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2:4 gegen Nürnberg : Mintal zerstört Stuttgarts Hoffnungen

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Kuranyi kann sich nicht durchsetzen Bild: dpa/dpaweb

Der VfB Stuttgart hat im Kampf um einen Spitzenplatz einen herben Rückschlag erlitten. Die Schwaben kassierten eine überraschende 2:4-Heimniederlage gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg.

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          Der 1. FC Nürnberg hat den VfB Stuttgart vorerst aus allen Titelträumen gerissen. Die Franken bezwangen die favorisierten Schwaben überraschend, aber verdient mit 4:2 (2:0) und verließen zum dritten Mal hintereinander das Daimlerstadion als Sieger.

          Sven Müller (6. Minute), Markus Schroth mit einem Doppelschlag (11. und 85.) sowie Torjäger Marek Mintal (83.) sorgten für den vierten Auswärtstriumph des Aufsteigers. Fernando Meira (52.) und Imre Szabics (71.) hatten für den erst im zweiten Durchgang ansatzweise überzeugenden Tabellendritten zwischendurch ausgeglichen.

          VfB-Trainer Matthias Sammer haderte mit der fehlenden Cleverness seiner Spieler. „Wir haben uns die Dinger selbst reingeschmissen. Nach dem 2:2 müssen wir viel abgeklärter spielen. Wir dürfen das Spiel nicht mehr aus der Hand geben“, sagte der 37jährige. „Wir haben eine große Chance vertan. Wir werden wieder aufstehen.“ Sein Nürnberger Kollege Wolfgang Wolf zeigte sich dagegen „sehr glücklich“ über die drei Punkte für seine Mannschaft. „Die Tore waren klasse herausgespielt. Normalerweise verlierst du das Spiel nach dem 2:2. Wir haben den Sieg verdient.“

          Defensivschwächen beim VfB

          Matthias Sammer hatte vergeblich vor der Auswärtsstärke der Nürnberger gewarnt. Seine Schützlinge versagten bei der vom Trainer zum „wirklichen Charaktertest“ erklärten Partie weitgehend. Sie fanden keine richtige Einstellung gegen die kampfstarken Nürnberger, die sich von ihrer Heimpleite beim Rückrundenauftakt glänzend erholt zeigten. Beim VfB machte sich vor allem das Fehlen des gelb- gesperrten Kapitäns Zvonimir Soldo als Lenker und Denker negativ bemerkbar.

          Der „Club“ zeigte bei Gefrierschrank-Temperaturen im mit 47.000 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Daimlerstadion nur am Anfang Respekt vor dem Tabellendritten. Als Christian Tiffert (3.) jedoch eine hochkarätige Chance für den VfB kläglich vergab, wurden die Gäste immer mutiger. Eklatante Abwehrschwächen auf der linken Seite der Stuttgarter erleichterten den Nürnbergern ihre Angriffe. Heiko Gerber und Markus Babbel ließen ihren Gegenspielern jeweils zu viel Raum bei den Gegentoren. Sven Müller war bei seinem Schrägschuß völlig ungedeckt, und Schroth kam nach Mintal-Flanke ebenfalls völlig frei zum Kopfball.

          Mintals 14. Saisontreffer

          Für den VfB vergab Cacau (17.) vor der Pause die einzig gute Chance zum Anschlußtreffer. In dieser wie in anderen Situationen war Torhüter Daniel Klewer bei seinem ersten Bundesligaeinsatz für den „Club“ auf dem Posten. Der Ex-Rostocker vertrat den verletzten Stammkeeper Raphael Schäfer bestens.

          Nach dem Seitenwechsel nahm der VfB endlich das Heft in die Hand und kam besser zur Geltung. Meiras frühes 1:2 per herrlichem Drehschuß setzte zusätzliche Kräfte frei. Der Neuling kam nur noch zu gelegentlichen Kontern. Klewer stand immer mehr im Mittelpunkt, hatte aber gegen den raffinierten Schlenzer von Szabics aus Nahdistanz zum Ausgleich keine Abwehrchance. Aber Mintal zerstörte mit seinem 14. Saisontreffer zum 2:3 die Hoffnungen der Stuttgarter auf wenigstens einen Punkt. Schroth machte mit seinem zweiten Treffer alles klar für den „Club“.

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