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2. Bundesliga : 120 schwache Sekunden können Mainz den Aufstieg kosten

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Nach der Mainzer Niederlage in Ahlen hat sich der Dreikampf um den letzten Aufstiegsplatz in der 2. Bundesliga weiter zugespitzt. Mainz, Fürth und Frankfurt haben zwei Spieltage vor Saisonende jeweils 56 Punkte.

          Trainer Jürgen Klopp wischte sich nach dem Mainzer Fußball-Drama verstohlen Tränen aus den Augen, Kapitän Dimo Wache rastete vor Wut fast aus: Innerhalb von 120 Sekunden hatte der FSV Mainz 05 am Montag durch das 3:4 (1:2) bei LR Ahlen seine gute Ausgangsposition im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg verspielt und muss nun auf Ausrutscher der punktgleichen Konkurrenten Greuther Fürth und Eintracht Frankfurt hoffen.

          „Ich denke, jetzt wird irgendwo ein wenig gefeiert. Aber wer uns abschreibt, macht einen Fehler. Wir sind noch dabei im Aufstiegsrennen“, sagte der von den 90 dramatischen Minuten sichtlich mitgenommen wirkende Klopp. Wie ein Keulenschlag traf die Mainzer das Tor von Chiquinho in der Nachspielzeit, nachdem Michael Zepek mit seinem Treffer zum 3:3 in der 90. Minute bereits die Siegträume der Gäste zerstört hatte.

          "Dann sind die Emotionen hochgekocht"

          „Es darf nicht passieren, dass wir in den letzten zwei Minuten solch dumme Tore bekommen. Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist. Ich kann es nicht erklären“, meinte Benjamin Auer, der die Aufholjagd der Gäste nach dem frühen 0:2 mit dem Tor zum 3:2 fast gekrönt hätte. „Das wäre ein großes Spiel gewesen, wenn wir das Ding nach Hause fahren“, erklärte Klopp.

          Durch die Mainzer Niederlage hat sich der Dreikampf um den Aufstieg weiter zugespitzt. Die Rheinhessen weisen wie Fürth und Frankfurt 56 Punkte auf, haben aber die schlechtere Tordifferenz (+18) als die Konkurrenten (beide +21). „Jetzt gewinnen wir gegen Lübeck, und dann werden wir sehen, was am Ende herauskommt“, meinte Klopp, der nach dem Abpfiff mit dem frustrierten Torwart Wache beinahe handgreiflich aneinander geraten wäre. „Da sind mir die Gäule durchgegangen. Ich wollte beruhigen, aber dann sind die Emotionen hochgekocht“, schilderte der Coach die Szene.

          100 Liter Apfelwein für Werner Lorant

          Zuvor hatte Klopp hilflos mitansehen müssen, wie die Mannschaft drei wichtige Punkte aus der Hand gab. „Als der Ausgleich fiel, dachte ich, okay, das ist verdient. Aber das 3:4 hat mir natürlich nicht mehr geschmeckt“, so Klopp.

          Ein Mainzer Sieg wäre allerdings auch nicht gerecht gewesen, denn eine krasse Fehlentscheidung von Schiedsrichter-Assistent Michael Kempter kostete die Ahlener, die sich durch den Erfolg Luft im Abstiegskampf verschafften, ein reguläres Tor. Bei einem Kopfball von Samuel Ipoua (72.) winkte Kempter Abseits, was Ahlens Coach Werner Lorant auf die Palme brachte.

          „Was er da an Abseits gesehen hat, will ich mal wissen. Aber das muss ich auch dem DFB sagen: Er kann nicht solch ein Schiedsrichter-Gespann herschicken, wenn es für beide Mannschaften um so viel geht“, echauffierte sich Lorant nach dem Abpfiff. Lorants Lohn für den Sieg: Die Frankfurter Fans wollen dem einstigen Eintracht-Profi als Dank für die Schützenhilfe 100 Liter Äppelwoi schicken.

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