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13. Tour-Etappe : McEwan sprintet zum Sieg in Montpellier

  • Aktualisiert am

Hat es wieder allen gezeigt: Robbie McEwen Bild: AP

Robbie McEwen hat die 13. Etappe der Tour de France zwischen Alpen und Pyrenäen gewonnen und dabei seinen dritten Tagessieg gefeiert. Trotzdem behauptete der Norweger Thor Hushovd das Grüne Trikot. Am Wochenende kommen an zwei Tagen zwölf Bergwertungen auf die Fahrer zu.

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          Einen Tag vor der erwarteten Hitzeschlacht in den Pyrenäen traten bei der 92. Tour de France noch einmal die Sprinter auf den Plan. Der Australier Robbie McEwen gewann am Freitag den 13. Tagesabschnitt von Miramas nach Montpellier über 173,5 Kilometer und feierte seinen dritten Etappensieg nach den Erfolgen in Montargis und Karlsruhe. „Das ist eine aggressive Tour, bei der immer nur attackiert wird. Meine Mannschaft hat toll gearbeitet und diesen Sieg verdient“, sagte McEwen.

          Trotzdem behauptete der Norweger Thor Hushovd nach dem Ausstieg Tom Boonens am Vortag das Grüne Trikot. Erst 200 Meter vor dem Ziel wurden die beiden Ausreißer Silvain Chavanel (Frankreich) und Chris Horner (USA), die zu lange um den möglichen Etappensieg gepokert hatten, gestellt. Lance Armstrong und Jan Ullrich kamen sich vor wie im falschen Film: „Nach einer halben Stunde zeigte mein Tacho schon einen Schnitt von 58 km/h. Da haben Lance und ich uns nur verwundert angeschaut“, erklärte der T-Mobile-Kapitän nach dem Rennen.

          Ullrich weiter 4:02 Minuten zurück

          Der Mann in Gelb zieht weiter seine Kreise: Lance Armstrong führt das Gesamtklassement nach wie vor mit 38 Sekunden vor dem Dänen Mikael Rasmussen und Christophe Moreau (Frankreich/2:34) an. Auch Jan Ullrichs Abstand zu seinem Herausforderer - 4:02 Minuten - blieb unverändert. In dem am Knie verletzten Alejandro Valverde (Spanien) schied ein direkter Armstrong-Konkurrent aus.

          Wenige Meter vor dem Ziel noch ein Schlenker vor dem Konkurrenten Stuart O´Grady (2. v.l.)
          Wenige Meter vor dem Ziel noch ein Schlenker vor dem Konkurrenten Stuart O´Grady (2. v.l.) : Bild: AP

          Die Tour kämpfte sich durch die Gluthitze des Languedoc Richtung Pyrenäen. Anders als an den Vortagen hatte eine Ausreißergruppe am Freitag kein Glück. Fünf „Flüchtlinge“, unter ihnen der Franzose Thomas Voeckler, der im Vorjahr zehn Tage Gelb trug, wurden acht Kilometer vor dem Ziel gestellt. McEwens Lotto-Mannschaft hatte bei der Verfolgung die Hauptlast getragen. Auf dem kurvenreichen Parcours im Finale hatten sich dann noch Chavanel und Horner abgesetzt, aber den möglichen Erfolg selbst verspielt.

          Als bester Deutscher wurde Gerolsteiner-Profi Robert Förster (Markkleeburg) Siebter. „Von einer ruhigen Überführungsetappe habe ich nichts gesehen und das Finale war geradezu anarchisch“, wunderte sich Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer.

          Armstron-Konkurrenz weiter dezimiert

          Die Armstrong-Konkurrenz dezimiert sich derweil ohne Zutun des Rekordsiegers: Alejandro Valverde stieg nach der Hälfte der Strecke kopfschüttelnd vom Rad. Im Begleitwagen sitzend begann er zu weinen. Der Fünfte der Gesamtwertung, der noch drei Tage zuvor bei seinem Sieg auf der schweren ersten Alpen-Etappe nach Courchevel selbst den Favoriten Armstrong in die Schranken verwiesen hatte, klagt seit dem Mannschaftzeitfahren am 5. Juli über Probleme im linken Knie. Ein Lenker war ihm dagegen geschlagen. „Konditionell bin ich noch voll da, aber die Schmerzen waren zu groß. Wenigstens habe ich eine Etappe gewonnen: Das ist das, was sich wollte“, sagte der 25 Jahre alte Spanier vom Rennstall Illes Balears, der in seinem Heimatland als größte Nachwuchs-Hoffnung gilt und als möglicher Nachfolger des fünfmaligen Tour-Siegers Miguel Indurain gehandelt wird.

          Durch das vorzeitige Aus des Vize-Weltmeisters von 2003 verbesserte sich Ullrich in der Gesamtwertung auf Rang 8, sein Teamgefährte Andreas Klöden rückte auf Platz 9 vor, Alexander Winokurow auf Platz 11. Valverde führte im Weißen Trikot die Wertung des besten Tour- Neulings vor dem Armstrong-Helfer Jaroslaw Popowitsch (Russland) an. Einen Tag zuvor hatte der Träger des Grünen Trikots, der zweifache Etappensieger Tom Boonen (Belgien), aufgegeben.

          Königsetappe am Sonntag bei 40 Grad

          Eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg könnte auf den beiden bevorstehenden Etappen am Samstag und Sonntag fallen. Insgesamt stehen an den zwei Tagen zwölf Bergwertungen auf dem Programm. Als „Königsetappe“ der diesjährigen Tour gilt das 15. Teilstück am Sonntag zwischen Lezat-sur-Leze und St.-Lary-Soulan, das innerhalb von 100 km mit vier Bergwertungen der ersten Kategorie sowie dem schweren Schlussanstieg zum Pla d'Adet aufwartet.

          Dabei soll das Thermometer sogar auf 40 Grad steigen, so daß sich Armstrong schon an 2003 erinnert fühlte: „Das beunruhigt mich schon. Es kommt mir vor wie vor zwei Jahren. Ich erwarte auf jeden Fall zwei harte Tage, denn alles konzentriert sich auf diese Etappen“, sagte der Discovery-Kapitän.

          Seine Konkurrenten wollen dabei jede Chance nutzen, den Amerikaner und sein Team zu attackieren. „Wir müssen alles versuchen. Die Devise kann nur Angriff lauten“, erklärte Alexander Winokurow, der am Mittwoch in Briancon den ersten Touretappensieg für T-Mobile geholt hatte. Initiative wird auch von Ullrich erwartet. „Jan kann sich in den Pyrenäen gegenüber den Alpen-Etappen noch steigern“, kündigte T-Mobiles sportlicher Leister Mario Kummer an.

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