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2:2 in Nürnberg : Platzverweis bringt Bayern aus dem Tritt

  • Aktualisiert am

Bayern-Stürmer Pizarro streitet mit Lars Müller um den Ball Bild: REUTERS

Der Rekordmeister sah in Nürnberg schon wie der Sieger aus, als Salihamidzic vom Platz gestellt wurde. Umgehend mußten die zuletzt erfolgsverwöhnten Münchner das 2:2 hinnehmen.

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          Zwei Elfmeter, zwei Platzverweise und für jeden zwei Tore - am Unterhaltungswert des 170. Derbys zwischen Altmeister 1. FC Nürnberg und Rekordmeister Bayern München hatte auch Felix Magath nichts auszusetzen.

          Doch die Leichtfertigkeit, mit der seine Star-Truppe beim 2:2 (1:1) im ausverkauften Nürnberger Frankenstadion zwei Punkte auf dem Weg zur Herbstmeisterschaft verschenkte, erzürnte den Bayern-Trainer: „Wenn wir den Anspruch haben, deutscher Meister zu werden, müssen wir so ein Spiel gewinnen. Es war leicht, heute drei Punkte zu machen“, nörgelte Magath. Auch Uli Hoeneß ärgerte die nach zuletzt vier Erfolgen unnötig gerissene Siegesserie. „Nürnberg war doch schon tot“, meinte der Manager angesichts einer 2:1-Führung und 50 Minuten mit einem Spieler mehr.

          Kahn: „Wir können nicht jedes Spiel gewinnen“

          Die Bayern-Profis blieben nach 90 hektischen Minuten auf dem Spielfeld gelassen, zumal die Tabellenführung behauptet wurde. „Wir können auch nicht jedes Spiel gewinnen“, meinte Kapitän Oliver Kahn. „Man muß auswärts auch mal mit einem Punkt zufrieden sein“, sagte Michael Ballack.

          Genau diese Genügsamkeit bemängelte Magath, nachdem sein Team den von ihm für drei Siege gegen Mainz (4:2), Nürnberg und nächsten Samstag gegen Stuttgart ausgelobten zusätzlichen Urlaubstag verzockt hatte: „Die Mannschaft hat sich zu sicher gefühlt. Sie hatte nicht die Konsequenz und den Biß, den Gegner fertig zu machen.“

          Selbst Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf hatte nach dem 13. Saisontor seines Mittelfeldstars Marek Mintal (23.) sowie dem Handelfmeter von Roy Makaay (26./Handelfmeter) und dem Münchner Führungstor durch einen Freistoß des eingewechselten Zé Roberto (60.) nicht mehr an ein Happy-End vor 44.359 Zuschauern geglaubt: „Normalerweise ist nach einem 1:2 gegen die Bayern das Spiel gelaufen“, sagte Wolf: „Aber sie haben hinten sorglos gespielt.“

          „Weihnachtsgeschenk“ von Salihamidzic

          Hasan Salihamidzic und Robert Kovac waren die Übeltäter. Erst verloren sie am eigenen Strafraum den Ball, dann sah Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) eine „Notbremse“ von Salihamidzic am eingewechselten „Club“-Youngster Stefan Kießling, die er mit Rot und Elfmeter ahndete. „Ich wollte das Tor machen, aber dann hat sich die Chance ergeben, sich fallen zu lassen“, sagte Schlitzohr Kießling. Ivica Banovic nutzte den Strafstoß (74.), und Magath war bedient: „Statt des 3:1 haben wir dem Gegner ein Weihnachtsgeschenk gemacht.“

          Umgekehrt hätten sich die Bayern bei einem Sieg in erster Linie bei Andreas Wolf bedanken müssen. Innerhalb von 45 Sekunden leistete sich der Nürnberger Abwehrspieler nur kurz nach der 1:0-Führung zwei Blackouts. Erst wurde er für ein Foul verwarnt, dann spielte er im Strafraum den Ball mit der Hand. Dafür handelte sich der 22jährige neben der Gelb-Roten Karte und dem Elfmeter einen heftigen Rüffel seines Trainers ein: „Er hat von mir in der Pause fast schon Prügel bekommen“, verriet Wolf.

          Am Ende war die „Club“-Welt aber wieder in Ordnung. „Wir sind maximal zufrieden mit dem Punkt“, sagte der weiterhin beste Liga-Torschütze Mintal. „Die Mannschaft hat Moral, Charakter und Potential. Es wird noch eine schwierige Saison, aber wir sollten die Klasse halten“, meinte der Trainer. Ein wichtiges Etappenziel haben die Franken mit dem Punktgewinn bereits vor dem letzten Hinrundenspiel in Mainz erreicht, wie Manager Martin Bader betonte: „Wichtig ist, daß wir nicht auf einem Abstiegsplatz in die Winterpause gehen.“

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