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2. Fußball-Bundesliga : Mainz fühlt sich als Lachnummer

  • Aktualisiert am

Jürgen Klopp: Gestern Spieler heute Trainer Bild: dpa

Zweitliga-Spitzenreiter FSV Mainz 05 klopft laut hörbar an die Tür zur Fußball-Bundesliga und fühlt sich trotzdem als Lachnummer.

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          Zweitliga-Spitzenreiter FSV Mainz 05 klopft laut hörbar an die Tür zur Fußball-Bundesliga und fühlt sich trotzdem als Lachnummer. „Über Mainz schüttelt Deutschland doch den Kopf“, ärgert sich FSV-Präsident Harald Strutz.

          Trotz der riesigen Chance auf die Eliteliga rumort es im Umfeld, die Stadionpläne kommen nicht voran: „Ein Skandal, jetzt warten wir wieder vier Wochen auf ein neues Lärmgutachten. Wir schämen uns angesichts der Trainingsbedingungen auch vor den Eltern unserer Jugendlichen.“

          Startrekord von Nürnberg im Visier

          Rein sportlich läuft es dagegen glänzend: Die Schützlinge von Jürgen Klopp benötigen nach dem 4:2-Erfolg am 10. Spieltag bei Waldhof Mannheim mit nun 25 Punkten noch einen Sieg, um den Startrekord des 1. FC Nürnberg aus dem Vorjahr mit 27 Zählern aus elf Partien zu übertrumpfen.

          Im Torjubel geübt: Die Spieler von Hannover 96

          „Wir sind geil auf Erfolg. Immer wieder - Woche für Woche“, jubelte Trainer-Nobody Klopp. Extreme Katerstimmung wegen schwacher Leistungen herrscht dagegen bei einem ursprünglich als Mitfavorit gestarteten Traditionsverein.

          Mainzer Stadionausbau kommt nicht voran

          Der MSV Duisburg wartet nach dem 1:1 gegen die SpVgg. Greuther Fürth als einziger Klub noch immer auf den ersten Sieg und ist Vorletzter. MSV-Coach Pierre Littbarski gerät immer mehr unter Druck und muss um seinen Arbeitsplatz fürchten.

          Kein Missverständnis ist das Engagement des Ex-Profis Klopp in Mainz. Manager Christian Heidel hat durch den Höhenflug andere Sorgen: „Im Falle eines Aufstieges würden wir durch das Stadion viel Geld verlieren.“ Ein negatives Gutachten verhindert den dringend notwendigen Ausbau des Geländes am Bruchweg mit seinen provisorischen Stahlrohrtribünen. Insgesamt seit fünf Jahren warten die Vereins-Bosse vergeblich auf „Grünes Licht“ von den Stadtvätern.

          Umzug nach Wiesbaden?

          Gemunkelt wurde sogar schon über einen Umzug des Vereins nach Wiesbaden. Trotz der nach Mannheim mitgereisten rund 2.500 Anhänger ist auch die Zuschaueresonanz wenig reif für die Eliteliga. „Es müsste eine emotionale Explosion statffinden“, hofft Strutz. Gegen Schweinfurt am Freitag, wenn die langjährige „Graue Maus“ mit dem Startrekord ein wenig Zweitliga-Geschichte schreiben will, werden immerhin über 10.000 Zuschauer erwartet.

          Zumal die Konkurrenz fleißg Punkte einbüßt. Hannover 96 als schärfster Rivale büßte beim 2:2 (2:2) in Reutlingen wichtige Zähler ein. Kurios: Alle vier Treffer fielen innerhalb von nur elf Minuten bis zur 40. Minute, obendrein parierte Hannovers Keeper Jörg Sievers in der 43. Minute einen Foulelfmeter.

          Bochum und Frankfurt nur remis

          Auch der VfL Bochum büßte wertvollen Boden ein, schaffte in Schweinfurt nach einem 0:3-Rückstand aber immerhin noch ein 3:3. Der SpVgg Unterhaching gelang in Saarbrücken (0:0) ebenfalls nur ein Remis. Auch der dritte Erstliga-Absteiger, Eintracht Frankfurt, holte gegen Alemannia Aachen (2:2) lediglich einen Punkt.

          Der Aufstiegsaspirant kann vor heimischer Kulisse offensichtlich nicht mehr gewinnen.
          Nach zuletzt zwei Heimniederlagen in Folge gegen Arminia Bielefeld und die SpVgg Greuter Fürth enttäuschten die Hessen erneut. Während Frankfurt die Aufstiegsplätze nach nur fünf Punkten aus den vergangengen fünf Spielen immer weiter aus den Augen verliert, feierte Eintrachts Ex-Trainer Jörg Berger in seinem zweiten Spiel als Coach der Aachener die Rückkehr auf einen Nichtabstiegsplatz.

          Arminia Bielefeld am Montag bei Union Berlin

          Der Tabellendritte Arminia Bielefeld tritt erst am Montag (20.15 Uhr) gegen Union Berlin an. Im Kreis der Mitbewerber meldete sich LR Ahlen mit einem 4:1 gegen den Karlsruher SC zurück. Rot-Weiß Oberhausen, vor der Saison als Mitfavorit gehandelt, konnte mit einem 2:0 beim Neulinge SV Babelsberg den ersten Saisonsieg feiern. Für die furios gestarteten Gäste war es dagegen die fünfte Pleite in Serie.

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