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2. Fußball-Bundesliga : Mainzer Träume und Mannheimer Trauma

  • Aktualisiert am

Traf für Mainz: Michael Thurk Bild: dpa

Mainz 05 wahrte durch einen 3:0-Erfolg gegen Waldhof Mannheim in der zweiten Fußball-Bundesliga seine Aufstiegschancen.

          Die Zweitliga-Partie zwischen dem FSV Mainz 05 und Waldhof Mannheim war ein Duell der unterschiedlichen Gemütslagen. Während die Mainzer durch den 3:0 (2:0)-Erfolg und den ersten Heimsieg des Jahres wieder den Kurs in Richtung Bundesliga eingeschlagen haben, mussten die Mannheimer Profis nicht nur den Schock der Niederlage verdauen.

          Vereins-Präsident Wilfried Gaul wurde nur wenige Stunden zuvor vom Koblenzer Landgericht wegen Beihilfe zur Untreue zu einer Bewährungstrafe von zwei Jahren sowie einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro verurteilt und kündigte anschließend seinen Rücktritt an.

          Illegales Immobilien-Geschäft

          „Ich fühle mich zwar nach wie vor unschuldig, doch wird man mich mit Recht fragen, warum ich dann verurteilt wurde“, erklärte Gaul. Ein illegales Immobilien-Geschäft mit dem bereits verurteilten Caritas-Manager Hans-Joachim Doerfert wurde dem Waldhof-Boss zum Verhängnis. Wer seine Nachfolger wird, ist noch unklar.

          Bei der deutlichen Niederlage in Mainz waren Gauls Noch-Schützlinge weitgehend chancenlos. Nachdem der FSV nur mühsam aus der Winterpause gekommen war und zwischenzeitlich den sicher geglaubten Aufstiegsplatz eingebüßt hatte, scheint nun der Schwung aus dem Vorjahr zurückgekehrt zu sein.

          „Wir gehören da hin“

          „Wir haben alles rausgehauen, was wir drin hatten. Wir haben uns wieder oben in der Tabelle festgebissen, und wir gehören da auch hin“, sagte der zufriedene Mainzer Coach Jürgen Klopp. Vor 8900 Zuschauern im Bruchwegstadion erzielten Dennis Weiland (10.), Michael Thurk (36.) und Manuel Friedrich (71.) die Tore für die Gastgeber, die dabei noch zahlreiche hochkarätige Chancen ausließen.

          „Man sieht es an meinen Haaren, mit uns geht es wieder aufwärts“, meinte Torschütze Thurk und deutete auf seine neue Irokesen-Frisur. Die Partie hätte aber noch einmal kippen können, doch FSV-Torwart Dimo Wache hielt einen Foulelfmeter des Mannheimer und zukünftigen Lauterer Angreifers Selim Teber (56.).

          „Lohn für Leistung“

          „Wache hält sensationell. Das war die Schlüsselszene. Aber die Mannschaft hat sich endlich einmal den Lohn für ihre Leistung geholt“, analysierte Klopp. Auch sein Mannheimer Kollege Andre Egli erkannte die Überlegenheit des Aufstiegsaspiranten, der wieder auf den zweiten Tabellenplatz hinter Spitzenreiter Hannover 96 geklettert ist. „Mainz steht zu Recht dort oben, während wir uns mit Mittelmaß begnügen müssen“, meinte der frustrierte Schweizer.

          Nach dem Erfolg reifen auch beim Mainzer Präsidenten Harald Strutz, der die zuletzt gezeigten Vorstellungen seines Teams stark kritisiert hatte, wieder die Bundesliga-Träume: „Die Jungs haben endlich gezeigt, dass sie definitiv auf dem richtigen Weg sind“, meinte der FSV-Boss.

          Manager Christian Heidel ging sogar noch einen Schritt weiter: „Die Atmosphäre war wieder absolut erstligareif. Wenn das auch in Zukunft so ist, gewinnen wir jedes Heimspiel.“

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