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2. Bundesliga : 5. Rauswurf in 2. Liga: Aachen entlässt Hach

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Kurioser Vertrag: Eugen Hach Bild: dpa

Eine kuriose Vertragsklausel machte dem Fußball-Zweitligisten die Entlassung von Eugen Hach leicht.

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          Fußball-Zweitligist Alemannia Aachen hat das wochenlange Possenspiel um Eugen Hach beendet und den Trainer wie erwartet entlassen. „Die vertragliche Situation, die eine Kündigung aus besonderem Grund rechtfertigt, ist eingetreten“, erklärte Präsident Hans Bay.

          Eine von dem Coach im Frühjahr ohne Not und aus „Glauben an die Mannschaft“ unterzeichnete Zusatzvereinbarung erlaubte es dem Verein, Hach gegen Zahlung von rund 250.000 Mark zu entlassen, wenn die Alemannia nach dem achten Spieltag nicht mindestens drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze hat. Nach dem 0:1 bei Aufsteiger Schweinfurt 05 am Samstag belegen die Aachener Platz 15 und damit einen Abstiegsrang.

          „Er ist bei den Fans unten durch“

          Der 41 Jahre alte Hach ist bereits der fünfte Zweitliga-Trainer, der in dieser Saison vorzeitig gehen musste. Zuvor waren Gerhard Kleppinger (Rot-Weiß Oberhausen), Uwe Erkenbrecher (SpVgg Greuther Fürth), Thomas von Heesen (1. FC Saarbrücken) und Lorenz-Günther Köstner (SpVgg Unterhaching) entlassen worden.

          „Auch eine zweite Voraussetzung ist erfüllt. Hach selbst hat sieben Punkte aus drei Spielen gefordert und nicht erreicht“, sagte Bay. Der Alemannia-Boss hatte Hach, der am Sonntag ungeachtet seiner Lage noch den nächsten Gegner 1. FC Saarbrücken beobachtet hatte, in den letzten Tagen mehrfach mit öffentlichen Kommentaren demontiert. „Wir haben ihn gebeten, vor der Partie gegen Mannheim zurückzutreten“, berichtete Bay: „Er kann noch zehn Spiele gewinnen, er ist bei den Fans unten durch.“

          Enttäuschende Rückrunde

          Aachen gewann gegen Mannheim jedoch mit 1:0 und Hach setzte seine Arbeit auf Bitten des Spielerrates fort. „Ich kann beim besten Willen an Hachs Arbeit keine Fehler entdecken“, sagte Bay nun. „Allerdings wäre ein dauerhafter Verbleib für ihn die Hölle gewesen. Dieser Hass gegen ihn ist eine einmalige Situation in Deutschland.“

          Hach hatte die Aachener nach der Rückkehr in die zweite Liga am 1. Juli 1999 übernommen und stets den Bundesliga-Aufstieg für das Jahr 2003 als Fernziel angegeben. Nach einer enttäuschenden Rückrunde im Vorjahr hatten die Alemannen-Fans aber bereits mehrfach lautstark die Ablösung des Coachs gefordert.

          Favorit Vandereycken

          Der bisherige Co-Trainer Andre Winkhold übernimmt vorübergehend die Betreuung der Mannschaft, wird aber laut Bay „auf keinen Fall die Mannschaftsführung übernehmen“. Noch in den nächsten Tagen soll am „Tivoli“ aber ein neuer Trainer präsentiert werden. Wunschkandidat ist der Belgier Rene Vandereycken. Der 48 Jahre alte Vize-Europameister von 1980 war in der vergangenen Saison bei seinem ersten Trainer-Engagement in Deutschland beim Zweitligisten Mainz 05 nach nur zwölf Spieltagen entlassen worden.

          Der ehemalige Paderborner Coach Günter Rybarczyk sowie der frühere Düsseldorfer Bundesliga-Torwart Jörg Schmadtke gelten als Alternativen. Der Aufsichtsrat der Alemannia wollte einen der beiden eigentlichen in den kommenden Wochen als neuen Sportdirektor engagieren.

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