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2. Fußball-Bundesliga : „Mainzer Gott ein Fastnacht-Narr, aber kein Fußball-Gott“

  • Aktualisiert am

Ließen den Tränen freien Lauf: Mainzer Fans Bild: dpa

Die Enttäuschung über den verpassten Bundesliga-Aufstieg kannte beim FSV Mainz 05 keine Grenzen.

          Mainz bleibt Mainz - auch ohne Liga eins: Seit dem sechsten Spieltag unter den ersten Drei der zweiten Fußball-Bundesliga, die meisten Auswärtspunkte gesammelt, der beste Nicht-Aufsteiger seit Jahren - der FSV Mainz 05 wurde nach dem Herzschlagfinale mit Lob überschüttet.

          Allerdings wollten Mannschaft und Trainer davon nichts hören. Zu tief saß die Enttäuschung nach der 1:3-Niederlage bei Union Berlin, die alle Aufstiegsträume am letzten Spieltag platzen ließ. „Ich fühle eine brutale Leere“, sagte Trainer Jürgen Klopp und machte aus seinem Herzen keine Mördergrube.

          Sonntagsschuss und Strafstoß „brachen das Genick“

          Minutenlang irrte der sympathische Brillenträger nach dem Abpfiff über den Rasen der „Alten Försterei“ und suchte nach Erklärungen. „Natürlich werden die Spieler in so einem wichtigen Spiel nervös. Aber das war nicht die Ursache für unsere Pleite. Berlin hat uns mit einem Elfmeter und einem Sonntagsschuss das Genick gebrochen“, erklärte Klopp.

          Zum Heulen: der Mainzer Torwart Dimo Wache

          Der Mainzer Vereins-Präsident Harald Strutz schloss bei seiner Analyse den Einfluss „höherer Mächte“ nicht aus: „Das ist heute eine Katastrophe. Wir haben eine grandiose Saison hingelegt, waren in der Tabelle stets oben mit dabei und wurden dann auf der Zielgeraden von Bochum und Bielefeld noch abgefangen.“

          „Der Mainzer Gott ist vielleicht Fastnacht-Narr, aber kein Fußball-Gott“, meinte der 05-Boss. Dennoch: Von Weltuntergangsstimmung wollte der Klub-Chef nichts wissen. „Die Saison hatte trotz des Debakels gute Seiten. Wir haben in den letzten Monaten nicht nur in Mainz viele neue Fans gewonnen. Der Klub hat an Beliebtheit gewonnen“, so Strutz.

          „Im dritten Anlauf wird es die Mannschaft schaffen“

          Die Mischung aus Sympathie und Trauer, die die Rheinhessen nach dem Finale in der „Alten Försterei“ umgab, erinnerte den Präsident an Vizemeister Bayer Leverkusen in der Bundesliga: „Man kann uns durchaus mit Leverkusen vergleichen. Auch wir sammeln in der Enttäuschung viele Sympathie-Punkte!“

          Aufmunternde Worte hatte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck übrig, der eigens zu dem Finale nach Berlin angereist war: „Diese Mannschaft wird wiederkommen. Die Stadt Mainz ist stolz auf dieses Team“, äußerte der Politiker und bekennende Fan des 1. FC Kaiserslautern. Und FDP-Chef Rainer Brüderle, ebenfalls nach Berlin angereist, ließ Detailwissen sprechen: „Mainz hat nach 1997 bei der Niederlage gegen Wolfsburg zum zweiten Mal knapp den Aufstieg verpasst. Im dritten Anlauf wird es die Mannschaft schaffen“.

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