagte: „Im Finale war keine Ordnung mehr hereinzubringen“. Zweiter wurde Estlands Zeitfahrmeister Jaan Kirsipuu vor Horillo.

          Tagessieger: Bradley McGee

          Weltmeister Oscar Freire in Massensturz verwickelt

          Wie an den Vortagen überschattete ein Massensturz des Feldes kurz vor dem Finale das Rennen. Der Berliner Jens Voigt und der Franzose Christophe Moreau verloren dadurch 4:20 Minuten, Weltmeister Oscar Freire sogar 6:23.

          „Der große Sturz ging wie eine Welle durchs Feld. Ich glaube, Freire hat sich an meinem Hinterrad aufgehängt und war im Straßengraben gelandet. Ich wäre fast über Fagnini gestürzt. Zum Glück konnte ich aber ohne große Verzögerung weiterfahren. Das war heute eine viel schwierige Etappe als wir alle erwartet hatten und ich bin froh, das Grüne Trikot verteidigt zu haben“, sagte Zabel.

          Dank Armstrongs Ausrutscher Jaksche auf Rang drei

          Zwei Kilometer vor dem Ziel stürzten auch der dreifache Toursieger Armstrong und der französische Publikumsliebling Laurent Jalabert. Selbst mit vereinter Hilfe seines Teams gelang Armstrong nicht mehr der Sprung an das rasende Feld. Er verlor 27 Sekunden auf das Gelbe Trikot von Igor Gonzales de Galdeano, der von Stürzen verschont blieb und im großen Pulk ins Ziel kam.

          Von Armstrongs Ausrutscher profitierte der Ansbacher Jörg Jaksche, der im Gesamtklassement auf den dritten Rang hoch hinter seinen beiden Once-Teamkollegen rutschte. Galdeano führt weiter mit vier Sekunden vor Joseba Beloki (vier Sekunden zurück) und nun Jaksche (12). Armstrong (34) fiel auf den achten Platz zurück.

          Terzett fuhr vorneweg

          Lange hatten am Samstag drei Ausreißer die Tour-Bühne in der Normandie beansprucht. Die Franzosen Anthony Morin und Franck Renier sowie Hollands früherer Straßenmeister Leon van Boon fuhren nach zehn Kilometern dem Peloton davon.

          Das Trio blieb 164 km lang allein an der Spitze und hatte mit 5:15 Minuten den größten Vorsprung herausgefahren. Dabei gewann Renier alle drei Zwischensprints. Beim von Morin nach 119 km gewonnen Bergpreis am Mont Pincon fuhr Renier, dem schon am Dienstag gemeinsam mit seinem Landsmann Jacky Durand eine 162 km lange Fluchteinlage gelungen war, im „virtuellen Gelben Trikot“.

          Mc Gee stahl Horillo die Show

          Doch das Terzett wurde drei Kilometer vor dem Ziel vom Feld gestellt. Da war es zu spät für große taktische Schachzüge der Sprinter. Ein Massenspurt kam auch deshalb nicht zu Stande, weil Pedro Horrillo den Sprintern die Show stehlen wollte, ähnlich wie der Schweizer Rubens Bertogliati am ersten Tourtag in Luxemburg. Doch Mc Gee überholte ihn noch.

          Am Sonntag beim Weg durch die Bretagne von Saint Martin de Landelles nach Plouay hätte Zabel für lange Zeit die letzte Chance auf einen zweiten Tagessieg. Ab Montag folgen Zeitfahren, Ruhetag und die Pyrenäen.

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