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2. Fußball-Bundesliga : Mainz weint, Bochum und Bielefeld feiern

  • Aktualisiert am

Zum Heulen: der Mainzer Torwart Dimo Wache Bild: dpa

Der FSV Mainz 05 ist untröstlich: Am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga verspielte der Club den Erstliga-Aufstieg, den noch Arminia Bielefeld und VfL Bochum errangen.

          Arminia Bielefeld und der VfL Bochum sind wieder erstklassig und haben Mainz 05 in einen Schockzustand versetzt: Beim Saisonfinale der 2. Fußball-Bundesliga purzelten die Rheinhessen nach einer 1:3 (0:0)-Pleite bei Union Berlin von Aufstiegsplatz zwei zurück auf Rang vier und mussten die siegreiche Konkurrenz aus Westfalen vorbeiziehen lassen.

          „Ich lasse den Kopf hängen, es geht mir einfach nur schlecht“, sagte Trainer Jürgen Klopp. „Wir sind richtig tief gefallen. Ich fühle nur noch Leere“, berichtete der Mainzer Coach. Nicht nur er: Tausende Mainzer Anhänger, „die sich einen Lebenstraum erfüllen wollten“ (Klopp), brachen im Berliner Stadion oder auf dem Mainzer Marktplatz in Tränen aus.

          Grund: Arminia Bielefeld machte vor eigenem Publikum gegen LR Ahlen mit einem 3:1 (2:1) alles klar und schaffte zum sechsten Mal den Sprung ins Fußball-Oberhaus, dem VfL Bochum reichte der 3:1 (2:0)-Erfolg bei Alemannia Aachen zum vierten direkten Wiederaufstieg seit 1994.

          Gescheitert: der Mainzer Michael Thurk

          Damit folgen Bielefeld und Bochum Zweitliga-Meister Hannover 96 in die Bundesliga. Die Niedersachsen, die bereits vor einigen Wochen als Aufsteiger feststanden, krönten ihre Saison mit einem 5: 1 (2:1)-Auswärtssieg bei der SpVgg Greuther Fürth.

          Sechster Aufstieg für Arminia Bielefeld

          Bielefeld machte den sechsten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte nach 1970, 78, 80, 97 und 99 perfekt. Vor 26.601 Fans auf der Alm war der Pole Artur Wichniarek mit zwei Treffern (39./51.) der Matchwinner - damit holte er sich mit 20 Treffern auch die Torjägerkanone. Das 1:0 erzielte Marcio Borges (12.).

          Nach dem Schlusspfiff wurde das Spielfeld gestürmt, am Abend stieg vor dem Rathaus die Aufstiegsparty. Bis dahin musste das mit einer Aufstiegsprämie von angeblich 500.000 Euro belohnte Team von Benno Möhlmann zittern, nachdem Marcus Feinbier (45.) den Anschluss erzielte. „Wir haben in dieser Saison immer die Big Points gemacht und uns den Aufstieg verdient“, jubelte Möhlmann.

          Vierter Aufstieg für Bochum

          Bochum gelang der vierte direkte Wiederaufstieg nach 1994, 96 und 2000. Die Partie in Aachen drohte vor 16.631 Zuschauern auf dem Tivoli, davon knapp 10.000 aus Bochum, zu eskalieren. Schiedsrichter Michael Weiner (Hildesheim) wollte das Spiel sogar abbrechen, nachdem Bochumer Fans zum wiederholten Mal Rauchbomben auf das Spielfeld geworfen hatten.

          Zuvor hatte Thomas Christiansen mit seinem 17. Saisontreffer die Gäste per Foulelfmeter nach 17 Minuten in Führung gebracht. Nach dem 0:2 durch Paul Freier (43.), verkürzte Oliver Caillas (48.) auf 1:2. Danach machte erneut Freier (86.) den VfL-Sieg perfekt.

          Tiefe Trauer in Mainz

          Große Resignation herrschte beim FSV Mainz 05. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp konnte beim 1. FC Union Berlin auch den dritten „Matchball“ nicht verwerten und verlor 1:3. Dadurch rutschten die Mainzer auf den undankbaren 4. Rang zurück. 12 000 FSV-Fans hatten in der Innenstadt der Karnevals-Hochburg vor einer Großbild-Leinwand vergeblich die Daumen gedrückt. Nach dem Aus flossen die Tränen.

          In Berlin entwickelte sich eine hochdramatische Begegnung. Die „Eisernen“ versetzten den Gästen in der Schlussphase durch Treffer von Kostadin Widolow (83.) und Harun Isa (90.) den K.o. im Aufstiegskampf. Die Mannschaft von Trainer-Neuling Jürgen Klopp fiel damit erstmals seit dem fünften Spieltag wieder auf einen Nichtaufstiegsplatz zurück. Die 3000 mitgereisten Anhänger aus Mainz hatten vor allem nach dem 1:1-Ausgleich durch Blaise N'Kufo (71.) die Bundesliga ganz dicht vor Augen, nachdem Christian Fiel Union per Foulelfmeter (58.) in Führung gebracht hatte.

          Karlsruhe gerettet

          Im Abstiegskampf hat der Karlsruher SC dank eines 3:0 (1:0) über die SpVgg Unterhaching den Kopf aus der Schlinge gezogen und sich einen Nicht-Abstiegsplatz gesichert. Erstliga-Absteiger Unterhaching darf trotz des Sturzes auf Platz 15 auf den Erhalt der Liga hoffen, weil dem SSV Reutlingen wahrscheinlich die Lizenz entzogen wird.

          In den übrigen Spielen trennten sich Eintracht Frankfurt und Absteiger Babelsberg 03 1:1 (1:1), Schweinfurt 05 unterlag in seinem Zweitliga-Abschiedsspiel gegen Waldhof Mannheim 0:1, der MSV Duisburg verlor gegen 1:4 (1:2) gegen Rot-Weiß Oberhausen, und der 1. FC Saarbrücken besiegte Reutlingen 4:3 (1:2).

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