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2. Fußball-Bundesliga : Littbarski: „Uns steht das Wasser bis zum Hals“

  • Aktualisiert am

Erfolglos auch im neuen Job: Pierre Littbarski Bild: AP

Der MSV Duisburg bleibt weiter sieglos in der zweiten Fußball-Bundesliga, eine Trainerdiskussion gibt es aber noch nicht.

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          Sieben Spiele, kein Sieg: Pierre Littbarski wartet als Trainer des MSV Duisburg noch immer auf den ersten Erfolg in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Nach dem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt am Montagabend durch Treffer des Chinesen Chen Yang (13. Minute) zum 0:1 und den Tschechen Pavel Drsek (51.) ärgerte sich der 72-malige Nationalspieler nicht nur über die ausgelassenen Chancen seiner Mannschaft, sondern auch über sich selbst. „Ich habe schlecht ausgewechselt“, stellte „Litti“ selbstkritisch fest.

          Er hatte Sercan Güvenisik und Gustav Policella ins Spiel gebracht - zwei Stürmer, die diese Bezeichnung gegen den Erstliga-Absteiger aus Hessen nicht verdient hatten. „Das hätte ich besser gelassen“, meinte Littbarski, der trotz der anhaltenden Misere nicht um seinen Job bangen muss. „Man hat doch gesehen, dass die Mannschaft intakt und von einer guten Moral beseelt ist“, bemühte sich MSV-Manager Detlef Pirsig um Rückendeckung für den Trainer. Der hätte beinahe eine weitere Niederlage bedauert, hätte nicht Zwei-Meter-Mann Stefan Brasas, bei Werder Bremen fortgeschickt, am Ende erstklassig gehalten.

          Immer noch kein Sieg, und nun geht es nach Bielefeld

          Bernard Dietz, früher das Duisburger Fußball-„Denkmal“ und jetzt Trainer des Liga-Konkurrenten VfL Bochum, bescheinigte etwas Positives: „Der MSV spielt doch viel besser, als es die Tabelle aussagt.“

          Doch die „Zebras“ haben das Punkten verlernt: Rang 16, nur drei Punkte, und jetzt müssen sie am Freitag auf der Bielefelder „Alm“ gegen den Aufstiegs-Kandidaten Arminia antreten. „Uns steht das Wasser bis zum Hals“, sagt der 41 Jahre alte Littbarski. Er forderte abermals Verstärkung für den Angriff. „Dass wir die vielen guten Chancen nicht verwerten, ist ganz einfach eine Frage der Qualität“, sagt Littbarski.

          Die Hoffnung indes gibt der Weltmeister von 1990 nicht auf. „Wir arbeiten weiter hart und glauben beharrlich an die Wende“, gab sich auch Kapitän Carsten Wolters trotz der langen Negativ-Serie zuversichtlich.

          Auch Martin Andermatt ist unzufrieden

          Doch nicht nur Pierre Littbarski war sauer. Auch sein Frankfurter Kollege Martin Andermatt reagierte auf die Punkteteilung unzufrieden. Seine Kritik traf zunächst Jermaine Jones, der schon nach einer Viertelstunde wegen Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz musste. Dann unterlief seinem Torhüter Oka Nikolov ein gravierender Fehler, der Drsek den Ausgleich ermöglichte.

          Am Ende ließ das sonst gefährliche Eintracht-Sturmduo Pawel Kryszalowicz und Chen Yang gegen die nachlassenden Gastgeber selbst die besten Chancen aus. Zu Recht durfte der Trainer feststellen: „Wir hätten auch gewinnen können.“

          Vielflieger Chen Yang

          Dass Chen Yang wenigstens ein Tor erzielte, ist bemerkenswert. Denn derzeit übt sich der Chinese als Vielflieger und pendelt zwischen den Einsätzen bei der chinesischen Nationalmannschaft in Asien und Europa hin und her.

          Am frühen Dienstagmorgen ist Yang mangels Linienflug mit einer Passagiermaschine in einem Transport-Flugzeug der Lufthansa in die Vereinigten Arabischen Emirate aufgebrochen, wo China ein abermaliges Spiel um die WM-Qualifikation zu bestreiten hat. Am Sonntag, wenn die Eintracht gegen Greuther Fürth antritt, soll dann Chen Yang wieder in Deutschland sein.

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